Sei Pippi, nicht Annika!

Genau dieser Slogan geistert immer wieder durch die sozialen Netzwerke und auf Postkarten herum. Frech, wild und wunderbar – das ist Pippi.

Wollten wir nicht als Kind alle so sein wie sie? Stark, sich nichts vorschreiben lassen und immer eine Menge Spaß den ganzen Tag lang. Als ich fünf Jahr alt war, ging ich als Pippi Langstrumpf zum Fasching. Das Foto von damals verrät, dass ich so gar nichts damit anfangen konnte und in der falschen Rolle war, denn eigentlich war ich eher eine Annika. Folgsam, schüchtern, leise, sauber, freundlich. Die Pippi kam schon mal durch, aber nur ganz selten. Vielleicht gab es dann mal eins auf den Deckel.

Doch irgendwann später kam die Wendung. Ich entdeckte die Momente, wo es erlaubt war, Pippi zu sein. Momente, die ICH mir erlaubte. Häppchenweise erforschte ich das Leben fernab von gesellschaftlichen und erzieherischen Regeln und erkannte für mich, worauf es vielleicht ankommt. Für mich wurde wichtig, dass ich der Freude folge, dass ich Dinge wage, selbst wenn andere sagen, dass es nicht geht. Einer von Pippis schlauen Sprüchen war: „Ich habe es noch niemals versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“ Eben auch mal unvernünftig sein, sich mal schmutzig machen, wenn es nötig ist und Spaß macht. Mal laut und auffällig sein, euphorisch, fantasievoll, neben der Spur, übertrieben, lustvoll, energisch, auf Krawall gebürstet und leidenschaftlich. Nicht immer nur Plutimikationen lernen, sondern sich auch mal was Lustiges ausdenken. Und dann wieder faul sein, vor sich hin schauen und seinen Gedanken nachhängen.

Pippi war, in meinem Verständnis zumindest, in voller Selbstliebe und Eigenverantwortung. Sie hat niemanden für ihr Schicksal verantwortlich gemacht. Noch nicht mal ihren Vater, der sie für seine Mission oder Passion verlassen hat. Sie hat ihr Leben selbst in die Hand genommen und ordentlich eingeheizt. Denn sie wusste, wenn der Ofen heiß sein soll, muss sie fette Kohlen auflegen. Von allein passiert nichts Aufregendes im Leben. Sie hatte Power.

Doch es ist ok, wenn die Annika durchkommt. Ihre Eigenschaften sind sehr nützlich, z.B. um dem Leben Struktur zu geben, vor Gefahren zu bewahren und angepasst zu sein, wenn es sinnvoll ist. Egal wie viel Pippi in dir steckt, Hauptsache, du bist glücklich, kannst dich annehmen, wie du bist und führst ein Leben, wie du es dir wünscht. Und wenn es dir mal nicht gut geht, dann geh los und mach anderen eine Freude! Das funktioniert ganz zauberhaft. Denn Pippi war auch ein Freund der Schwächeren. Sie liebte es anderen Menschen eine Freude zu machen.

Ich bin dafür, Pippi und Annika in einem für sich guten Verhältnis zu integrieren. Beide sind wirklich großartig. Danke Astrid Lindgren und all den wunderbaren Pippis und Annikas, die lustvoll leben. Das Leben ist EIN Wunschkonzert. Und ja, du kannst dir die Rosinen rauspicken. Denn das Leben ist für dich. Nutze es wie ein Spielfeld und spiele!

Daniela Lerchner

Autor: 

Daniela Lerchner – Massagetherapie & Coaching

 

 

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