Tschüühüüsss 2014

 

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu.  Oftmals habe ich das Gefühl gehabt…Atemlos..durch das Jahr zu gehen und einfach nur zu funktionieren- oder ebend auch nicht!

Für die CLIQUE mitsamt unserem Team war es ein absolut turbulentes und hartes Jahr. Und gleich zu Anfang meines Rückblickes möchte ich mich GANZ HERZLICH <3 für dieses tolle Team bedanken, die ungebrochen mit allen Höhen und Tiefen an meiner Seite sind. Auch ganz wichtig, meine Mone von Spreepulver, die redaktionell , speziell die erste Ausgabe des Jahres 2014 sehr stark unterstützte.

Auch ganz stark  ganzjährig mit dabei, das liebenswerte Team sowie die Inhaberin Ute Weißgerber-Knop vom Weißgerber Lesezirkel, die für uns das Magazin mit verteilen und mir bürotechnisch in diesem Jahr Unterschlupf gewährt haben. Klasse Aktion gleich zu Beginn des Jahres 2014!

Trotz schwerer Umstände und zu guter Letzt mit Hilfe von so vielen Menschen, konnten wieder alle CLIQUE-Print-Ausgaben in diesem Jahr realisiert werden. Ich kann gar nicht aufhören, DANKE zu sagen,  auch allen Kunden sowie „Schreibern“, die hierfür mit verantwortlich sind und mitgemacht haben und auch meinem Umfeld,  welches mir immer wieder Mut gemacht hat und für mich da gewesen ist.

Einen Moment möchte ich das Jahr gedanklich  Revue passieren lassen:

Für mich persönlich begann 2014 mit der letzten von 12 Chemos (05. Januar). Ich war am Ende meiner Kräfte, doch es ging irgendwie immer weiter. Die erste Ausgabe musste Anfang Februar fertig werden -jedoch warteten  zwei OP´s zusätzlich auf mich.  Der Tumor in meiner Brust und 6 Metastasen im Lymphsystem wurden Mitte Februar entfernt.

Ende März startete ich mit 37 Bestrahlungen. Das zog sich über 7 Wochen lang hin.  Im Mai musste die 2. Printausgabe fertiggestellt werden. Im Juni endlich eine Atempause in Form einer 4-wöchigen Reha/Kur. Manche meinten, das wäre ganz schön langer Urlaub. Ein wenig ärgerte ich mich über solche Bemerkungen – denn ganz sicher, ist solch eine Reha bzw. Kur nicht mit Urlaub zu vergleichen. Ganz ehrlich, den Urlaub brauchte ich danach erst recht und fuhr eine weitere Woche in mein Heimatland Griechenland – was mir sehr gut tat.

Unglaublich,  wie naiv ich (glücklicherweise) zu dem Zeitpunkt war, ich dachte doch tatsächlich –  „und dann aber, geht es endlich so weiter wie früher!“ Heute frage ich mich oftmals – muss wirklich alles so weitergehen – wie früher?!

Also weit gefehlt. Wie früher ist es bis heute nicht. Die Realität holte mich recht schnell auf den Boden der Tatsachen. Nach der Therapie landete ich erst einmal in einem sogenannten und für mich völlig unerwartetem Therapieloch. Glücklicherweise war ich größtenteils mit der 3. Print-Ausgabe des Jahres beschäftigt und somit gut abgelenkt.

Dennoch, etliche Emotionen, körperliche sowie seelische Stürme waren auszustehen. Ich war sehr glücklich, dass ich den Krebs besiegen konnte und  noch am Leben war, dennoch schaffte ich es nicht, diese Freude in mir aufkeimen zu lassen. Aber dafür hatte ich auf einmal auch Wutphasen, ja, schrecklich wütend war ich – auf den Krebs. Was er für Veränderungen mit sich brachte und wie er mein Leben und meinen Körper bestimmte. Ich habe mir sagen lassen, dass das „normal“ sei und dass nach solch einer Therapie etliche Phasen zu bewältigen seien. Nun gut, auch da muss ich wohl durch.

Im September konnte die CLIQUE dann ihr 4jähriges Bestehen feiern. Fit war ich noch nicht und selten so angespannt wie an diesem Tag. Als ich nach Hause fuhr, rollten mir ununterbrochen die Tränen. Fragt mich nicht warum, ist halt manches Mal so.

Nach außen hatte es – wie ich oft hörte – den Anschein, dass ich alles problemlos weiter führen konnte. Doch das täuscht und ich möchte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass meine Krebs-Therapie ein Spaziergang war.

Sicherlich bin ich oftmals sehr humorvoll, teils sogar mit schwarzem Humor mit meiner Situation umgegangen. Das ist aber schon immer meine Art gewesen mit schwierigen Situationen  umzugehen.

Ende November gab es die erste Nachuntersuchung. Unglaublich, welch ein Druck und eine Angst auf einem lastet. Dann das Ergebnis: Es ist alles okay! Puhhh! Endlich fing ich an, mich an den Zustand des „wieder gesund sein“  anzufreunden. Wie gesagt, das war Ende November! Und die Vorfreude in mir auf ein „normales“ Leben stieg endlich wieder an!

Für die Print-CLIQUE gab es den ersten Einbruch nach meiner Kur. Da ich über vier Wochen lang den Weg des Zurückziehens vorzog und in dieser Zeit mich wirklich nur auf mich konzentrieren wollte, litt natürlich die 3. Ausgabe darunter. Und ganz ehrlich, ich war komplett ausgelaugt, fix und foxi und konnte und wollte nicht mehr stark sein. Es war mir egal, Hauptsache – die Ausgabe geht in den Druck!

Für mich war diese Reha unendlich wichtig und ich habe keinen Tag bereut. Für meine Selbständigkeit war es der erste Einbruch. Die August-Ausgabe war finanziell auf einem Niedrigstand. Die Leser, Kunden oder ihr, habt es nicht gemerkt. Da ich nach der Kur nur drei Wochen Zeit hatte mit der Akquise – riss es den Umsatz ziemlich nieder. Doch für mich kein Grund zur Sorge, denn der Einbruch war nicht wirklich existentiell und die letzte Ausgabe in diesem Jahr konnte diesen Missstand halbwegs wieder auffangen.

Zudem habe ich während meiner ganzen Krebs-Therapie eines gelernt – mir keine Sorgen mehr zu machen! Es ist eine unnötige Belastung. Ihr wisst schon, hatte ich schon einmal beschrieben: Sich Sorgen machen ist, wie im Schaukelstuhl sitzen. Er bewegt sich hin und her, aber vorwärts kommste nicht!

Wie gesagt, der erste Einbruch kam erst nach der Therapie und ich bin froh darüber, dass wir die ersten vier Ausgaben nach meiner Krebs-Diagnose halten und realisieren konnten. Viele Fragen sich, wie ich das alles mache. Und deswegen möchte ich auch ganz offen zu Euch sein – ich habe keine Ahnung!!

Dass ich bis heute nicht aufgegeben habe, ist den vielen treuen sowie auch neuen CLIQUE-Unterstützern und allen anderen CLIQUE-Kunden zu verdanken, die beständig dabei geblieben sind oder neu hinzugekommen sind und mir immer wieder Mut machen, nicht auf zu geben. Aber auch Eure Kommentare, Mails, Chat-Nachrichten, Anrufe oder die realen Begegnungen und Gespräche geben mir bis heute unheimlich viel Kraft immer weiter zu machen. Alleine ist solch eine Phase nicht zu schaffen. Ich lernte mir helfen zu lassen.

Auch wenn ich für viele von Euch den Eindruck vermittelt habe, dass es mir super geht, ich viel unterwegs bin und immer gut drauf – so möchte ich Euch nicht vorenthalten, dass es selbst nach der Therapie viele dunkle Stunden gab. So „einfach“, habe ich mein „Krebsjahr“ nicht weggesteckt. Oftmals habe ich den Eindruck, dass vieles weitaus langsamer läuft, ich öfters Pausen einlegen muss und mit mir selbst sehr viel Geduld benötige. Aber, wenn ich so richtig darüber nachdenke, finde ich das gar nicht so schlecht, denn auch langsam kommt man vorwärts.

Doch aufgeben, das war und ist nie eine Option für mich gewesen. Und das ist auch genau das, was ich Euch mit meiner Art des Humors und auch dem Willen weiterhin Spaß am geselligen Leben haben zu wollen – rüberbringen  möchte.  Meine Botschaft an Euch ist einfach: Bitte, gebt niemals auf! Und macht schöne Dinge so oft ihr könnt!

Der Abschied von 2014 fällt mir persönlich überhaupt nicht schwer, ganz im Gegenteil – es wird Zeit sich zu verabschieden. Endlich!!!!  Ja, ich mache tausend Kreuze, dass es vorbei ist!!!!

Die Vorfreude auf das nächste Jahr hat mich schon eingefangen. Es gilt einiges wieder „aufzuholen“ und das Print- und Online-Magazin wieder auf einen stabilen Kurs zu führen. Darauf freue ich mich besonders!

Danke Euch und auch denen, die in meinem nahen Umfeld sind. Danke, denen, die so viel Geduld und Verständnis mit mir hatten. Danke allen, die bis heute noch an meiner Seite sind. Danke allen, die helfen, dass das Projekt CLIQUE bis heute weiter Bestand hat.

Einen großen Dank gilt auch unserem Webworker Mario Hillen, der  (nicht nur) durch seine Arbeit an einer neuen CLIQUE-Website, die etliche Tage Arbeit erforderte mir durch seine Bereitschaft an einem Redesign zu arbeiten,   das Gefühl des „Wirmachenweiter“ gegeben hat. Danke, Großer! <3 Du hast mir Auftrieb in einer für mich dunklen Zeit gegeben.  Habt Ihr es denn schon bemerkt, dass wir eine NEUE WEBSITE  haben?

Auch unser Grafik-Designer Sascha kümmert sich immer wieder um die grafischen Belange sowie  um die Realisierung des Print-Projektes. Er ist unermüdlich einsatzbereit, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ich ihn benötige! Und, obwohl ich oftmals auf dem letzten Drücker ankomme – ich bin halt langsamer geworden :-) – meckert er nie,hat immer ein offenes Ohr und „setzt einfach um“.

Die Jungs in unserem Team sind einfach klasse. Sie haben mir so viel Aufwind und Kraft gegeben nicht aufzugeben. Danke Jungs!

Auch ganz klasse unsere Tina Ellen Ciftci , Chefredaktion von www.glamourandthecity.de, die uns jetzt auch schon über ein gutes Jahr begleitet hat und immer so tolle Interviews mitbringt. Zuletzt das Interview mit Nora Tschirner zum Kinofilm „Alles Liebe“ sowie mit dem australischen Autor Anthony McCarten zum Kinofilm „Die Entdeckung der Unendlichkeit„. Lieben Dank für Deine Nachsicht und Geduld mit mir!

anita tusch vorwort dezember2014

An Euch schrieb: Anita Tusch, Chefredaktion CLIQUE

Und auf die Frage, die ich mir oft stellte, muss denn alles wirklich immer so weiter gehen wie früher? –  antworte ich heute ganz klar mit: Nein! Auch wenn einiges langsamer geht, kann es trotzdem …“weiter gehen“… :-)

In diesem Sinne, wünsche ich allen, die es geschafft haben bis zum Schluss diese Zeilen zu lesen einen guten Rutsch in das Jahr 2015. Ich schließe es heute Abend mit einem süffisanten Lächeln trotzig ab!

Lasst Euch von meiner Vorfreude auf das kommende Jahr ein wenig anstecken. Was auch immer kommen mag – gebt niemals auf – und macht so oft schöööööööne Dinge, wie ihr könnt <3

Rutscht alle gut rein!!! Tschüüüüühüüüüüssssss 2014!!!!!!

 

 

Foto oben: depositphoto

 

 

 

 

 

 

 

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