Plabio-Waaaaahn!

So langsam dreh ich durch, ich habe das Gefühl, dass so gar nichts, wirklich gesund ist.  Überall ist irgendetwas drin, was nicht „drin“ sein sollte oder „drum“, was nicht drum sein sollte.

Erst vor kurzem gab es in den Medien einen Hinweis darüber, wie lange ich einen Apfel waschen müsste, um ihn von Pestiziden zu befreien. Sage und schreibe 15 Minuten in Wasser welches mit Natron zugesetzt ist und dann sollst Du die Schale erst mit essen können.  So viel zu – die Schale ist am Gesündesten! Apropos Schale, an alle Grillmeister, die Alu-Schale birgt auch so seine Tücken, schließlich löst sich Aluminium bei einigen Gegebenheiten.

Meine Ernährung habe ich intuitiv schon seit geraumer Zeit umgestellt.  Dass ich einmal „so komisch“ werden würde, hätte ich nie gedacht. Milch bekomme ich kaum noch runter, seitdem ich die vielen Diskussionen über Giftigkeit der Milch verfolge.  Aber es gibt ja ein Haufen „Milch-Alternativen“. Aber bei genauerer Betrachtung fällt dann doch wieder auf, dass sich zu viel Zucker oder andere Gefahrenstoffe in diesen Lebensmitteln befinden. Es ist zum Verzweifeln. Woher weiß ich, ob das Getreide aus einem wirklich „gesundem Anbau“ stammt. Monsanto ist das Stichwort. Die Pestizide, die auf die Felder gepumpt werden und danach in unsere Ernährungskette gelangen – kann ich diese erkennen oder gar vermeiden? Also, lass ich das einfach weg!

 Was ist denn jetzt genau „gesund“ und wo kommt was wirklich her?

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass Bio noch lange nicht bedeutet, dass das gekaufte „rein“ oder „natürlich“ ist.  In meinem Kopf schwindelt es mir. Warum muss eigentlich ein Lebensmittel mit „Bio“ gekennzeichnet sein?

Um einen gesunden Eindruck zu vermitteln? Sollte ein LEBENsmittel nicht von Natur aus rein sein. Den Glauben an gesunde Lebensmittel habe ich längst verloren.

Warum haben wir in den letzten Jahrzehnten unsere Lebensmittel so verhunzt? Liegt es wirklich an den Anforderungen, die wir stellen? An der Nachfrage? Unseren unstillbaren Konsum? Liegt es allein an der Gier der Konzerne? Wer trägt hier die Verantwortung und wofür?

Wie konnte es nur dazu kommen, dass so viele schädliche Stoffe in Nahrungsmittel gelangen?

Ich glaube, die Welt ist irgendwie ver__ rückt.

Fangen wir mal mit dem Wasser an. An sich ja eine „saubere Angelegenheit“. Von wegen:  Stiftung Warentest hat mehrere Wasser getestet und hat u.a. Spuren aus der Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser im Mineralwasser gefunden. Das soll aber nicht so schlimm sein.  Dass es überhaupt Wasser im Verkauf gibt, die nicht in Ordnung sind – erschreckt mich schon.

Was ist mit Leitungswasser? Die Kläranlagen leisten ganze Arbeit und müssen mittlerweile mit Unmengen von Pestiziden, Medikamenten und Mikroplastik im Wasser kämpfen. Man kann auch sagen, dass Wasserwerke und Kläranlagen  ein Reparaturbetrieb für gesellschaftliches und wirtschaftliches Verhalten sind. Aktuell beschäftigt sich man in den Wasserwerken mit dem Thema Mikroplastik.  Denn, unser  Wasser ist mittlerweile voller Mikroplastik, ein Ende offensichtlich noch nicht in Sicht. Was??  Da frage ich mich doch manches Mal, wann ist das zum ersten Mal aufgefallen?

Das Meer ist voller Plastikabfälle und Mikroplastik. Und ich möchte nicht wissen, was alles so in „unserem Fisch“ drin ist.

Mittlerweile esse ich eher selten  Fisch und Fleisch, viele Bilder von gequälten, misshandelten Tieren sowie schlechter Haltung und fragwürdiger Fütterungen haben mich beeinflusst. Dafür esse ich mehr Obst und Gemüse. Dennoch, auch hier ist mir jedoch oftmals unwohl  beim Einkauf.  Nehmen wir doch einfach mal die Avocado. Wusstest Du, dass du diese vorher abwaschen solltest, bevor du sie zubereitest?  Auch hier befinden sich auf der Schale Pestizide, die für Deine Gesundheit schädlich wären, solltest du mit dem Fruchtfleisch in Kontakt kommen. Mahlzeit!

Schön, dass die Supermärkte auf Plastiktüten verzichten.

Nur habe ich verdammt noch einmal den Eindruck, dass sich hier eine „Umsatz-Sucht-Verlagerung“ abspielt. Klar, wenn kaum noch Plastiktüten benötigt werden, muss ich mir als Lieferant natürlich etwas Neues einfallen lassen. Seit neuestem habe ich das Gefühl, dass sämtliches Obst und Gemüse in Plastik verpackt ist. Sogar mein geliebter Kopfsalat ist nunmehr in einer großen Plastikhülle verschweißt. Verrückt! Meine Biozitronen waren auf einmal nicht mehr in einem Netz sondern in einer Plastiktüte verpackt. Bioware in Plastiktüte? Ich nenne das nur noch Plabio-Waaaaaaahn!!!!

Ich fange an, diesen ganzen Plastikkram widerlich zu finden. Ich will nicht ständig etwas zu mir nehmen, was vorher von Plastik umhüllt war. Jetzt will ich mich endlich mal „Bio und nahezu vegan“ ernähren und muss so viele Stolperfallen erkennen.

Zucker habe ich ja schon seit mehreren Jahren nicht mehr im Hause.

Also den stinknormalen Industriezucker. Unglaublich, niemals hätte ich gedacht, dass ich ohne (diesen) Zucker auskomme. Meinen Tee trinke ich mittlerweile ungesüsst. Apropos Teebeutel, ach herrjeee, die sollen ja auch etliches beinhalten, was nicht gesund ist. Mittlerweile kaufe ich gar keine Teebeutel mehr. Sondern koche mir griechischen Bergtee, den ich mir direkt aus Griechenland besorge oder nehme Kamille, frische Minze oder frischen Salbei zum Aufbrühen.  Als Ersatz für Zucker habe ich Xylitol im Haus oder Honig. Wobei ich nicht weiß, ob der Honig wirklich gesund ist. Aber das google ich jetzt nicht. Ich will das im Moment gar nicht wissen. Mit Xylitol kannst Du Dir übrigens die Zähne putzen, da er antikariogen ist. Wow.

Mittlerweile habe ich sogar ein Problem mit Zahnpasta. Ich will das Zeug einfach nicht mehr in meinem Mund haben. Wer weiß, was da nu schon wieder alles drin ist, neben dem schädlichen Fluorid. Ich putz mir die Zähne mit  Biokokosöl. In Wirklichkeit putze ich sie mir nicht, sondern man nennt das „Ölziehen“. Seitdem ich das mache ist mir erst bewußt, wie „scharf“ unsere Zahnpasta eigentlich ist. So ähnlich ging es mir mit Fruchtsäften.

Seitdem ich auf Wasser umgestiegen bin, fällt mir erst auf, wie verdammt süß diese Säfte sind. Doch Zucker befindet sich leider in so vielen Lebensmitteln, dass ich schon gar nicht mehr weiß, was ich kaufen soll oder nicht.

Was ist mit Shampoos, Seife…Duschzeug? Ich google mich durch das Netz und siehe da! Es gibt Duschgels ohne Mikroplastik. Im ersten Moment verstehe ich das gar nicht. Wieso ist das Zeug denn überhaupt da drin!?

Ganz einfach – Mikroplastik –  wird als Füllmaterial genutzt.

Ganz ehrlich, ich will das einfach nicht kapieren. Wieso macht sich denn hier niemand einen Kopf, was an meinen Körper rankommt? Warum packe ich in ein Produkt, was für den Menschen bestimmt ist „dreckige“ Inhaltsstoffe, die nicht nur für mich sondern für den ganzen (Wasser)kreislauf schädlich sind?  Läuft das Ganze „bewusst“ ab,  also so etwas wie mit einem Ist-Mir-Egal-Faktor?

Es ist der reine Wahnsinn, auf was ich alles achten muss, meine Cremes, Duschgels, Seifen usw. hätte ich doch gerne ohne Mikroplastik bitte. Auch hier muss ich also explizit nach etwas „Gesundem“ suchen.

Das ist doch alles total verrückt. Nun bin ich endlich soweit, esse kaum Fleisch, keine süßen Säfte mehr, Fertiggerichte sowieso nicht. Was war noch einmal im Wein? Im Bier hat man doch auch….achherjee und Aspartam in der Cola.

Ich Dusche ph-neutral, putz mir „vegan“ die Zähne und jetzt muss ich noch aufpassen, womit ich mir die Haare wasche oder was ich mir ins Gesicht schmiere. Make-Up, Lippenstift (wird das wirklich aus Läuseblut gemacht #80erInsider) und andere Kosmetika. Muss ich denn wirklich alles vorher checken?

Erstmals nehme ich mir Zeit zum googeln.  Ich bin entsetzt, wie nachlässig mit uns umgegangen wird und was ich für Berichte über Inhaltsstoffe finde. Giftige Stoffe ohne Ende….

Unmittelbar nach dem googeln, werfe ich mein Make-Up in die Tonne. Mich interessiert Kosmetik ohne Mikroplastik. Bin jemand der eigentlich nicht so gerne im Internet bestellt. Doch jetzt will ich es wissen, geht ja schließlich um mein kostbares Gesicht. Wie konnte ich eigentlich die letzten Jahrzehnte nur so nachlässig sein und mir unbedarft Kosmetika kaufen?

Zum ersten Mal suche ich gezielt nach einer Firma, die sich verantwortlich fühlt für ihre Produkte und ihre Inhalte. Viel Naturkosmetik befindet sich auf dem Markt, leider jedoch mit genauso viel dreisten Lügen. Wir befinden uns nicht nur im Bio- und Plastikwahn sondern auch im Chemiewahn.

Ich bleibe dabei…die Welt ist …..ver……rückt!

Also ich habe jetzt genug gelesen, wie soll ich jetzt wieder in das „normale Verbraucherleben“ zurückkehren? Auf jeden Fall mache ich mir ein paar Kosmetika jetzt selber. Mit Kräutern, ätherischen Ölen,  Bienenwachs, Kakaobutter oder Sheabutter. Es gibt so viele Möglichkeiten. Da lässt sich doch bestimmt etwas zaubern.

Demnächst machen wir ja in Mariendorf unser Sonnenöl selbst, falls jemand Lust hat!

Nur das mit dem Make-Up, das bekomme ich nicht alleine hin. Letztendlich habe ich mich für ein Make-Up von der Kosmetikfirma Börlind entschieden. Sie versprechen ein Höchstmaß an ökologischer und sozialer Verantwortung. Zudem ist das Make-Up vegan.

Es gibt für die Nutzung von Kosmetika Vergleichsmöglichkeiten, bzw.  „Alternativ-Beispiele“ zur Nutzung. Das Thema ist spannend, aber auch verängstigend. Es ist unglaublich, was alles an uns verkauft wird. Wer einfach mal einige „Produktrückrufe“ bzw Lebensmittelwarnungen verfolgt, bekommt einen erstaunlichen Eindruck!

Ich mach jetzt erst einmal Pause und  lege mich auf meine Couch und frage mich, ob ich wirklich mit viel Aufmerksamkeit mich vor schädlichen Stoffen schützen kann. Wie und wo ist eigentlich meine Couch hergestellt worden? ..und mein Lieblingsjogger ?? und was……..ist da drin?

Mein Verbraucherherz ist bedrückt…ich bin müde….Gibt es eigentlich ein Shopping-Center, wo ich nur „Gutes und Achtsames“ für mich und meinen Alabaster-Körper bekomme? Oder muss ich wirklich gezielt, nach Gutem suchen?

……Gute Nacht!

Fotos: Pixabay

In freundlicher Zusammenarbeit mit Annemarie Börlind

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