Nichts sehen, aber hören!

Oweeehh, ich wache eines Morgens auf und mein Auge ist zugeschwollen, als hätte ich die Nacht zuvor einen schweren Boxkampf hinter mir. Auf dem Auge kann ich nichts mehr sehen. Was für ein blödes Gefühl. Der Weg führt mich an diesem Morgen natürlich gleich zum Augenarzt.

Ein paar Sprüche muss ich über mich ergehen lassen, der einzige Vorteil….im Wartezimmer will mich niemand sehen. Mannn, schließlich könnte ich ja etwas Ansteckendes haben. Pluspunkt für mich, ich sitze kaum 5 Minuten im Wartezimmer und sitze schon beim Augenarzt.

„Achherrjeee, wie sehen Sie denn aus?“ raunt der Augenarzt schnippisch.  Ich muss grinsen, „sexy,  oder? … und wir müssen lachen. Selten habe ich so beschissen ausgesehen, wie an diesem Tag. Doch der Hammer sollte noch kommen.

Neben Antibiotika, Cortison, nicht Autofahren und Entspannung fürs Auge, riet man mir vorsichtshalber anderen Leuten fern zu bleiben. Es könnte ja auch eine Bindehautentzündung sein und die ist ansteckend  – Moment, was heißt Entspannung fürs Auge? So richtig, weiß der Arzt nicht, was mein Auge hat zu schwellen lassen, dennoch betont er: „Bitte schonen Sie einmal für einszwei Tage ihr Auge.“  Also auf Deutsch sollte das heißen, den Rechner auslassen und Fernsehen auch auslassen. Kein Buch in die Hand nehmen…Relaxing fürs Auge.

Hä? Was…das geht doch gar nicht. Ich muss arbeiten! Na gut, ehrlich gesagt, das gesunde Auge ist nun leider auch das schlechte Auge, da sehe ich kaum etwas mit. Das ist ja wohl mal wieder der Supergau.

Aber was soll ich denn den ganzen Tag machen? Nicht arbeiten, nicht fernsehen, das Handy ist so klein, ich sehe mit einem Auge kaum etwas. Den ganzen Tag Radio hören, ist auch langweilig. Aufräumen? Ist alles ordentlich. Papierkram erledigen…au….jetzt tut mir das Auge doch weh… J

Dann komme ich auf die glorreiche Idee, warum nicht mal ein Hörbuch runterladen? Bisher bin ich nie auf diese Idee gekommen, da ich absolut gerne lese. Ich mag das Haptische, ich brauche etwas in der Hand. Ich surfe durch das Netz und staune, wie groß der Markt geworden ist.

Es gibt gekürzte und  ungekürzte Versionen, alle Rubriken von Wirtschaft bis Krimi, Fantasy bis Kinderbücher sind scheinbar in Hörbücher umgewandelt. Alles was das Herz begehrt, gibt es zu hören. Oh, ich finde „Shades of Grey“, hätte ich auch gerne mal gelesen.  Bin ich bisher nicht dazu gekommen. Teils gehen die Bücher über mehrere Stunden, ich weiß nicht ob ich so lange zu hören kann. Aber es ist wie beim Lesen, ein paar Pausen müssen zwischendurch sein.  Mich würde auch aus der Rubrik Wirtschaft, „Die 7 Wege zur Effiktivität“  reizen, aber das Buch geht 12 Stunden. Na gut, ich muss mir das ja nicht unentwegt anhören, kann entscheiden – wie bei einem Buch, ob ich mich berauschen lasse. Klasse finde ich, dass ich das Hörbuch auf dem Smartphone, Tablet oder Computer abspielen lassen kann.  Ich glaube ich bin angefixxt. Es fällt mir unheimlich schwer eine Auswahl zu treffen.

Letztendlich entschloss ich mich für den Thriller von Sebastian Fitzek  „Acht Nacht“. Klar, er ist Berliner und  wir haben schon einmal über den gebürtigen Charlottenburger geschrieben. Ich bin neugierig und lade mir das Hörbuch herunter.

Der Tag ist gerettet! Ich musste nicht einmal dafür bezahlen, denn bei Audible kann man wohl 30 Tage Hörbücher kostenlos testen!

Ein Anfang ist gemacht und für mich auch spannend und eine neue Erfahrung: Bei einem Buch mal die Augen zu zumachen …..und einfach nur „Zuhören“ – ist gar nicht so einfach. Aber ich kann je sowieso nichts machen mit nur einem Auge machen. Also liege ich auf meiner Couch und lausche der angenehmen Stimme des Sprecher Simon Jäger!

..und jetzt ist das mit meinem geschwollenem Auge gar nicht mehr so schlimm…eine schöne Lösung, in einen Thriller einzutauchen!

Ich glaube, das werde ich jetzt viel öfters machen!

Autor: Anita Tusch

Foto: pixabay

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