Bali- Endstation Paradies?

Bali, Canggu. Es ist 7 Uhr morgens und es hat gerade kurz geregnet, bei 31 Grad im Schatten. Ich sitze in meinem süssen Stammcafe bei Aircon, Kokosnuss und „Smashed Avocado“ und überlege was ich zum redaktionell vorgegebenen Thema Besinnlichkeit schreiben soll. Eigentlich ist Bali doch ohnehin der Ort an den alle Sinnsuchenden kommen. Seit „Eat, Pray, Love“ besonders die Frauen. Seit fast einem Jahr Asien bin ich ohnehin tiefenentspannt.

Die Regenschauer sind noch kurz, es ist der Übergang von der Trockenzeit zur Regenzeit. Seit einer Woche hatten wir hier durchgehend Sonne pur, Traumwetter. Auch für Weltreisende wie mich kommt die Zeit wo ich wieder arbeiten muss wie die meisten von uns. Nur mache ich das dann von unterwegs aus von meinem Laptop. Nachdem ich längere Zeit auf der malaysischen Insel Penang und in Thailand verbracht habe, ging es erst Mal in die aufregende Metropole Singapur. Nach ein paar Tagen dann weiter nach Bali. Immer habe ich es rausgeschoben, denn Bali ist das Mekka für Digitale Nomaden, die aus aller Welt hier her reisen. Sehr angesagt, denn jeder will mal nach Bali aber auch  deshalb ist die Insel völlig überlaufen.  Noch nie habe ich so viele alleinreisende Frauen mit Laptop gesehen in den Cafes. Von der Filmproduzentin aus Hollywood die genug vom oberflächligen Leben in LA hat, der Reisebloggerin, Texterin, Redakteurin, Model, jungen Start Up Unternehmern, es ist alles vorhanden. Programmierer gesucht zu günstigen Konditionen? Kein Problem, in einem der zahlreichen Co-Working Spaces hier in Canggu findet sich immer jemand.

 

„To travel is worth any cost or sacrifice“

-Elizabeth Gilbert ( „Eat, Pray, Love“)-

 

 


Infinity Pool im Beji Resort Ubud mitten im Dschungel

 

 

Eat, Pray, Work

Manche bleiben nur kurze Zeit weil sie dann zurück müssen zu ihren Arbeitsplätzen, manche monatelang und Digitale Nomaden kommen immer wieder. Denn Bali ist einzigartig.  Gestern erzählte mir eine Schweizerin in einem Cafe, dass sie ihre grosse Liebe auf Bali gefunden hat und sie beide hier nächsten Monat heiraten. Ebendso ist Bali aber auch die Insel Nr 1 auf der Menschen mit gebrochenem Herzen wieder zu sich selbst finden. Heiler gibt es an jeder Ecke, inzwischen mit eigener Webseite und zu westlichen Preisen. Wer sich umhört findet aber noch „echte“ Heiler, was ich als neugierige Bloggerin und Redakteurin auch noch testen werde.

Wer Bali bereist, der wird sehr schnell die unzähligen kleinen Schalen mit den Opfergaben sehen die vor jedem Laden und Haus stehen. Man überreicht den übersinnlichen Mächten etwas und bekommt dafür Schutz oder was man sonst benötigt zurück. Der Fernseher geht nicht? Kein Problem auf Bali, es gibt auch einen Fernseh-Gott.  Mal wieder erst kurz vor Redaktionsschluss den Text abgeliefert? Es gibt bestimmt auch einen Zeitungsgott hier für mich. 3 mal ist das Internet schon ausgefallen heute, ich sollte die Götter milde stimmen.

Natürlich ist Bali auch eine wunderschöne Urlaubsinsel. Es ist die Insel mit den meisten Resorts und Luxushotels. Wer länger bleibt entscheidet sich meistens ein Haus oder eine Villa zu mieten oder ein Homestay da es günstiger ist. Die erste Zeit auf Bali habe ich mich mit einer Freundin in Ubud im Beji Resort (über booking.com)  entspannt, was ich absolut empfehlen kann. Es ist traumhaft gelegen und begeisterte uns mit einem wunderschönen Infinitypool und 4 weiteren malerischen Pools, mitten in den Dschungel eingebettet. Es ist dennoch dicht an der „Innenstadt“ von Ubud und bietet mehrmals täglich einen kostenlosen Shuttle in den Ortskern und wieder zurück.

 

 

 

 

Ubud gilt als das kulturelle Zentrum von Bali. Früher ein beschaulicher Ort und vor allem bei Rucksacktouristen beliebt, änderte sich das schlagartig mit dem Film „Eat, Pray, Love.“

Inzwischen gibt es unzählige Hotelanlagen und internationale Restaurants aber der Ort hat nichts von seinem Charme verloren.  Man findet neben Hotels auch unzählige sehr hübsche Homestays und Gasthäuser. Ich persönlich miete gerne Unterkünfte von Locals zur Langzeitmiete, da man damit die Einheimischen unterstützt. Auch für einen Urlaub ist das eine tolle Möglichkeit die Kultur des Landes näher kennenzulernen, es ist auch möglich bei der Familie zu wohnen. Bei einfachen sehr preisgünstigen Unterkünften muss man auf Bali jedoch Abstriche machen. Während man in Malaysia und Thailand schon mal ein Luxuspartment für 30 Euro am Tag bekommt, kann es auf Bali dann schon weniger komfortabler werden. Wer Probleme mit Geckos hinter dem Schrank hat die des Nachts ziemlichen Krach machen oder Mücken, dem empfehle ich in ein Resort zu gehen.

In meiner ersten Nacht auf Bali alleine entdeckte ich ein ziemlich grosses Gecko an der Wand, auch Tokeh genannt und schlief nur mit Licht. Nachts „fiebte“ es im 3 Stunden Takt ziemlich laut und ich habe kein Auge zugetan. Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt, Geckos sind harmlos, fressen Ungeziefer und gelten auf Bali im Haus als Glücksbringer.

 

 

 Strand in Canggu, Bali

 

 

Ist es gefährlich nach Bali zu reisen?

„Ist Bali nicht zu riskant?“ werde ich oft gefragt. Oder auch: „Du reist alleine als Frau durch Asien, das ist doch super gefährlich?“ Das sind  Fragen die ich häufig höre. In der deutschen Presse häufen sich die Schreckensmeldungen. Unruhiger Vulkan, Dengue Fieber, Deutscher in den Wellen fast ertunken…das alles möchte ich auch nicht als harmlos darstellen. Indonesien liegt auf dem pazifischen Feuergürtel, Erdbeben können vorkommen. Auch meine Freundin und ich hatten  schon nach ein paar Tagen Bali unser erstes Erdbeben Stärke 5 und die Tische und Stühle wackelten. Die Gefahr im Strassenverkehr in Asien umzukommen ist jedoch weitaus grösser und wer einmal den Verkehr auf den Hauptstrassen Balis erlebt hat, der weiss wovon ich rede. Auch in Berlin ist die Gefahr durch einen Autounfall zu sterben grösser als bei einem Erdbeben auf Bali. Über die Gefahren als Frau alleine auf reisen, möchte ich in einem separaten Artikel eingehen. Es ist möglich sich gut zu schützen aber eine Garantie auf Sicherheit gibt es nicht. Sicherheit ist meiner Meinung nach eine Illusion der viele von uns nachhängen. Die meisten Unfälle passieren statistisch gesehen zu Hause bei der Hausarbeit. Auch wenn ich den Rest meines Lebens auf einer Ecke auf dem Sofa verbringe, kann ich einen Herzinfakt erleiden. Oder an Langweile sterben, was noch weitaus tragischer ist.

Warum ich mich auf Bali wohl fühle

Bali, das sind endlos, satte, grüne Reisfelder und warmherzige Menschen. Bali ,das bedeutet die grösste Auswahl schöner Cafes und Restaurants mit gesundem und unbeschreiblich leckerem Essen, die ich je auf der Welt auf einem Fleck gesehen habe. Bali das heisst atemberaubende Wasserfälle und Vulkane.

Bali ist Yoga in jeder Ecke, Kokosnuss trinken bei Sonnenuntergang am warmen indischen Ozean, elegante Beachclubs, ursprüngliche Dörfer und Homestays, wunderschöne Resorts und der Bali-Spirit der sich schwer in Worte fassen lässt. Viele sind für immer vom Bali-Virus infiziert und kommen jedes Jahr wieder.  Auch für mich könnte Bali eine weitere Base werden.

Bali ist aber auch unglaublich nerviger und gefährlicher Strassenverkehr, nie ohne Mückenschutz aus dem Haus gehen wegen Dengue Fieber und anderer Krankheiten, die Armut der Einheimischen im Kontrast zu den Luxusresorts, Umweltverschmutzung und der Massentourismus in der Hochsaison. Inonesien ist nach China der Hauptverursacher von Platikmüll. Da möchte ich Ubud positiv hervorheben, hier sind sogar die Strohhalme aus wiederverwertbaren Materialien. Warum nicht überall auf der Insel und auch bei uns in Deutschland?

Wenn ihr mich fragt? Das Positive und Schöne überwiegt, ich schliesse Bali jeden Tag ein Stück mehr ins Herz und werde hier nächstes Jahr 2 weitere Monate verbringen.

Mein Tipp: Nicht unbedingt in der Hochsaison buchen (Juli/August), wenn Bali völlig überlaufen ist. Besser ist es zum Ende und Beginn der Regenzeit. Da ist das Wetter noch sonnig und relativ trocken.  Für Yoga-Liebhaber, Vegetarier, Veganer oder generell alle die einen gesunden Lifestyle bevorzugen empfehle ich Ubud und Canggu. Ubud ist der hübschere, malerischere Ort aber in Canggu gibt es  jede Menge schöner Beachclubs und tolle Cafes. Auch Seminyak hat mir gut gefallen, dort war ich aber nur für einen Tag. Für Strandurlaub wurde mir mehrmals Uluwatu empfohlen im Südwesten der Insel und auch Atuh Beach (Nusa Penida) ist ein wunderschöner Strand.

Was du nicht sehen musst auf Bali:  Kuta. Die Hochburg der australischen Truck Fahrer die gerne mal den ganzen Tag mit Bierpulle im Pool feiern und hier ihren Jahresurlaub verbringen. Nicht unbedingt das was ich mir unter Bali vorgestellt habe. Wer mich kennt weiss, dass ich diese Stadt nur noch wenn unbedingt nötig betreten werde;) Auch der Strand ist für mich nicht schön, es sei denn man ist Profisurfer oder steht auf aufdringliche Verkäufer. Für alle die Ballermann lieben, ist Kuta aber genau das Richtige.

Anreise: 

Die Flugzeit nach Bali aus Deutschland beträgt je nach Zwischenlandungen 14-20 Stunden. Die meisten Linien machen Zwischenstopps in Singapur, Kuala Lumpur  oder Jakarta. Ich schaue immer bei Skyscanner nach Flügen, die Suchmachine finde ich am übersichtlichsten. Flüge gibt es ab 600 Euro. Es kommt drauf an welchen Standard man haben möchte. Vielleicht hast du Lust auf einen Zwischenstopp in Singapur? Eine schöne Stadt in der man sehr gut 1-2 Nächte verbringen kann. Oft hat Singapur Airlines ab Zürich sehr günstige Angebote. Möglich ist es auch über Bangkok zu fliegen (Eurowings hat nach meiner Erfahrung zumeist günstige Angebote aber auch Lufthansa hat oft Schnäppchenflüge) oder  auch über Kuala Lumpur (oft ab Berlin). Beides sind ebenfalls tolle Städte und von dort gehen mehrmals täglich Flüge nach Bali.

Warst du schon mal auf Bali oder möchtest gerne hin? Folge mir auf Instagram @jetlagrebels Ich freue mich auf deine Meinungen, Anregungen und Kommentare.

 

 

Reiseterrassen bei Ubud, Bali


Strand bei Canggu, Bali

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Gruss aus Bali xxx

Tina Ellen

 


Eines meiner Favoriten in Ubud, Restaurant „Zest“ mit Ausblick auf die Stadt

 

Fotos (C) Katharina Steinberger

Text: Tina Ellen Ciftci

Weitere Reiseziele findest du auf dem Blog unter „Jetlagrebels“

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