Licht – Oh – Holic

Noch bevor der erste Advent auf unserem Kalender erscheint, sind viele von uns damit beschäftigt, die dunkle Jahreszeit mit einer Flut von Lichtern zu verschönern. Auf facebook habe ich auch schon fleissige Adventskranz-Bastler und Keksbäcker gesehen #zwinker.

Es ist das nicht etwas sehr Wundervolles. Wir bereiten uns vor, auf eine besinnliche Zeit. Die Weihnachtszeit. Nicht nur die einsam im Garten stehende Tanne wird mit einer bunten Lichterkette für den Winter schick gemacht, sondern das Gartentor und das Haus gleich mit. In den Geschäften gibt es Unmengen von Lichterketten zu kaufen, die ich in der Wohnung sowie „draussen“  dekorieren kann. Ich liebe das. Eine Lichterkette mit Eiskristallen unter meinen Glastisch, eine mit Eiszapfen um die Dekoäste in meiner riesen Vase im Wohnzimmer zu verschönern. Eine Lichterkette mit Sternchen, die ich im Bad an den Spiegel hänge. Ich habe das Gefühl, dass es noch nie so viele verschiedene Lichterketten wie heute gab. Sogar mit Federn, habe ich welche gesehen.

In Steglitz/Zehlendorf könnt ihr ab sofort den Christmas Garden bewundern. Das ist wohl Lichterwahn in seiner schönsten Vollendung. Aber auch viele unserer Straßen werden in den nächsten Wochen wundervoll mit Lichtern und Lichtspielen geziert sein. Nicht zu vergessen die vielen Weihnachtsmärkte, die erst bei Einbruch der Dunkelheit so richtig viel Spaß machen.

Persönlich freue ich mich meist, über die Beleuchtung in meiner Bahnhofstrasse in Lichtenrade. Ich habe schon gesehen, dass die meisten Bäume geschmückt sind. Es sieht immer so aus, als wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen würden. Herrlich. Noch werden sie abends nicht angemacht. Ich warte schon sehnsüchtig darauf. Im Grunde müssten wir für jede Straße, die mit Licht in der dunklen Jahreszeit geschmückt wird, dankbar sein. Und bitte kommt mir hier keiner mit Wattwahn und Stromverschwendung. Wenn, dann ist es eine sehr schöne Verschwendung. Besser als die tägliche Million, die für den BER hingeblättert werden muss.

Heute am Morgen spazierte ich durch die Felder und genoß die kalte, klare Luft und sehnte mich ein wenig nach dem Gezwitscher der Vögel. Es gab nur einige wenige, die ich hörte und stellte mir vor, dass die meisten von ihnen schon gen Süden geflogen sind. Auf den Heimweg lauschte ich der Strasse, wenig Autos fuhren. Es ist Sonntag, von irgendwoher kommen ungewohnte, angenehme Klänge. Mein Blick fokussierte das Geräusch und ich entdeckte ein Windspiel auf einem Balkon. Das erste was ich dachte war – darf man das? Heute stört sich doch ein jeder an irgendetwas. Doch dann musste ich lächeln. So weit sind wir schon, dass wir das Spiel des Windes in Frage stellen und eventuell um Erlaubnis bitten sollten. Es lenkte mich für einen Moment vom Alltag ab und versetzte mich sofort in das Hier und das Jetzt. Den Moment des Besinnens. Der Wind bekam auf einmal ein Gesicht in Form dieses Windspiels.

Ja, jetzt bricht sich wieder an, die Zeit der Besinnung. Weihnachten naht. Die Lichter werden heller, bunter und kreativer. Ich könnte meine ganze Wohnung mit Lichterketten schmücken, weil ich das so liebe und wunderschön finde. Die Wohnung ist dann so unheimlich gemütlich. Lichterketten für innen und für Außen, Lichtschläuche, ja sogar elektrische Kerzen gibt es… – am Liebsten würde ich unser Haus noch von außen mit einer Lichtillusion bestücken. Ich habe mal einen „Strahler“ gesehen, der lauter klitzekleine Sterne, die sich bewegen auf ein Haus projeziert. Wahrscheinlich müsste ich das aber den Eigentümer fragen – oder einfach machen?

Oben im Dachgeschoss bei mir bin ich auch gerne. Es ist dem Himmel ein Stück näher. Wenn ich durch das Dachfenster schaue, sehe ich das schönste Licht unserer Erde. Den Sternenhimmel. Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, außer das Licht der Lichterketten und das Licht des Sternenhimmels. Manches Mal wünschte ich mir mein Verdunkelungs-Rollo wäre geziert mit Lichtioden, falls das Wetter mal die Sicht auf den leuchtenden Sternenhimmel nicht zu lässt. Das wäre doch eine schöne Licht-Alternative und würde mich als Licht-Oh-Holic wahrscheinlich glücklich machen. Hey, liebe Rollo-Industrie – könnt ihr auch kreativ sein und mir ein paar Lichtioden in mein Verdunklungs-Rollo einbauen? Das wäre Lichterwahn wohl pur.

Letztens war ich bei einem Freund, der hatte das Glück einen Kamin zu besitzen. Das ist eine wundervolle Form von Licht und bringt sogar die Wärme mit. Auch das Licht einer Kerze ist etwas wundervolles und lädt zum Besinnen ein, wenn wir es denn zu lassen.

Die Weihnachtszeit, sie naht. Sie bringt uns viel Licht in einer doch sehr dunklen Jahreszeit. Nehmt Euch Zeit zum Besinnen. Ärgert Euch nicht über den Stromverbrauch. Freut Euch und lasst das Licht ein Stück weg in Eure Herzen – egal ob es aus dem Kamin, der Kerze einer Lichterkette oder gar die Sterne am Himmel sind. Jedes Licht, erinnert Euch, dass die dunkle Zeit auch etwas für sich hat. Und sei es einfach nur ein kurzer Moment.

Erst eins, dann zwei, dann drei..dann vier..! Es ist Zeit zum Besinnen und Anhalten. Ja, halte ihn an, den Alltagswahn. Geniess doch mal das Licht – und das Hier und das Jetzt. Ja, aber Vorsicht, es könnte süchtig machen und du könntest als Licht-Oh-Holic enden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine besinnliche Adventszeit!

 

 

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