Tempelhof – Musikcafé Papillon

Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Die Kiezkneipe von Erwin Schulz, dem Neuköllner Jungen..!

Kiezkneipen haben etwas an sich. Nicht nur, dass sie ein wichtiger Teil Berlins sind. Wir leben in einer Zeit wo sehen und gesehen werden elementar sind, sowie Stress und Hektik den Alltag bestimmen. Im Kiez in der Kneipe läuft es völlig anders. Ist Euch das auch schon einmal aufgefallen? Noch einen Absacker nehmen, aber wo? Meist landet man in einer Kneipe und die Nacht will nicht enden.

In einer Kneipe wird miteinander gesprochen, die Anonymität fehlt – Kiez halt! Hier vermischen sich gesellschaftliche Schichten, Fremde und Freunde gehen bei einem „Bierchen“ aufeinander zu. Es ist völlig egal, wer du bist und wo du herkommst. Frank Zander hat einmal gesagt: „Kiezkneipen sind in Zeiten des Umbruchs etwas Bewährtes, Verlässliches und eine wichtige Facette des echten, ursprünglichen Berlins. (Quelle: PM Radeberger)

Auf ́nen Absacker gehen viele seit 1980 ins „Papillon“. Na gut, bei genauer Betrachtung und Insider wissen es – Das Papillon war von 1980-1989 noch unter dem Club 49 bekannt. Seit 1989 ist es „die Kiezkneipe“ in Tempelhof. Seit 36 Jahren kümmert sich Besitzer Erwin Schulz unermüdlich um sein Geschäft. Bei einem Treffen erzählte er: „Mir fällt auf, ich habe gar keinen Schlüssel von meiner Kneipe“ und lächelte leicht verschmitzt. Braucht er auch gar nicht. Die Kneipe „Musikcafé Papillon“ ist seit mehr als drei Jahrzehnten rund um die Uhr geöffnet.

Suse Witt

Suse Witt

Wir sitzen mit Suse Witt, der Lebensgefährtin von Erwin, zusammen. „Erwin kann heute nicht, er ist versackt.“ Wir müssen beide grinsen. Na gut, Suse…dann erzähl Du mir was hier das Besondere an Eurer Kneipe ist: „Hmm, das Besondere? Ganz ehrlich, spontan fällt mir ein, wir sind bestimmt Berlins einzige Kneipe mit Frauenüberschuss,“ und lacht! Ich schaue ungläubig drein und hake nach: „Ehrlich?“ – „Ja, wirklich. Wir haben hier viele Frauen, die auf einen Plausch zu uns kommen.“

Bei näherer Betrachtung sieht es hier aus wie in einem Wohnzimmer, natürlich im Flair einer Kneipe. „Aber ganz besonders“, so Suse weiter, „finde ich unser Team. Wir sind ein gutes Team hier, was bei einem RundumdieUhr-Betrieb ja auch sehr wichtig ist. Hier muss sich jeder auf den anderen papillon11verlassen können.“ Das Papillon ist Kiez pur, man kann auch sagen, das etwas andere Wohnzimmer. Natürlich eine Raucherkneipe mit den klassischen Getränken. Wir sind brauereifrei, erzählt Suse nicht ganz ohne Stolz. Sie führt seit 14 Jahren den Laden mit und unterstützt Erwin wo sie kann. Dank ihres Engagements werden seit vielen Jahren verschiedene Partys angeboten. Mottopartys bis hin zu den klassischen Festen wie Karneval, Oktoberfest, einfach mal ein Cocktailabend und natürlich auch Geburtstage werden hier gefeiert. Der Sport darf in einer Kneipe auch nicht zu kurz kommen. Boxen und Fußball sind die Leidenschaften von Erwin und deren Gäste. Was einen nicht verwundert, immerhin ist Erwin Ex-Profi-Boxer. Seiner Leidenschaft geht er bis heute nach. Er trainiert trotz seines hohen Alters, immerhin ist er schon 70 Jahre jung, etliche Schützlinge bei Isygym in Schöneberg. An der Wand sehen wir weitere Schützlinge, die er trainierte. Die Atmosphäre ist hier familiär. Wenn die Musikbox läuft wird auch getanzt, verrät uns Suse. Wie lange will Erwin eigentlich weitermachen, hake ich nach. “Na bis er umfällt,“ kommt es wie aus der Pistole geschossen von Suse.

Erwin ist täglich anwesend, das Papillon ist sein Leben, ergänzt Suse. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er immer da ist und sich immer selbst um vieles kümmert. Immer wieder wird in das Papillon investiert. Man kann durchaus sagen, es ist eine sehr gepflegte Kneipe – mit dem kleinsten Biergarten Berlins! Erst vor kurzem wurden die Böden neu gemacht. Im hinteren Bereich befindet sich ein kleines Museum alter Zeiten, natürlich auch Boxzeiten. Ein Stück Erwins Leben. Nicht jeder darf in den hinteren Bereich, das ist dann schon irgendwie wie das persönliche Wohnzimmer.

Aber an der Bar und im ersten Wohnzimmer sind alle Gäste zu jeder Uhrzeit herzlich willkommen. Was ist eigentlich an Heiligabend, habt Ihr da auch auf? „Ja, das ist ganz wichtig, wir wollen nicht, dass es auch nur irgendjemanden gibt, der Heiligabend allein sein muss. Wir haben offen und es ist auch sehr weihnachtlich bei uns. Lasst Euch einfach überraschen!“ so kommt es aus Suse spontan, ich nehme ihr es ab. Kiez ist auch Herz und das haben die beiden Inhaber. Danke an Suse und Erwin!!

Heute hat Erwin Geburtstag, wir wünschen ihm alles Liebe auf diesem Wege <3

Musikcafé Papillon | Prühßstr. 49 | 12105 Berlin |
https://www.facebook.com/musikcafepapillon“>www.facebook.com/musikcafepapillon

 

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