Von der Pensionärin zur Fernseh-Polizistin

Das Foto hat Peter Prötter von PR Fotopress gemacht http://pr-fotopress.fotoportopro.de/

Sie sieht schon klasse aus und ich weigere mich zu schreiben „für ihr Alter“! Gabi Przybulewski (54) ist seit 1999 pensioniert und tja,  was macht man eigentlich, wenn man sich den Alltag selbst gestalten muss?
Kennengelernt haben wir uns vor ein paar Jahren auf einer Benefiz-Veranstaltung in der Schöneberger Sporthalle. Obwohl sie vor Ort niemanden kannte, war sie damals von unserer Aktion so beeindruckt, dass auch sie ihren Teil dazu beitragen wollte und für die Tombola etliche (sehr liebevoll eingepackte) Präsente zur Verfügung stellte. Mein Stein im Brett hatte sie somit und fortan liefen wir uns immer wieder in Berlin auf diversen Veranstaltungen über den Weg. Immer öfters entdeckte ich Fotos im Polizei-Outfit und Ausschnitte aus Fernsehsendungen (auf facebook) . Es war an der Zeit nachzuhaken. Wir treffen uns am Tempelhofer Hafen.
1521427_599036546834679_1408331484_nGabi, was machst Du denn da? Erzähl mal, wie bist du da gelandet? „Haha, du glaubst es nicht. Also, wenn man pensioniert ist, musst du dir ja irgendwie eine Beschäftigung suchen. Glaube mir von Acrylmalerei bis hin zum Klavier spielen (ich bin übrigens talentfrei) habe ich alles ausprobiert. Doch irgendwann wird auch das langweilig. Es war im Jahre 2000 als ich mich bei filmpool (Film- u. Fernsehproduktion) bewarb. Damals starteten die Gerichtssendungen u.a. mit Barbara Salesch. Ich wollte da einfach mal reinschnuppern. Aufgenommen wurde ich als Polizistin – das ist übrigens mein richtiger Job gewesen, bzw. war ich damals mit Leib und Seele Polizeikommissarin im berühmten Abschnitt 31/Wache Bahnhof Zoo. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und wir waren ein tolles Team. Also, ich wollte mal reinschnuppern in diese Castings und habe mich in die Datei aufnehmen lassen – und dann habe ich lange 11 (!) Jahre nichts mehr von denen gehört. Ich sagte mir immer, ich bin wohl nicht geeignet und fand mich damit ab. Dann, unglaublich – im Jahre 2011 kam ein Anruf von filmpool. Sie haben eine Rolle für mich! Ich möge doch zu einem Polizei-Casting in die Stralauer Allee kommen.

Ganz mutig, habe ich mich auf den Weg gemacht. Doch der erste Satz, den ich hörte, war – „Sie sind ja gar nicht klein, 1dick und blond! Sorry, aber dann sind sie für die Rolle nicht geeignet.“ Ich habe es mit Humor genommen. Im Februar 2012 kam ein erneuter Anruf und dieses Mal sollte es klappen. Ich bekam meine erste Rolle als Polizeibeamtin in „Familienfälle“ (heute „Anwälte im Einsatz“) Eigentlich war es nur eine Komparsenrolle. Ich sollte einen Polizisten begleiten, der eine Todesmitteilung aussprechen sollte. Spontan beschloss damals der Regisseur, dass es vielleicht besser wäre, wenn eine Frau das macht. Dies war meine erste Sprechrolle und fortan habe ich immer wieder Einsätze als Fernsehpolizistin gehabt.
Musst Du die Drehbücher auswendig lernen? Nein, du bekommst zwar ein Drehbuch, solltest dich jedoch mit den Inhalten vertraut machen. Am Set wird dann improvisiert. Wichtig ist, die Anschlußstellen zu kennen. Du musst Dich in die Situation reinversetzen. Als ehemalige Polizistin fällt mir das natürlich überhaupt nicht schwer.

Was macht dir an diesen Einsätzen besonders Spaß? Ich liebe die Kommunikation mit anderen. Wir haben absolut nette Drehteams, gehen respektvoll miteinander um. Teils haben sich sogar schon Freundschaften gebildet und – ich habe eine Aufgabe in meinem Alltag. Was ich gut finde, ich habe in dieser Zeit vor Ort immer unheimlich viel Spaß. Filmpool sucht übrigens immer wieder Komparsen, bzw. Laiendarsteller.
Entwickelt man einen gewissen Ehrgeiz beim Dreh? Also ich habe schon einen gewissen Anspruch an mich selbst. Ich war eine gute Polizistin und im Fernsehen möchte ich authentisch rüberkommen. Ich bin aber eher dankbar dafür, dass ich dabei sein darf.
Worum geht es am Set? Nimm dir die aktuellen Tageszeitungen als Basis, was dort drin steht, handeln wir ab. Alle täglichen Probleme von Verhaftungen, Ermittlungen bis hin zu Vernehmungen, wie im wahren Leben – aber bei uns sind immer die Anwälte die Helden – lacht.
Du bist so ganz nebenbei noch 3. geworden bei den Miss Germany 50+ Wahlen, wie war das? Ja, richtig, was man sich in der Jugend nicht getraut hat, lächelt verschmitzt. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. In unserem Alter gibt es zum Glück kein Zickengehabe mehr und ich freue mich schon jetzt auf ein Treffen mit den ersten beiden „Missen“ in Heilbronn.

Lieben Dank für Deine Zeit, Gabi
www.facebook.com/gabriele.przybulewski

 

 

Peter Röther PR-Fotopress Foto privat

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