Was macht „die weisse Frau“ im ältesten Schloss Berlins

Das Jagdschloss Grunewald gilt als das älteste Schloss von Berlin. Zahlreiche Kurfürsten von Brandenburg, Könige von Preußen und die Deutschen Kaiser nutzten das sehr reizvoll gelegene Schloss am Grunewaldsee – von seiner Grundsteinlegung im Jahre 1542 bis 1918 – als Ort fürstlicher Jagd oder privater Zurückgezogenheit.

Das Gebäude im Stil der Frührenaissance, trug damals den Namen „Zum grünen Wald“ und hat später den gesamten Wald den Namen „Grunewald“ gegeben. Das Schloss selbst hat um 1800 auch die verkürzte Bezeichnung Grunewald übernommen.

Nach dreijährigen Sanierungsarbeiten ist nunmehr seit Mai 2009 das Schloss wieder für alle zugänglich und hat die Kunst
gleich mit einziehen lassen. Im April habe ich einen Besuch bei dem Kastellan Björn Ahlhelm mit einer Führung durch die aktuelle Ausstellung „Berliner Porträtmalerei vom Barock bis zum Biedermeier unter dem Titel „Von Angesicht zu Angesicht“ machen dürfen.
Dank des Kastellans war es eine interessante Reise durch die Vergangenheit mit spannenden Geschichten.
Eine Geschichte habe ich Euch mitgebracht, von der ich glaube, dass Ihr sie noch nicht kennt.

 

Die Legende von der „Weißen Frau“
Die Jagd, war damals kein ausschließlich männliches Privileg,
es war ein gesellschaftliches Ereignis, an dem auch die
Kurfürstin Hedwig von Polen mit ihrem Gefolge teilnahm.
Am Morgen des 5. Januar 1551 brach die Decke im alten Schloss am Grimmnitzsee unter dem Fürstenpaar ein.
Die Kurfürstin stürzte mit ihrer Kammerfrau in die Tiefe,
brach sich die Schenkel und spießte sich auf den in der Hofstube hängenden Geweihen auf. Der Kurfürst Joachim II. (übrigens, der Erbauer des Jagdschloss
Grunewald) blieb zwischen den Deckenbalken hängen und konnte unverletzt befreit werden.
Mit dem schlechten körperlichen Zustand seiner Gattin entschuldigte Joachim II. die danach einsetzende Verbindung mit Anna Sydow
(„ der schönen Giesserin“). Der Kurfürst zeigte sich ohne Scheu öff entlich mit seiner Mätresse, hatte ein Kind mit ihr und verbrachte mit Vorliebe oft längere Zeit im Jagdschloss Grunewald, wo sie dauerhaft wohnte.
Als der Kurfürst 1575 verstarb wurde Anna Sydow vom Sohn des Kurfürsten und somit auch Nachfolger – unrechtmäßig auf der Festung Spandau
festgesetzt. Auch sie verstarb 1575. Legenden behaupten, sie wäre lebendig in der Wand der kleinen Wendeltreppe im westlichen Eckflügel, die sie zu Lebzeiten immer wieder zum Kurfürst nach oben stieg, eingemauert und treibe seither um Mitternacht ihr Unwesen.

 

Wem das dann doch zu unheimlich ist, der bleibt fern vom westlichen Flügel. im Obergeschoss ist übrigens noch bis 31. Juli 2011 die Ausstellung „ Berliner Porträtmalerei“ zu bestaunen.

Interessant ist auch, dass das Schloss im Jahre 1967 als Kulisse für Edgar-Wallace Filme, wie z.B. „Die blaue Hand“ mit Klaus Kinski diente. Für den Kinofi lm „Wildgänse 2“ war das Jagdschloss ein idealer Drehort. 1997 bis 2007 war es sogar die Außenkulisse für die bekannte Kinderserie „Schloss Einstein“. Außenaufnahmen gab es
später dann noch für die Serie „Verliebt in Berlin“. Zwar fi nden derzeit noch ein paar Bauarbeiten statt, dennoch hat das Jagdschloss seinen Reiz nicht verloren. Der Parkplatz am Hüttenweg wird zeitnah wieder instand gesetzt sein. Der Waldweg zwischen Parkplatz
und Schloss ist auch noch im Bau, doch mit dem richtigem Schuhwerk ist der Weg dorthin leicht zu nehmen. Viel Spaß und wenig Spuk bei Eurem nächsten Spaziergang im Grunewald…

 

JAGDSCHLOSS GRUNEWALD
HÜTTENWEG 100
14193 BERLIN
WWW.SPSG.DE

 

Gastrotipp 1:

Ich bin versehentlich als erstes –  anstelle im Jagdschloss –  im Forsthaus Paulsborn reingestolpert, dort ist es wirklich sehr gemütlich und sie haben einen tollen Biergarten und sie haben spontan bei uns im Magazin mitgemacht. Also unser erster Tipp:

Wenn Ihr dem Jagdschloss Grunewald einen Besuch abstattet..könnt Ihr das Forsthaus Paulsborn nicht verfehlen. Ein Besuch lohnt.

Gastrotipp 2:

Wenn Ihr ein Stück weiter mit dem Auto fahrt, könnt Ihr bei Tommy Adam in der Weinstube La Fontaine gemütlich und mediterran im Hofgarten mit noch altem Hofpflaster einen schönen Wein trinken und Euren Spaziergang ausklingen lassen.

 

Foto: weisse Frau fotolia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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