Was haben schwarze Linien mit Tesla zu tun?

Wir besuchen die „Roobot-Academy“ auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof. Ins Leben gerufen wurde dieser Verein von Oliver Reinsch, Unternehmer (GF von jobeconomy.de) sowie Vater von zwei Kindern.

 

Oliver Reinsch

„Habt Ihr an die Otterfolie gedacht und schwarzes Klebeband? Wir wollen heute schwarze Linien programmieren“, tönt es fröhlich aus Oliver, dem Gründer der Roobot-Academy. Die bunte Runde Jungen und Mädchen wissen offensichtlich genau, was auf sie heute wartet. Ich verstehe jedoch nur Bahnhof. Doch als Oliver Reinsch zur Einführung des heutigen Themas über das iPad ein Video zeigte, war mir klar. Hier geht es um etwas Höheres.

Wir sahen uns ein Video von dem wohl innovativsten Elektrofahrzeug der Welt an, welches gerade den ganzen Automarkt umkrempelt – den Tesla! Jetzt verstehe auch ich, wofür Otterfolie und das schwarze Klebeband notwendig sind. Jedes Kind hat an seinem Laptop einen kleinen fahrbaren Computer zu stehen. Thymio heißt er. Ziel für heute: Lass Thymio auf der Otterfolie den schwarzen Klebebandstreifen entlang fahren. Programmiere den Roboter so, dass er die Spur hält und bei Abweichungen entweder nach rechts oder nach links zurücknavigiert.
Baue einen Stopp und Signale bei Hindernissen ein. Wer programmieren langweilig findet, wird hier eines Besseren bekehrt. Es ist gar nicht so einfach einen „fahrenden Fluss“ zu programmieren. Manche „Autos“ fahren noch etwas holprig der schwarzen Spur nach. Der eine oder andere, hat eine Richtung oder ein Signal vergessen. Jedes der kleinen Fahrzeuge leuchtet bunter als das andere auf. Dann, ein Mädchen ist die erste, die es geschafft hat, dass ihr kleiner „Thymio“ fast fehlerfrei den schwarzen Streifen langfährt. Es macht Spaß, die Kinder zu beobachten. Wie unterschiedlich die Ergebnisse doch ausfallen. Es blinkt, tönt, fährt rückwärts oder bleibt bei Hindernissen stehen.
Jeder hat sich etwas anderes einfallen lassen. Mitdenken und Kreativität ist hier durchaus gefragt. Als Hilfestellung hat das Programm eine grafische Programmieroberfläche, daneben stehen die Codes. „Die Kinder können sofort anfangen ohne Programmierkenntnisse.

Das ist ideal,um Kindern spielerisch zu erklären, wie programmieren funktioniert. Wer Programme schreiben will, muss sie erst verstehen“, erklärt Oliver. „Die Kinder werden hier animiert mit zu

Das ist Thymio, er macht das was du ihm beibringst

Das ist Thymio, er macht das was du ihm beibringst

denken und somit auch eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen“. Schon jetzt sind die Charakterzüge einzelner Kinder gut zu erkennen, die konsequente und unermüdliche Tüftlerin, der Ruhige und Besonnene Technikfreak, der emotionale und schon viel zu weit denkende Visionär. Zusammen sind sie ein starkes Team. Einer der Jungs hat seinen Thymio so programmiert, dass er seiner Handbewegung folgt. Der kleine Thymio reagiert sogar auf Klatschen, erkennt Hindernisse und gibt Signaltöne von sich. Die Begeisterung ist den Kindern anzusehen, genauso wie die Enttäuschung, wenn etwas nicht klappt. Doch aufgeben gibt´s nicht! Die Fortgeschrittenen (roobot e.V.) treffen sich in der Halle gleich nebenan. Ein großer Tisch mit Lego-Technik liegt auf den Tischen. Wie ich mir sagen ließ, das sind Lego-Mindstorm-Roboter. Zwei Jugendliche bereiten ihre Roboter für einen Wettkampf vor. Hier ist Leidenschaft für Technik nicht zu übersehen. Ein anderer genießt die Gemeinschaft und programmiert ein Spiel. Es wird getüftelt, Taktiken besprochen, gelacht und gespielt. Eine wirklich coole Sache! Wenn ihr Kinder habt, die sich für Computer und Technik interessieren, dann sind sie zum Starten in der Roobot-Academy gut aufgehoben.

Oliver Reinsch stellte den Kindern Fragen und ermutigt selbst Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und das Staunen über die Antwort nicht zu verlernen. Wenn ein selbstgebauter Roboter sein erstes Programm erhält und die Befehle das erste Mal ausgeführt werden, erkennen die Kinder, dass ein Projekt zu Leben erwachen kann. Sie können das Geschehene im wahrsten Sinne des Wortes beGreifen. „Diesen Augenblick genieße ich, das ist mein Glück!“, so Oliver Reinsch zum Abschluss unseres Gesprächs.

Autor: Anita Tusch

Mehr Info unter:
www.roobot-academy.de

www.facebook.com/roobotacademy

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