Tattoos bedeuten Toleranz

v.l.n.r. seht Ihr Birgit, Rafal, Eik un Nora

v.l.n.r. seht Ihr Birgit, Rafal, Eik un Nora

Wir befinden uns in einem geschichtsträchtigen, denkmalgeschützem Haus direkt am Flughafen Tempelhof. Seit November 2012 gibt es hier ein Tattoo-Studio. Betrieben wird es von Birgit. Bevor ich ankomme hab ich im Kopf, dass ich auf einen kleinen, dunklen schwarzen Laden treffen werde – doch es kam ganz anders.
Der Laden ist ganz im Gegenteil sehr großzügig angelegt, verdammt hohe Decken, hell, freundlich und irgendwie cool.  Che Guevara blinzelt mir ins Gesicht, ich bewundere die riesige Leinwandtapete mit einem zartblaugrauem Oldtimer, überlege ob ich die rote Couch oder den Hocker am Tresen wähle, eine hübsche Dame verlässt lächelnd den Laden. Ich spüre für einen Moment so etwas wie Freiheit. Birgit kommt auch gerade in den Laden und bietet mir sofort etwas zum Trinken an. Die nagelneue imposante Espresso-Maschine spuckt mir herrlichen Latte-Chai aus. „Eine wichtige Investition“, meint Birgit mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Wir planen sogar einen Coffee-Shop mit kleinen leckeren Snacks oder vielleicht auch mal eine Suppe mit anzubieten. Wir möchten, dass Kunstliebhaber und Tattoo-Fans bei uns verweilen, einfach miteinander reden oder sich austauschen können“. Die Idee find ich gut und stimme ihr zu, ein Meeting-Point für Kunst und Ideen – dass passt hier gut rein

Viele Jahre betrieb Birgit auf der kanarischen Insel Teneriffa einen Piercing- und Schmuckladen. Gemeinsam mit Tätowierern aus England, Spaniern und Südamerikanern hat sie gearbeitet und viele Erfahrungen sammeln können. Als die Wirtschaftskrise in Teneriffa Einzug hielt, entschloss sie sich wieder nach Berlin zurück zu kehren. Sie startete mit einem hervorragenden Team und konnte sich innerhalb kurzer Zeit im Süden Berlins etablieren.
Die Arbeiten gehen von Piercings, Permanent-Make-Up, Dermal-Ancor (Implantate) bis hin zu vielseitigen Tätowierarbeiten.
Auch unschöne Tattoos werden hier wieder schön gemacht. Das Team hat unterschiedliche Stärken und deckt somit eine breite Qualifikation ab: NORA (32), die Punk-Maus – ist Spezialistin für klassische Oldschool-Motive, RAFAL (34), gelernter Kunsttischler – ist das Allround-Talent mit Schwerpunkt Realistic und Portrait. EIK (28), gelernter Konditor, verziert lieber Arme. Seine Spezialitäten sind Realistic sowie Comic-Style, die französische Bulldogge beherrscht er perfekt. BIRGIT (50), Chefin ist spezialisiert auf Piercings, Permanent-Make-Up sowie Dermal-Ancor. Im Laden findet ihr unzählige Booklets mit Fotos und Zeichnungen von eigenen Entwürfen sowie vielen bekannten internationalen Tätowierern. Ein Tattoo gibt es ab 50,00 Euro. Doch aufgepasst, die Chefin lehnt auch Kunden ab, denn hier wird nicht nur informativ und sauber gearbeitet, sondern auch bei aller  Freiheitsliebe Verantwortung für die Kunden – manchmal auch abgenommen. So sind das Tätowieren auf Hände und Gesicht für Jugendliche ein absolutes Tabu. „Wir haben ein großes Verantwortungsgefühl für unsere Kunden, gerade bei Jugendlichen gehen wir achtsam und behutsam vor, denn bei aller Freiheit und Leidenschaft für ein Tattoo – so gibt es im normalen Alltag Grenzen, die gerade Berufseinsteiger bedenken sollten, erzählt Birgit.
Und hier spricht nicht nur eine ehemalige Erzieherin, sondern viele Jahre eigene Erfahrungen und etliche Lebensgeschichten,
die sie im Zuge ihrer Arbeiten von Menschen, die die Freiheit des Tattoos und die Grenzen von Toleranz erlebt haben….erzählt bekommen hat….

Kontakt:

www.ink-addicts-berlin.de, Manfred-von-Richthofen-Str. 2, (Eingang Dudenstr.2)
12101 Berlin (Nähe Platz der Luftbrücke), Tel.: 6911789

Ein Gutschein über 30 Euro findet Ihr in der aktuelle Ausgabe 3/2013

 

Ein paar Arbeiten von EIK

ein paar Arbeiten von RAFAL

ein paar Arbeiten von NORA

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