Lustversprechende Liebeständeleien mit monetären Aussichten

Lustversprechende Liebeständeleien mit monetären Aussichten – William Shakespeare „Die lustigen Weiber von Windsor“ im Monbijou Theater

Das Stück: Zum 400. Todestag von Shakespeare geht es nach Windsor. Für seine Bewohner ist das Städtchen die Welt, alles andere ist Provinz. Sir John Falstaff verbringt seine Tage gerne bei voluminösen Gelagen im Wirtshaus. Doch woher das nötige Kleingeld dafür nehmen – wenn nicht mehr stehlen? Falstaff verbindet lustversprechende Liebeständeleien mit monetären Aussichten und schreibt zwei identische Liebesbriefe. Die eine Adressatin: Mistress Ford. Und die andere: Mistress Page. Beide sollen ihm die Tore zu den Geldquellen ihrer Ehemänner öffnen. Wären da nur nicht die Schwatzsucht und Heimtücke der zwei Weibsbilder! Mit einem Korb voll schmutziger Wäsche, alten Frauenkleidern und britischer Noblesse treiben sie ihre Liebes-Spielchen mit ihm. Das große Finale: Falstaffs Alptraum wird wahr beim mitternächtlichen Stelldichein an der alten Eiche. „Die Briten sind so, wie wir Deutschen gerne wären: zuvorkommend und patriotisch – nur noch schlimmer.“ (Loriot)

Prügelt man sich mal wieder auf unserer Bühne, und dann plötzlich kommt die Queen – singen alle einstimmig die Nationalhymne. Ist die Queen wieder weg, wird mit formvollendeter Etikette und ausnehmender Höflichkeit weitergeprügelt.

Das Theater: Seit 15 Jahren spielt das Ensemble im Monbijoupark gegenüber der Museumsinsel Theater: Amphitheater, Märchenhütte, Strandbar und Tanzfläche gehören mittlerweile genauso zum Park wie Wiesen und Wege, Bäume und Sträucher. Seit 2013 nennen sich die Akteure „Monbijou Theater“. Der Name „Hexenkessel Hoftheater“ gehörte zum alten Spielort des Ensembles im Hinterhof der Schönhauser Allee 177b. Das Anliegen der Theatergruppe ist Volkstheater ohne gepolsterte Stühle und regungsloses Publikum. Das Schauspielensemble spielt mitten unter den Zuschauern, die mitlachen, mitleiden und sich vor allem gemeinsam amüsieren.

Berlin, Monbijoutheater sommer 2016; "Die lustigen Weiber von Windsor" (Premiere Mittwoch, 8. Juni 2016, 19 Uhr) Olivia Marei und Franziska Hayner, Claudia Rippe , als Theaterdirektor Christian Schulz ©bernd schoenberger

Berlin, Monbijoutheater sommer 2016; „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Premiere Mittwoch, 8. Juni 2016, 19 Uhr) Olivia Marei und Franziska Hayner, Claudia Rippe , als Theaterdirektor Christian Schulz
©bernd schoenberger

Zum Ort „Monbijou“: Wo heute das Amphitheater steht, befand sich früher ein englischer Park mit dem kleinen Monbijouschlösschen. Es diente dem elitären Vergnügen Einzelner, vor allem dem der aristokratischen Damen. Sie lustwandelten in den Galerien des Rokoko-Schlösschen oder im Park mit seinen zahlreichen Pavillons. 1820 fand im Monbijouschloss für Friedrich Wilhelm II. die Berliner Uraufführung von Goethes „Faust“ statt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt, die Ruine aber zunächst zugemauert und

erst 1959 trotz vieler Proteste abgerissen. Das Monbijou Theater belebt diesen alten Ort des Vergnügens neu: Arm oder Reich, Alt oder Jung können sich heute im Rund des Holztheaters amüsieren.

 

Premiere: Mittwoch, 8. Juni 2016, 19 Uhr

Spielzeit Sommer 2016: Mittwoch, 8. Juni 2016, bis Sonntag, 4. September 2016. Täglich zwei Vorstellungen im Amphitheater: „Die lustigen Weiber von Windsor“ von William Shakespeare (Premiere: Mittwoch, 8. Juni 2016) „Die Mitschuldigen“ von Johann Wolfgang von Goethe (Premiere: Mittwoch, 22. Juni 2016)

Tickets: 22/ 19/ 17/ 14 Euro, erhältlich unter www.monbijou-theater.de oder telefonisch unter 030. 2 888 66 999. Theaterkasse: am Kassenhäuschen an der Strandbar Monbijoupark (neben dem Bodemuseum)

Adresse: Monbijouplatz 3, 10119 Berlin

 

Fotos Monbijou Theater: Bernd Schönberger

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