Wohngeld: Anspruchsberechtigte und Umfang dieser Leistung

Aus verschiedenen Anlässen haben wir uns einmal mit einem durchaus wichtigem Thema beschäftigt. Viele wissen immer noch nicht – dass es Wohngeld gibt! Mit dem Wohngeld unterstützt der Staat alle, die ansonsten ihre Miete finanziell nicht stemmen könnten. Der Kreis der Bezugsberechtigten ist groß, beantragen können das Wohngeld unter anderem Geringverdiener, Senioren mit niedriger Rente und Selbstständige mit geringen Einkünften. Das Antrags- und Berechnungsverfahren ist allerdings komplex.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Einen Anspruch auf Wohngeld haben alle, denen die Einkünfte aus Lohn oder Sozialleistungen nicht für die Bezahlung eines angemessenen Mietraums genügen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einige Sozialleistungen in Konkurrenz zum Wohngeld stehen. Beim Arbeitslosengeld 2, beim BAföG und bei der Berufsausbildungsbeihilfe übernimmt der Staat beispielsweise die Mietkosten, in diesen Fällen können die Empfänger nicht zusätzlich Wohngeld beantragen. Bei allen anderen stellen sich mehrere Fragen:

– Gilt der Wohnraum als angemessen? Das bezieht sich erstens auf die Größe, zweitens auf die Kosten pro Quadratmeter. Hinsichtlich der Kosten basiert die Einschätzung auf sogenannten Mietstufen, mit denen der Staat die unterschiedlichen Preise an verschiedenen Orten berücksichtigt. Insgesamt existieren sechs Mietstufen.
– Über welches Einkommen verfügen Antragssteller? Im Antragsverfahren zieht die zuständige Behörde sämtliche Einkünfte heran und beachtet, welche Lasten jemand zu tragen hat. Insbesondere Kinder führen zu erhöhten Freibeträgen. Es erfolgt eine individuelle Berechnung.
– Welches Vermögen besitzt ein Antragssteller? Wie bei anderen Sozialleistungen müssen Bürger bis zur einer bestimmten Grenze zuerst von ihrem Vermögen leben. Beim Wohngeld liegt die Grenze bei 60.000 Euro für den Antragssteller, jedes weitere Haushaltsmitglied schlägt mit 30.000 Euro zubuche.

Wie berechnet der Staat die Höhe der Leistung?

Die Berechnung ist kompliziert. Die Behörde legt zum einen alle Einkünfte zugrunde und zieht davon eine Pauschale für die Steuern und die Sozialversicherungen ab. Bei Arbeitnehmern beträgt diese Pauschale 10 %, bei anderen 6 %. Zugleich prüft sie, inwieweit das Vermögen zum Bezahlen reicht und ob die Kosten für die Wohnung angemessen sind. Letzteres hängt vom lokalen Mietspiegel ab. Wohnen mehrere Menschen in einem Haushalt, ist die Prüfung der Anspruchsberechtigung separat. Beispiel Studenten-WG: Wenn Student X kein Anspruch auf BAföG hat und Wohngeld beantragen will, ist es unerheblich, was sein Mitbewohner Y für ein Einkommen hat.

Die Beantragung des Wohngelds

Die zuständige Stelle ist jeweils bei der Kommune beziehungsweise beim Landkreis angesiedelt. Grundsätzlich nennt sich die Behörde im Verwaltungsjargon Wohngeldbehörde, sie heißt örtlich aber meist anders, zum Beispiel Sozialdezernat. Auf der Homepage der Stadt oder des Landkreises lässt sich das im Regelfall leicht herausfinden. Das Antragsformular gibt es entweder online oder direkt vor Ort. Zusätzlich müssen Antragssteller mehrere Nachweise einreichen, unter anderem über die Höhe der Miete und die Höhe der Einkünfte. Zweites unterscheidet sich von Fall zu Fall: Beschäftigte müssen beispielsweise ihre Gehaltsabrechnungen vorzeigen, andere Dokumente über empfangene Sozialleistungen und Selbstständige Steuerbescheide.

Hilfe bei der Beantragung von Wohngeld

Das Ausfüllen des Antrags auf Wohngeld überfordert manche. Sie sollten nicht klein beigeben: Es gibt diverse soziale Organisationen, die beim Beantragen unterstützen. Als Beispiele verdienen die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt Erwähnung.

 

 

Foto: Pixabay

 

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