Man muss das Rampensau-Gen haben..

v.l. Sandra Steffl, Mononna Ciccone

Wir treffen Sandra Steffl, Schauspielerin, Comedian und Tänzerin, vor  Tagen am späten Nachmittag im Kreuzberger Tiki Heart. Es ist grau und nieselt zart vor sich hin. Sandra Steffl strahlt, als sie ins Café kommt und von Freunden und Bekannten herzlich umarmt wird. Die gebürtige Münchnerin lebt seit 2004 in Berlin. Als “Mutter” der Teaserettes, Deutschlands dienstältester Burlesque Comedy à Go Go’s, steht sie ab März mit einem neuen Programm auf der Bühne. Sie bestellt eine Weißweinschorle, es kann losgehen.

 

Wie hat der Tag heute für Dich angefangen und was gab’s zum Frühstück?

Sandra Steffl: Garnix. Ach doch, ich habe eine kleine Scheibe Knäckebrot gegessen. Danach hatte ich eine Prüfung für eine Reisepräsentation. Ich moderiere für einen Veranstalter, der Studienreisen anbietet. Über Portugal und Sizilien.

Sind das Länder, in die Du auch privat gerne reist?

Ich bin sehr gerne in der Türkei. Und in Spanien. InBarcelona sind wir mit unserer Burlesque-Show einmal im Monat im “Tabu”. Im April geht es wieder für ein Festival dorthin.
Was ist das Faszinierende am Burlesque-Tanz und wie bist Du dazu gekommen?

Über einen Umweg. Angefangen habe ich als Schauspielerin und Comedian. In München stand ich das erste Mal auf einer Bühne. Im
“Schwarze Katz“, der ältesten Kneipe der Stadt, habe ich viele Abende Stand up-Comedy gemacht. Ich fand amerikanische
Shows schon immer toll, in denen im Wechsel ein Comedian und eine Stripperin auftreten. Diese bunte Mischung aus Zauberei, Komik und Burlesque eben. Damals dachte ich mir ’Mit so was möchte ich auch gerne selber auf der Bühne stehen.’ Männer auf eine sexy Weise aufheizen und trotzdem die Comedy nicht zu kurz kommen lassen. Das waren die Gründe, 2000 meine erste eigene Burlesque-Truppe zu gründen. Als ich nach Berlin gezogen bin, bin ich das wieder angegangen. Ich habe eine Freundin angerufen von der ich wusste, dass sie lustig ist und ein Faible für den 50ies-Style hat, und fragte sie, ob sie Lust hat, ihre Interessen zum Beruf zu machen. Danach waren auch die anderen Mädels schnell gefunden. Für Burlesque begeistern sich hauptsächlich Menschen,
die sich auch für die 50er Jahre interessieren.

Woran liegt das?

Ach,  die Szene kennt das eben schon. Da kommt alles zusammen: Der Pin up-Style, die alten Filme, Korsagen, Petticoats, die Männer tragen Tolle. Einem Hip Hoper müsste man das erst mal erklären. (lacht)
Inzwischen gibt es einige Burlesque-Shows in Berlin. Was macht die Teaserettes so besonders?

Wir sind die ersten Burlesque-Tänzerinnen in Deutschland und wir sind die lustigsten Vertreter der Burlesque. In unsere Shows laden wir Gäste ein, Komiker und Artisten, es spielt eine Live-Band. Somit wechseln sich Sketche und Erotik ab. Es gibt immer einen Grund, sich auszutoben.Ich denke, das merkt man unseren Auftritten an, in denen geht es manchmal zu wie in der Muppet-Show. Chaotisch. (lacht) Für jeden ist etwas dabei.
Ihr tragt aufregende Kostüme. Woher bekommt ihr sie?

Das sind größtenteils Spezialanfertigungen, für die wir eine Schneiderin haben. Sie stimmt die Kostüme aufeinander ab und sorgt dafür, dass sie so sitzen, dass man sie leicht ausziehen kann. Einige Dinge ergattere ich aber auch schon mal durch Zufall.

Hast Du Lust, mal in einem opulenten Kostümfilm mitzuspielen?

Oh ja, unbedingt! Ich liebe die Geschichten  von Jane Austen und James Ivory. Eine Aristokratin im alten England, die durchrieben ist, wäre eine schöne Rolle, die ich gerne mal spielen würde.
Ihr veranstaltet nebenbei auch Workshops, in den Frauen lernen, wie sie sich verführerisch bewegen und mit dem entsprechenden Make-up in Szene setzen. Wie wichtig ist dabei Prosecco?

Sehr wichtig! (lacht) Prosecco trinken gehört bei uns zur Begrüßungszeremonie. Danach trauen sich die Ladys, richtig aus sich herauszugehen. Nach dem Workshop geht es ja auch immer direkt auf die Bühne. Die Frauen, die anfangs schüchtern wirken, sind am Ende oft die, die am meisten aus sich herausgehen. Man muss schon das Rampensau-Gen haben. Und ein gutes Rhythmusgefühl. Zur Zeit gibt es einen ziemlichen Run auf unsere Workshops durch den Film “Burlesque” und die Termine sind schnell ausgebucht.

Neuerdings treten fünf Männer mit Euch auf. Wie weit lassen die die Hosen runter?

Och,  das geht schon bis auf die Unterhose. Das Schöne ist ja, das sind echte Kerle, keine Chippendales. Da rasten die Mädels aus. Und die Jungs fühlen sich bei uns wie Take That und haben Groupies.

An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an  Mononna Ciccone die für uns das Interview führte, ausserdem hat Sie uns auch auch zwei Freikarten für Euch besorgt.

 

Wir verlosen für die Show  am 02.04. 2011 – 1×2 Freikarten! Postet uns einfach, warum Ihr unbedingt die beiden Karten von uns haben möchtet..


Die Teaserettes treten seit 12. Februar mit der neuen Show “ The Rock’n’Roll Burlesque Freaks” im
Wild at Heart jeden ersten Samstag im Monat auf. Weitere Informationen unter www.teaserettes.de.

3 Antworten zu "Man muss das Rampensau-Gen haben.."

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    Sheila Wolf 23. März 2011 (18:05)

    Und damit man sich vorstellen kann was für sensationelle „freaks“ den Abend zum Erlebnis machen, hier ein kleiner Einblick: http://www.sheila-wolf.de/2011-02-13/das-leben-ist-eine-freakshow/

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    Manuela Lietz 30. März 2011 (20:52)

    Schön, dass Burlesque nicht stirbt und es immer wieder Mädels gibt, die diese Kunst wieder aufleben lässt.
    Also ich würde mir gern die Damen live anschauen.
    Danke für den schönen Artikel.

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    Anita 31. März 2011 (16:19)

    Na, wer sagt es denn :-)) Top, Manuela..die 2 Karten gehören Dir, viel Spaß damit und erzähl uns dann doch einmal wie es Dir gefallen hat :-)

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