Muss Luxus teuer sein?

Kann man wirklich am Äußeren erkennen, ob jemand Geld hat oder nicht? Wir kennen alle die Antwort. Ob jemand reich ist, im Sinne von sehr wohlhabend lässt sich nicht an der Kleidung oder einer Erscheinung fest machen. Doch mithilfe von viel oder wenig Geld – lässt sich durchaus ein luxuriöser Eindruck vermitteln.

im Interview mit Christof Maybach

Ob „er“ Geld hat oder nicht, kann ich nicht ermessen. Und der Anstand verbietet es mir danach zu fragen. Aber eines kann ich sicherlich behaupten: Christof Maybach sieht aus wie ein Gentleman und hat sich mir gegenüber immer wie einer benommen. Er ist stilsicher, stets perfekt gestylt und besitzt nicht eine einzige Jeans. Sein Auto-Schlüssel mit dem Label des elegantesten Raubtieres des Dschungels, liegt auf dem Tisch. Sein Maßanzug sitzt perfekt. Ein blitzweißes Hemd mit edlen Manschettenknöpfen in Silber ergänzt sein Styling. Leider kann ich das Label auf seiner schicken Uhr am gebräunten Handgelenk nicht erkennen – ich habe meine Brille zu Hause vergessen. Aber ich bin mir sicher, dass das keine NoName-Uhr gewesen ist. Er zündet sich eine Zigarre an. Wie ich erfahre, stammt sie von „Fleur de Silver.“ Das ist die einzige Zigarrenfirma auf der Welt, die einer Frau gehört. „Sicherlich gibt es teurere Zigarren“, räumt Christof ein „doch die sind deswegen nicht besser.

So wie bei vielen anderen Dingen auch: Teuer bedeutet nicht immer gleich gut.“ Wir sitzen zusammen im Restaurant Petrocelli, das sicherlich auch zu der gehobenen Gastronomie rund um den Kurfürstendamm gehört. Christof Maybach ist Sänger.

Ich freue mich, mit ihm über das Titelthema dieser Ausgabe sprechen zu können, denn ich könnte mir im Moment niemand Passenderes vorstellen. Auf seinem letzten Konzert im 4-Sterne Savoy Hotel in Berlin, durfte ich dabei sein. Christof Maybach hatte mich  eingeladen.

So wie alle anderen 59 Gäste auch. Eine großzügige Geste, die nur einem Ziel diente. „Ich möchte singen“, wie er mir verriet. In den Ku´Damm kreisen wird getuschelt: „Bist du auch dabei?“ Jeder ist ein wenig stolz, dabei sein zu dürfen und eingeladen worden zu sein. Ich gebe zu, ich auch. Ein Privat-Konzert hat immer ein besonderes Flair.

Christof strahlt mit jeder Faser seines Körpers Luxus aus. Es ist nicht nur der elegante Maßanzug, den er stetig trägt und einem das Gefühl gibt, einen besonders gut betuchten Mann vor sich zu haben. Nein, es ist die Art, wie er sich bewegt und wie er mit Menschen spricht und umgeht.Bisher erlebte ich ihn stets respektvoll. Er hat die Aura eines Edelmannes, die er durch Eleganz und seine Haltung verliehen bekommt. Er beobachtet eher, als das er spricht. Seine Worte wählt er mit Bedacht.

Christof, was fällt Dir als erstes zum Thema Luxus ein? Auch wenn ich den Luxus liebe, so muss Luxus nicht immer mit Geld in Verbindung gebracht werden. Für jeden ist Luxus etwas anderes. Du genießt die Zeit ohne dein Handy und empfindest das als wahren Luxus. Für den anderen ist es Luxus, das neueste Handy in der Hand zu halten. Auch ist Luxus nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Der eine sitzt im Restaurant und trinkt für 49 € einen guten Wein, der andere kauft sich bei Aldi einen Champagner für 13 € und postet dies auf Facebook…Christof lässt bewusst eine Pause beim Sprechen und fährt fort… und alle denken: Das ist ja ein Angeber.  (Wir müssen beide lachen)

Was ist denn für Dich Luxus? Mein Luxus ist einmal in der Woche unseren Familientag zu zelebrieren. Das war leider nichtimmer so, denn ich war früher beruflich sehr viel unterwegs.

Ich weiß von Dir nur, dass Du hier in Berlin Konzerte gibst und nicht aus Berlin kommst. Bitte erzähl doch einmal mehr über Dich. Meine Heimat ist die Universitätsstadt Vechta. Das ist Nähe Bremen. In jungen Jahren, ich war gerade erst 16, habe ich eine Ausbildung zum Tanzlehrer machen dürfen. Diese Ausbildung ermöglichte es mir eine eigene Tanzschule zu eröffnen. Meine Leidenschaft waren die Standard- sowie Lateinamerikanischen Tänze. 1991 gewann ich sogar den deutschen Meistertitel im Stepptanz. Leider beendete 1992 ein tragischer Unfall abrupt meine Tanzkarriere. Mehrere Knochenbrüche und eine schlechte Diagnose der Ärzte veranlassten mich, die Tanzschule zu verkaufen. So kam es, dass ich mir eine neue Aufgabe suchen musste.

Ist es nicht unheimlich schwierig, eine Leidenschaft aufzugeben? Hake ich nach…

Es war einfacher, als ich mir vorstellte. Es gab noch andere Leidenschaften, die in mir brannten. Eine davon war das Reisen. Sie wurde zu einer meiner neuen Leidenschaften. Ich gründete eine Handelsagentur und reiste quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Wie kam es denn dazu, dass du zum Sänger wurdest? Es sind diese kurzen Momente im Leben, die völlig unerwartet passieren. In einem Kölner Café sprach mich ein Fotograf an. Wie sich später herausstellte, war es der Star- und Pressefotograf Stefan Pick*. Er sagte zu mir: Sie sehen aus, wie der deutsche James Bond. Wenn Sie jetzt noch singen könnten….? Naja, ein Leben wie James Bond habe ich teilweise schon geführt. Aber singen? Nein, singen kann ich nicht. Doch dieser eine Satz, war für mich die Initialzündung. Prompt wurde eine neue Leidenschaft in mir entfacht. Es reifte sehr schnell der Gedanke in mir und meine nächste Passion ward geboren: Das Singen.

Deinen Auftritt im Savoy-Hotel fand ich sehr schön. Bisher hattest Du mich nicht unbedingt gesanglich überzeugt. Doch das änderte sich an diesem Abend. Mir gefiel es, dass du Elvis nicht kopiert hast, sondern die Lieder auf Deine ganz eigene Art interpretiert hast. Ich würde fast sagen „Elvis steht dir gut“

vielen Dank, Anita . Viele haben mir gesagt, dass ihnen dieses Konzert sehr gefallen hat und wohl mit Abstand das Beste war, was ich bisher gesungen habe. Mir selbst hat dieser Abend auch richtig Spaß gemacht. Vielleicht steht mir Elvis wirklich gut. Elvis hat ein großes Repertoire. Viele sind bis heute ziemlich unbekannt. Ich hatte mir die für mich schönsten und auch längst vergessenen Balladen herausgesucht. Mein Ziel war einfach nur für Euch und für mich zu singen. Ich schätze 80% der Songs kannte niemand, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Übrigens gab Elvis 1135 Konzerte und ist nie in Europa aufgetreten, immer nur in der USA.

Warum Elvis-Songs und warum diese Privat-Konzerte? Die Musik von Elvis ist wundervoll. Wenn ich aus einem Repertoire von 3000 Liedern schöpfen kann, die größtenteils unbekannt sind, ist es doch sinnvoller, diese Lieder zu singen als neue zu kreieren. Auch wollte ich von Anfang an nicht auf Hochzeiten, Geburtstagen oder Schützenfesten singen. Ich möchte das große Programm und das habe ich mir durch diese Konzerte selbst erfüllt.

Was ist dein Traum, wo möchtest Du einmal auftreten? Mein Traum ist gemeinsam mit einem großen Orchester ein eigenes Album aufzunehmen. Die ersten Schritte in diese Richtung konnte ich schon machen. Ein weiterer Traum, der schon bald in Erfüllung gehen wird ist ein Auftritt auf einer Gala. Ich habe die Möglichkeit bekommen auf einer solchen mit dem Pepe Lienhardt Orchester aufzutreten. Pepe Lienhard und sein Orchester waren u. a. mit Sammy Davis jr. und Frank Sinatra auf Tour und 30 Jahre das Begleitorchester von Udo Jürgens.

Was ist noch nicht in Erfüllung gegangen? Ein noch unerreichtes Ziel wäre ein Auftritt in der Carmen Nebel Show.

„Oohha, da kenn ich jemanden, den ich dir vorstellen könnte“, entgegne ich!

Na, wer weiß, vielleicht wird auch dieses Ziel in Erfüllung gehen. Viel Erfolg weiterhin!

Autor: Anita Tusch – Fotos: Stephan Pick

Mehr Info unter:

http://christof-maybach.de/

 

*Anm. d.Red. Durch Stefan Pick wurde ihm der Weg zum Model geebnet. Eine Fotostrecke ermöglichte den Spätstarter mit 40 Jahren für Luxusgüter zu modeln. Seinem gutem, prägnanten und markantem Aussehen verdankt der 1,85m große Niedersachse diverse Modeljobs, unter anderem für“ Ingersoll“, „Unodomani“, Carrucci und Engelhardt in der „Luxury Lifestyle“ und einer „Lufthansa“ Kampagne. Der große Erfolg der Werbekampagne brachte ihm weitere Aufträge namenhafter Hersteller, Moderationen und Präsentationen auf Veranstaltungen.

 

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