Spielzeug mieten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder wollen Spielzeug. Also ziehen die Eltern los und kaufen es – bis die Kinderzimmer überquellen. Muss das wirklich so sein? Ein Berliner Internet-Startup bietet Abhilfe.

Der französische Meeresforscher Jaques-Yves Cousteau sagte einmal: „Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“ Förderwütige Eltern, wie zum Beispiel die als „Tigermum“ bekannt gewordene Amy Chua, behaupten genau das Gegenteil und degradieren das Spielen zum Zeitvertreib der Dummen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen: Fordern und fördern ja, aber bitte nur so, dass Kinder auch noch Spaß daran haben und sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Das Berliner Startup Meine-Spielzeugkiste hat diesen Ansatz zu seiner Unternehmensstrategie gemacht und verleiht seit Februar pädagogisch wertvolle Spielzeuge für Kleinkinder.

„In den ersten sechs Jahren seines Lebens lernt ein Kind so viel wie nie wieder in seinem Leben. Dabei werden die Grundstrukturen im Gehirn gebildet. Ob sich ein Kind in dieser Zeit passiv beispielsweise von TV beschäftigen lässt oder aktiv spielt und entdeckt hat also einen großen Einfl uss auf seine Entwicklung“, sagt Gründer Florian Spathelf. Die Spielzeuge von Meine-Spielzeugkiste bringen deshalb neben Spaß auch einen Lerneff ekt. Gefördert werden zum Beispiel die Bereiche Motorik, logisches Denken oder Kreativität.

Geschäftsführer Florian Spathelf

Eltern können zwei, vier oder sechs Spielzeuge auswählen und sich kostenfrei nach Hause liefern lassen. Wenn die Spielsachen  ausgespielt sind, schickt man die Spielzeugkiste wieder zurück und sucht sich eine neue aus. Abgerechnet wird monatlich, je nach Kistengröße, zwischen 14 und 34 Euro. „Spielzeug ist eines der Güter, bei denen der wahre Wert in der temporären Verfügbarkeit und nicht im Besitz liegt“, sagt Florian. Denn: Kinder wachsen und entwickeln sich weiter und fi nden nach einer Weile sowieso das Meiste
wieder uninteressant. Eltern reagieren darauf, in dem sie immer wieder neues Spielzeug kaufen. Die Folge: überquellende Kinder-zimmer. Wahrscheinlich würden viele Kinder mit einem Drittel ihres Spielzeuges auskommen. Für die Kinder, die sich zu sehr an ein gewisses Spielzeug gewöhnt haben und es nicht entbehren wollen, bietet Meine Spielzeugkiste ihre Produkte auch vergünstigt zum Kauf an.
„Das Konzept der Spielzeugmiete gibt es in anderen Ländern schon länger, zum Beispiel in den USA und in Frankreich. „Was uns von Wettbewerbern abhebt, ist unser Fokus auf den pädagogischen Aspekt und das Abo-Modell. So sind Eltern völlig frei, wann sie das
Spielzeug zurückgeben und gegen neues eintauschen wollen.“, erläutert Florian Spathelf. Bei der Auswahl der Spielzeuge wird das Team deshalb von der Soziologin Cornelia Nitsch, dem Kinderarzt Dr. Bernhard König und von Testfamilien unterstützt. „Spielzeug wird gebraucht, weil Kinder spielen wollen und müssen. Spielen ist der Motor für die Entwicklung“, erklärt Cornelia Nitsch. Meine-Spielzeugkiste will deshalb herausfinden, was das beste Spielzeug für Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren ist und arbeitet an einem großen Spielzeugranking. Im November wird es fertig gestellt, dann sollen neue Spielzeuge ins Programm aufgenommen werden.

Langfristig wolle man auch europäisch denken und den Vertrieb im Ausland ermöglichen. „Schließlich wollen auch Eltern in anderen Ländern von der Spielzeugmiete profitieren. Außerdem bekommen sie deutlich mehr Kinder“, schmunzelt Florian Spathelf.

Er ist überzeugt: „Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen.“ Mehr Informationen über den Verleih von Spielzeug findet ihr unter: www.meine-spielzeugkiste.de

So funktioniert Meine Spielzeugkiste

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