Turmkunst – Larissa schreibt uns…

Bärpinsel am Bierpinsel Berlin

Larissa Laternser von Turmkunst….schreibt uns…:

Aus dem Autoradio dröhnt „She’s like a Rainbow“, ich fahre am Turm vorbei, schaue auf das bunte Ergebnis und freue mich über die Rolling Stones: Im letzten halben Jahr gab es in Berlin Süd West auch einige rollende Steine,  eine Veränderung:

Im April 2010 startete ein spektakuläres, einzigartiges Open-Air-Kunstprojekt in Berlin. Die internationalen und weltweit bekannten Street-Art Künstler Honet (Frankreich), Flying Förtress (Deutschland), Craig ’KR’ Costello (USA) und Sozyone (Spanien) hatten sich in Steglitz eingefunden, um dem vergessenen Berliner Wahrzeichen in Steglitz  ein neues Gesicht zu geben. Das Projekt unter der Leitung der Kuratoren Tornow, Grau und Link (Vicious Gallery, Hamburg) lief ganze sechs Wochen. 2000 qm Fassadenfläche wurden in 40 m Höhe komplett angemalt! Täglich arbeiteten die Künstler von einem winzigen Fassadenlift aus an der roten Wand – und ganz ehrlich, wer hätte das gedacht?

Noch bevor es los ging, war es an mir ein Team zu finden, das verrückt genug sein würde, um diesen Traum umzusetzen. Eigentlich ging alles ganz langsam los: Nachdem die Künstler eine Planungswoche in Berlin verbracht hatten, stellte unser Filmexperte Christian Müller einen Trailer ins Netz. Zu sehen war der Turm, die Künstler und einige Fakten zum Projekt. 24 Stunden später konnten wir auf Youtube bereits mehrere 1000 Klicks vermerken: Über Nacht hatten Kunstforen auf der ganzen Welt auf das Projekt hingewiesen. Die Resonanz war einfach unglaublich!

Ein paar Tage später startete unser Praktikant Sascha einen Fotoblog auf Streetfiles (einer Photo-Community der Graffiti- und Photo-Kunstszene). Der Blog sollte zeigen, wie es hinter den Kulissen zuging: Die Lieferung der ersten tausend Sprühdosen, die TÜV Einweisung und Sicherheitsschulung der Künstler: Jeden Tag gab es etwas Spannendes zu berichten.

Als es im April endlich los ging und der deutsche Künstler Flying Förtress den ersten „Pinsel“strich wagte, feierten wir den Auftakt auf dem Brunnenplatz. Die Berlinliebhaber ließen es sich nicht nehmen Steglitz aufzumischen: Starfriseur Udo Walz sang gemeinsam mit Visagist Rene Koch „Die Berliner Luft“, Schauspieler Sven Martinek „der Clown“ seilte sich in einer spektakulären Aktion vom Turm ab um die erste Sprühdose zu überreichen und die Band Livingston spielte feinsten Rock!  TVBerlin Sternchen Sarah Breuer führte durch das Nachmittagsprogramm und auch meine Freundin Tanja Bülter von RTL ließ es sich nicht nehmen, die rote Schleife zum Turm zu durchtrennen, bevor Szenehelden wie Rolf Eden, die Street Art Ausstellung auf der zweiten Etage bewunderten.

Natürlich ging es arbeitstechnisch nach dem 1. April erst richtig los: Während der Turm zu einem Kunstwerk wurde, organisierte das Büroteam verschiedenste Veranstaltungen: Mit dem KIKA Moderator Juri luden wir zum Weltkindermaltag in die Galerie, meine Mitarbeiterin Inara hatte mit über 60 Kids jede Menge zu tun!
Nicht weniger schwitzten Sascha und Malte, die sich vorgenommen hatten, den U-Bahnhof Schloßstraße in mehreren Nachtaktionen gemeinsam mit der BVG umzugestalten (ein Spaziergang lohnt sich!). Während die Künstler Sam Crew, Wurstbande und PeachBeach Gemälde an die Wände zauberten, fotografierte der Schauspieler Manuel Cortez Aktion Sportler auf der Rolltreppe. Seine Arbeiten zeigte er kürzlich in der Oranienburgerstraße in dem Flagshipstore von CROSS, die eine limitierte Edition Turmkunst T-Shirts verkaufen.

Mein junges Team hat ein Jahr hart gearbeitet um das Projekt auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt zu machen. Mittlerweile bekommen wir Post aus Hong Kong: Ein Magazin berichtet über mehrere Seiten. Eine Anfrage aus Japan flattert ins Haus, unsere Pressefee Anna mailt schnell noch einige Bilder an Erwin Decker, der einen Reiseführer Berlin für den Holländischen und Belgischen Markt schreibt. Katerina aus Griechenland schickt mir einen kurzen Bericht der in einer Athener Tageszeitung über Turmkunst erschien und meine Projektleiterin Rebecca hält ein französischen Touristenführer in der Hand: Auf dem Deckblatt: Der Turm.

Und jetzt? Wir haben einen neuen Mieter, der im Frühjahr 2011 eröffnet. Bis dahin passiert noch jede Menge: Das Künstlerteam Innerfields pinselte einen riesen Berliner Bären an den Stamm des Turms und im August erscheint unter dem Titel ‚TURMKUNST – Ultimate Street Art’ ein Fotodokumentation von JUST im Jaron Verlag. Am 9.9.2010 wird das Buch um 18:00 von Hugendubel in der Schloßstraße vorgestellt, vielleicht sehen wir uns ja da? Ich würde mich freuen!!

Viele Grüße aus dem Auto,
singt zur Melodie von „She’s like a Rainbow..”– Larissa Laternser

Mehr Informationen zum Projekt und ein Online-Souvenirshop: www.turmkunst.de

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