Über den Dächern Berlins

Martina Bernburg schreibt uns….

Im Braut- und Abendmode-Atelier von Friederike Fiebelkorn über den Dächern Charlottenburgs entstehen normalerweise in liebevoller Handarbeit traumhafte Kleider aus Spitze, Organza, Taft, Chiffon und Tüll. Heute sind wir allerdings hier, um die neue Kollektion dieser kleidgewordenen Träume zu fotografieren. „Wir“, das sind die Fotografen Yvonne und Sebastian Fischer, die Modelle Nadine, Simone und Vanessa und meine Wenigkeit, Make-up Artist Martina Bernburg.

Am Anfang eines solchen Shooting-Tages steht immer erst einmal das kontrollierte Chaos: Der Zuschneidetisch wird in ein Make-up Studio verwandelt, im Atelier werden Möbelstücke und Kleiderpuppen hin- und hergerückt, Und während ich das erste Modell mit Pinsel, Kamm und Puder (und noch ein paar anderen Produkten…) in eine traumhaf te Braut verwandele, näht die Designerin noch schnell Spitze auf ein Haarband und die Fotografen leuchten das erste Shooting-Motiv aus: den Balkon. Der Himmel ist strahlend blau, ab und an zieht ein fluffiges Wölkchen vor- bei, ein idealer Hintergrund für die ersten beiden Motive.

Es wird posiert, gelacht, getanzt, die Lippen nachgeschminkt, verrutschte Haarsträhnen wieder glattgekämmt, und wenn die Fotografin mit dem Motiv zufrieden ist, geht es ans Umziehen, Umfrisieren, Kleider abstecken, Blitzanlagen durch die Gegend tragen – und zwischendurch jede Menge Latte Macchiato aus stilechten Gläsern trinken, mit Kaffee geht die Arbeit doch gleich doppelt so gut von der Hand.

Simone bekommt ein Spitzenband in die Locken, Vanessa einen falschen Zopf ins geflochtene Blondhaar und Nadine eine rote Rose in die Zwanziger Jahre Wasserwelle. Als wir unsere Braut im Treppenhaus vor dem bezaubernden Jugendstil-Spiegel fotografieren, gratuliert ein freundlicher Herr, der gerade den Hausflur betritt, unserer Modell-Braut ganz herzlich. Ob er sich nicht wundert, wo der Bräutigam abgeblieben ist?

Die großen Flügeltüren des Ateliers müssen als Kulisse herhalten, der Fahrstuhl, das Treppenhaus, alles, was einen malerischen Hintergrund abgibt, wird ausprobiert, zwischen durch sitzen wir auf den Treppenstufen und schauen durch den Fahrstuhlschacht zu, wie die Blitzanlage eine Etage tiefer immer wieder das Treppenhaus erhellt. Es fängt schon an zu dämmern, wo ist nur die Zeit geblieben? Das letzte Kleid, die letzte Locke, der letzte Schleier – geschafft! Wir sind erschöpft und glücklich und stoßen mit Prosecco an, damit das Aufräumen, Abbauen und Einpacken nicht ganz so mühsam ist.

Inzwischen ist es längst dunkel. Ein langer, schöner, anstrengender, erfolgreicher Tag liegt hinter uns – die wunderschönen Bilder beweisen es.

Keine Antworten zu "Über den Dächern Berlins"

    Hinterlasse einen Kommentar

    Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.