Umzug!

Es kommt nicht oft vor, dass ich umziehe. Zuletzt ist das fast ein Jahrzehnt her. Gut, na dann mal los auf Wohnungssuche. Das Budget ist recht hoch, da wir zu zweit sind. Optimistisch sind wir in die Suche gegangen. Klassische Portale wie Immobilienscout24 sowie Immonet haben wir natürlich auch für die Suche genutzt.

Die Angebotesind teils überschaubar. Natürlich wollen wir im Süden Berlins bleiben. Die meisten Anbieter melden sich jedoch nicht zurück. Wahrscheinlich ist die Nachfrage zu hoch. Da wo wir schnell ran kamen, wurden wir manchmal gar misstrauisch. Auch ist nach mehreren Wochen Wohnungssuche schnell feststellbar, auf welchen Wohnungen die Vermieter offensichtlich sitzen bleiben.

Man kann es kaum glauben, aber das Thema Servicewüste Deutschland kommt hier mit voller Wucht zum Tragen. Unabhängig davon, dass es offensichtlich qualitativ nur sehr wenig Wohnungen gibt, die offensichtlich gut gepflegt werden – ist es sehr traurig, wie viele Wohnungen in einem äußerst erbärmlichen Zustand sind. Hinzu kommt: Heutzutage ist es ja wohl nicht mehr üblich, eine Küche vorzufinden. Ein hoher Investitionsfaktor kommt da auf einen zu. Auch die Frage auf Mietfreiheit für ganz offensichtlich notwendige Renovierungsarbeiten wird oftmals abgelehnt. In einer Wohnung verlangte man sogar, dass alte Einbauten entfernt werden müssten. Unglaublich, jetzt muss man noch Entrümpelungsteam mimen. Das einzig Gute war in der Wohnung, dass es noch gut erhaltene Rollos von Velux zum Verdunkeln gab, die hätte ich unüblicherweise sogar noch behalten, weil sie noch super funktionsfähig waren, gut aussahen und wir sonst hier noch hätten investieren müssen. Ansonsten bin ich eher dafür, alles was drin war..jemand anderes gehörte…raus!  Ach so ja, und ne Mauer  im Wohnbereich hätten wir noch wegstemmen können, wenn sie uns stört. Schön, war sie nicht und so fehl am Platz. Gut, nein nicht gut! Für eine Mietwohnung so viel Aufwand. Das kann sich nicht wirklich lohnen. Wir waren schon fast verzweifelt.

Natürlich haben wir auch viele schöne…und/aber sehr teure…Wohnungen gesehen. Doch es ist unglaublich, wie anmaßend manche Vermittler mit den Menschen umgehen. Ein tja..Makler oder Vermieter in Lichtenrade – wir wissen es nicht so genau, kam erst zu spät, dann brachte er uns in die Wohnung, die wir uns anschauen sollten und verschwand. Fragen, die wir hatten konnten wir nicht klären. Wir suchten dann nach dem Vermieter, der inzwischen im unteren Bereich des Hauses sich offensichtlich auf neue Besucher vorbereitete. Nachdem wir ihn fragten, ob wir uns vielleicht auch die Wohnungen im unteren Bereich anschauen dürften, antwortete er ganz frech: Das können Sie sich sowieso nicht leisten!

Wow, ich schaute meinen Freund an und konnte gar nichts sagen, da ich geschockt war von so viel Arroganz und Dreistigkeit. In Tempelhof schauten wir uns ein noch nicht fertiggestelltes Haus an. Wir landeten auf einer ungesicherten Baustelle, die vom Wegesrand zum Haus nur zum Balancieren auf Brettern erreichbar waren. Wir waren 2 Minuten zu spät, doch die Begehung hatte schon angefangen. Als wir die Menschenmassen  endlich erreichten, hörten wir von Seiten der Vermietung nur eigenartige Sprüche: Also, Sie müssen schon damit rechnen, dass es hier sehr laut werden kann! Oder „Der Vermieter wird hier jetzt nicht mehr so viel investieren“ (wohlgemerkt, wir befanden uns auf einer BAUSTELLE). Die Wände, sind schon sehr dünn hier!

Uns blieb nichts anderes übrig, als einfach zu gehen! Warum soll ich in ein Haus ziehen, wo die Wände „schon sehr dünn“ sind und wo es „schon sehr laut“ werden kann. Wir fragten uns, woher die Vermieterin diese Infos hatte. Das grenzt entweder an Sabotage oder unendlich ungeschminkter Ehrlichkeit!

Das nächste Problem, wir kamen hin und wieder in die „Endrunde“, mussten jedoch oftmals hinterher telefonieren, da wir kein Feedback bekamen. Erst bei unserem letzten Versuch, eine Wohnung zu erhaschen – die uns wirklich gefiel – bekamen wir erstmalig eine ehrliche Antwort: Tja, ist zwar toll, was ihr zusammen verdient. Aber ihr seid beide selbständig. Wir hätten lieber Mieter mit festem Gehalt!

Tja, irgendwas ist ja immer! Glücklicherweise haben wir den Zuschlag dann doch bekommen und können in eine wirklich sehr schöne Wohnung ziehen. Das ist schon ein Erlebnis, so eine Wohnungssuche! Hoffentlich dauert es wieder über ein Jahrzehnt, um sich dann wieder auf die Suche zu machen.

Was habt Ihr so erlebt? Geht ihr mit uns konform oder habt ihr gar Schlimmeres erfahren? Schreibt uns an info (at)clique-sued.de 

 

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