Weihnachtsgeschichte:Shetland vs.Weihnachtsmann

In einem verschneiten kleinen Ort nahe der finnischen Grenze schloss Familie Sjogard die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest ab. Voll gespannter Vorfreude, mit leuchtenden Augen und Wangen, wurde der Weihnachtsbaum von Vater Peer und seinen beiden Kindern Svea und Kim aus der Kälte hereingeschleppt und an seinen angestammten Platz zwischen den beiden großen Fenstern im Wohnzimmer aufgestellt. Er war riesig und Kim konnte seine Schwester auf der anderen Seite des Baumes nicht erkennen, so dicht gewachsen war der mächtige Baum.
Mutter Lore war zur gleichen Zeit mit dem Kochen des Festmenüs beschäftigt und der Riesenschnauzer „Shetland“ ließ sie, durch den offenen Schlitz der Küchentür blickend, keinen Moment aus den Augen. Vielleicht würden seine Dienste als Bodenreiniger ja doch noch benötigt werden. Vielleicht so ein kleines Stück vom Braten oder so, das Newtons Gesetzen einfach nicht widerstehen konnte… Als es Abend wurde, zogen sich alle festlich an und konnten es kaum erwarten, dass der Weihnachtsmann endlich durch den Kamin hinab stieg und die ersehnten Geschenke brachte. Es war eine sehr kalte, klare Nacht und es hatte die ganze Woche zuvor geschneit. Die Kinder schauten erwartungsvoll hinaus auf die tief verschneite Winterlandschaft und wurden langsam ungeduldig. Da rieselte eine kleine Wolke Pulverschnee vom Dach herab und leises Tapsen verriet den Weihnachtsmann auf dem Dach. Ein kratzendes Geräusch, begleitet von lautem Schnaufen, drang aus dem Kamin und kündigte den Besuch an.

Shetland begann zu knurren und schaute neugierig in das große schwarze Loch hinauf, als ihm einige Rußstücke entgegen fielen.  Erschrocken kratzte er die Kurve und kam mit seinem Hinterteil an den Taster, der den elektrisch betriebenen Kamin aktivierte. Mit lautem Gejammer, aber ohne zu fluchen, flüchtete der erwartete Gast den Schornstein nach oben auf das rettende Dach. Dies war in seiner langen Dienstzeit ja noch nie vorgekommen!
Er beschloss, dass man es ihm nicht übel nehmen konnte, in diesem Fall den Weg über die ihm sicherer erscheinende Haustür zu nehmen, damit die Kinder ihre Geschenke erhielten. Schließlich drückte der Zeitplan. Er rutschte, den großen Sack voller Geschenke auf dem Rücken, einfach das Dach hinab. Dummerweise hatte Peer erst kürzlich die Dachrinne gefl ickt, sodass sich der Jutesack in einem heraus stehenden Nagel verfing und unerreichbar über dem sich hilfl os danach ausstreckenden Weihnachtsmann hängen blieb. Peer, Lore und die Kinder gingen aufgeregt hinaus und staunten nicht schlecht, diesen auf und ab hüpfenden Mann im roten Kostüm vor ihrem Haus zu sehen. Peer ging wortlos, aber mit einem nicht zu übersehenden Grinsen in die Garage und kam mit einer Leiter zurück, auf die er stieg, um endlich, endlich zur Sache zu kommen und den peinlichen Auftritt des Weihnachtsmannes zu beenden.

Mit einem kräftigen Ruck löste er den Sack voller Geschenke aus seiner Gefangenschaft und mit ihm ein solides Schneebrett, das alle 5 recht dominant einschloss. Shetland bellte wie verrückt und grub nach den Eingeschlossenen. Er fand natürlich, seiner Spürnase sei Dank, erst den Sack und der Geruch ließ ihn unverzüglich den eigentlichen Grund des Grabens vergessen. Er fi el über die zahlreichen Süßigkeiten her und blickte gekonnt betroff en drein, als er den sich immer stärker bewegenden Schneeberg sah, aus dem zornige
Augen den unschuldigen Hund anstarrten. Da stand nun die Familie. Lore lief die Schminke mit kleinen Eiskristallen vermengt die Wangen herunter und Peers Klamotten begannen samt Inhalt bereits Gefrierbrand zu entwickeln. Die Kinder standen mit vereister Mine regungslos da und versuchten zu lächeln, was keiner sehen konnte, weil ihre nassen Haare wie Perlenschnüre vor dem Gesicht hingen.

Der Weihnachtsmann hatte die Faxen dicke, entriss Shetland den Sack und stürmte in das Haus, um die Geschenke loszuwerden. Er vergaß dabei  leider die dünne, aber doch verhängnisvolle Eisschicht, die sich unter seinen Stiefeln gebildet hatte und so rutschte
er, mit weit aufgerissenen Augen und steigender Geschwindigkeit, der massivhölzernen Küchentür entgegen. Peer hatte noch nie einen ähnlichen Einschlag beobachtet und kam dem Weihnachtsmann zu Hilfe. Das reichte. Eine Stimme aus einem an der Decke  angebrachten Lautsprecher sagte: Uuuund Schnitt!

 

Frohes Fest und guten Rutsch!

wünscht Euch Andre Detroit
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