Vincent Kliesch: Tod auf hohem Niveau

Vincent Kliesch hat eine Vorliebe für zerstückelte Leichen. Und für Serienmörder, deren Putzfimmel das deutsche Reinheitsgebot weit übersteigt. Nach „Die Reinheit des Todes” und „Der Todeszauberer” ist im April „Der Prophet des Todes”, der dritte Band seiner Trilogie um Hauptkommissar Julius Kern, erschienen. Auf hohem Niveau seziert Kliesch auch dieses Mal die Leichen, schockiert und elektrisiert. Zum Interview treffen wir uns in einem Café am Mexikoplatz. Der Schriftsteller und Moderator lebt in Zehlendorf.

Wie hat der Tag heute für Dich angefangen und was gab‘s zum Frühstück? Untypisch. Um 7 Uhr haben mich
die Handwerker in meiner neuen Wohnung aus der Dusche geklingelt. Gefrühstückt habe ich eine Milchschnitte. Normalerweise gibt es Früchte und Müsli oder Rührei. Dabei checke ich meine Mails. Ich arbeite oft bis 4 oder 5 Uhr morgens und wache entsprechend spät auf. In der Nacht kann ich in Ruhe arbeiten und bin mit meinen Gedanken allein. Wenn ich in den Filmpark Babelsberg muss, trifft
man mich gegen 12 Uhr in der Kantine.

Der letzte Band Deiner Trilogie um Hauptkommissar Julius Kern ist gerade erschienen. Die Bücher sind keine leichte Kost, dafür durchweg spannend und absolut nicht vorhersehbar. Gibt es literarische Vorbilder? Die gibt es tatsächlich. Will Graham, der FBI-Agent aus „Roter Drache”, der mit Hilfe des Kannibalen und Psychiater Hannibal Lecter Jagd auf Mörder macht. Julius Kern habe ich mit ähnlichen Eigenschaften ausgestattet, wie sie Graham hat. Kern hat aber auch sehr viel von mir bekommen, etwa meinen tief ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Tassilo ist ähnlich wie Lecter nicht berechenbar und angstfrei. Das macht ihn so faszinierend.
Die Zerstückelung der Leichen in Deinen Büchern ist sehr anschaulich beschrieben. Woher hast Du dieses doch sehr spezielle medizinische Wissen? Adrian Oplach, ein befreundeter Arzt, ist mein Joker. Er hat große Freude daran, mich medizinisch für meine Krimis zu beraten und denkt sich diebische Sachen aus. Verschiedene Schädigungen, wunderbar ekelhaft. Wenn ich schreibe und einen Mord plane, mir die Durchführung aber Probleme bereitet, schließlich muss es realistisch und glaubhaft
sein, bitte ich ihn, eine Lösung zu finden. Er sagt mir dann, wo ich die Säge ansetzen kann, ohne dass zu viel Blut fließt oder wie verschiedene Gifte und Schlafmittel wirken. Die Figur des Gerichtsmediziner in meiner Trilogie ist ihm gewidmet. Außerdem gibt es bei der Polizei in Berlin eine Stelle, die Autoren berät.
Authentizität ist ein Merkmal Deiner Bücher. Als ich „Die Reinheit des Todes” gelesen habe, habe ich noch nahe dem ersten „Mordschauplatz” in Charlottenburg gewohnt. Ab da fand ich die Gegend ganz schön gruselig. (lacht) Die Trilogie spielt in Berlin und ich möchte, dass die Leser sich vorstellen können, wo eine Szene spielt oder was gerade passiert. Zum Beispiel die Punks, die die Scheiben der Autos putzen. Oder Wege, die im Moor enden.

Dein Erfolg war eine ziemliche Überraschung. Und wie! Ich habe „Die Reinheit des Todes” an die elf größten Verlage in Deutschland geschickt. Nur Blanvalet hat sofort zugegriffen und das Buch wurde ein Erfolg. Danach haben sich auf einmal auch die anderen Verlage um mich gerissen, aber ich bin bei Blanvalet geblieben. Dort bin ich in guten Händen.
Bleibt es bei der Trilogie oder wird es doch eine Fortsetzung geben? Sagen wir so, ich halte mir die Option offen, dass es weitergehen kann. Aber ich habe auch Lust auf Neues und der Klassiker ist die Trilogie.
Gibt es einen Wunschdarsteller für die Rolle des Julius Kern, wenn die Trilogie verfilmt würde? Christian  Berkel! Und Johannes Krol für Tassilo. Christoph Waltz wäre dafür auch sehr interessant.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte: Mononna Ciccone.

Mehr über den Autor: www.vincent-kliesch.de

 

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