Lippenzauber

Über Tahnee haben wir in Erfahrung gebracht, dass es ein Lippenstiftmuseum in Wilmersdorf gibt. Ich kannte es bis dato nicht und war natürlich ganz neugierig und fragte Tahnee, ob sie uns behilflich wäre einen Termin zu besorgen. Wie sich herausstellte, gehört dieses Lippenstiftmuseum dem Star-Visagisten René Koch.

Anfangs war ich mir nicht sicher, ob wir so kurz vor Redaktionsschluß überhaupt noch einen Termin bekommen würden, denn irgendwie dachte ich: Solch ein Prominenter wird sicherlich nicht so kurzfristig (wenn überhaupt) Zeit für uns haben. Schließlich schminkte René Koch bereits Joan Collins, Jodie Foster, Claudia Schiffer, Eartha Kitt, Judy Winter, Hildegard Knef, Dagmar Frederic, Inka Bause und noch viel mehr Persönlichkeiten.  Er war Chefvisagist bei exclusiven Kosmetikmarken und wurde mit vielen Auszeichnungen überhäuft. Ich täuschte mich, äußerst souverän und liebenswert, René Koch persönlich am Telefon, bekamen wir kurzfristig die Möglichkeit sein Atelier und das Lippenstiftmuseum kennen zu lernen.

Ich gebe zu, beeindruckt gewesen zu sein von dem Glanz der Räumlichkeiten der einen sofort entgegenkommt und der warmen Atmosphäre, die man spüren kann. Irgendwie vergaß ich auch, meine Fragen zu stellen und ließ mich einfach auf die Reise ein, René Koch zu lauschen. René Koch kann ich Euch so beschreiben: Er besitzt eine absolut sympathische Natürlichkeit gepaart mit einer angenehmen stillen Eleganz. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl.  Die vielen verschiedenen Lippenstifte, die er uns zeigte, sind aus vergangenen Epochen und erzählen auch die Geschichte der Emanzipation der Frauen. Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, eine Diva des späten 19. Jahrhunderts, machte den Lippenstift populär, als sie mit kirschrotem Mund auf der Bühne stand. Guerlain hat den Lippenstift 1910 erstmals in eine Metallhülse gesteckt. In den Goldenen Zwanzigern begann der Siegeszug des Lippenstifts endgültig. Designer hüllten ihn ab 1948 in eine praktische Metallhülse mit Drehmechanismus, damit sich die Damen nur die Lippen und nicht auch die Finger oder das Handtäschchen färbten. Mehr will ich Euch nicht verraten, denn ich kann Euch nur empfehlen, einfach mal ein paar Mädels zusammen zu trommeln und  Euch selbst das Erlebnis von Vergangenheit und Glamour des Lippenstiftes und den Zauber eines prominenten Visagisten zu gönnen.

Eines möchte ich jedoch zum Abschluss nicht unerwähnt lassen, beeindruckt hat mich sein Engagement für seinen Arbeitskreis Camouflage e.V. Er hat sich zum Ziel gesetzt Menschen mit Brand- und Unfallnarben sowie angeborenen oder erworbenen Hautanomalien oder anderen inoperablen Hauterkrankungen physische und psychische Beratung zukommen zu lassen, Betroffene in Selbsthilfegruppen zusammenzuführen und in der Öffentlichkeit für Anerkennung und Akzeptanz zu werben. Mehr findet Ihr hier.

Tipp 1:
Jeden Samstag von 15.00-17.00 Uhr lädt René Koch ins Lippenstiftmuseum. Ein zauberhaftes Erlebnis abgerundet mit einem Champagner-Empfang, Kaffee und Kuchen (20,00 Euro,Anmeldung erforderlich)
Tipp 2:
1x im Monat gibt es einen Tag der offenen Tür. Hier berät René Koch Menschen mit angeborenen Hautschäden sowie farbabweichenden Hautanomalien (kostenfrei, Anmeldung erforderlich)
www.rene-koch-berlin.de

Lieben Dank an Jürgen Sendel von pictureblind , der sich ganz spontan Zeit genommen hat uns zu begleiten und diese tollen Fotos gemacht hat.

2 Antworten zu "Lippenzauber"

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    Susi 19. August 2010 (18:29)

    Hi Anna :) Also wenn das mal nicht das beste Assignment aller Zeiten fuer Dich war!!! Weiter so!

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    Anita Tusch 19. August 2010 (20:45)

    Hey Susi,

    danke Dir, ..dass ist ja herrlich, dass Du auch aus USA hier mal reinklickst..das Netz ist so nah :-)

    …ich war ganz entzückt, dass ich so kurzfristig bei „René“ aufschlagen durfte….

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