Klare Kante zeigen – im Gespräch mit Manager Clemens Krüger FSV Frankfurt

Eingefangen! Clemens Krüger, Manager u. Geschäftsführer beim FSV Frankfurt – traf ich zufällig im letzten Jahr auf Mallorca. Da ich ihn von früher kannte, nutzte ich die Gelegenheit, um ihn für ein Interview zu gewinnen. Gesagt, besprochen – umgesetzt. Anfang Januar trafen wir uns in Berlin im Café NY. Clemens Krüger ist gebürtiger Berliner und spielte früher bei Tennis Borussia, Reinickendorfer Füchse sowie Blau Weiß 90 Fußball. Auch war er zwischendurch Sportdirektor bei Hertha Zehlendorf. Noch heute ist er ziemlich regelmäßig in seiner Lieblingsstadt und Heimat Berlin.

Durch facebook bekam ich teilweise seine Höhen und Tiefen im Laufe der letzten Jahre mit und war schon ganz neugierig, wie es ihm wohl die letzten Jahre ergangen ist. Bei Recherchen fand ich heraus, dass der FSV Frankfurt gerade erst einen Abstieg aus der 2. Liga hinter sich hatte sowie auch mehrere Aufs und Abs erleiden und den einen oder anderen shitstorme über sich ergehen lassen musste. Dennoch zurückblickend, die Erfolge des Traditionsvereins sind äußerst beachtlich. Der Verein stieg von der viertklassigen Oberliga in die 2. Liga und hielt sich dort acht Jahre. Seit fast 17 Jahren ist Clemens Krüger beim FSV und er wirkt auf mich keinesfalls müde, obschon der vielen emotionalen Achterbahnfahrten, die solch ein Job offensichlich mit sich bringen.

Geschäftsführer Clemens Krüger (FSV Frankfurt)

Geschaeftsfuehrer Clemens KrŸger, Krueger (FSV Frankfurt)

Auch der Januar startete schwierig für den FSV Frankfurt – Hiobsbotschaften verletzter wichtiger Spieler, wie Schleusener (Kreuzbandriss), sind zu verkraften. Dann fegte auch noch die Mannschaft von Würzburg gleich zu Beginn des Jahres den FSV weg. Ein bißchen Bedenken hatte ich schon. Wie spreche ich Clemens auf das was ich gelesen habe an? Clemens Krüger hat einiges mit und in diesem Verein hinter sich. Nun, wie wird das Gespräch wohl verlaufen?

Clemens Krüger war schon vor Ort, pünktlich. Er hat eine starke Präsenz, wirkt äußerst souverän und empfing mich ganz gentleman-like. Ich muss das mal so betonen, denn glaubt mir – das ist heutzutage bei vielen Männern, gar nicht mehr Gang und Gebe. Nur das mit dem Interview hatte ich mir anders vorgestellt. Es dauerte sehr lange, bis ich ihm Fragen stellen konnte. Er hatte so viele „Berliner Fragen“, die ich erst einmal beantworten musste. Das ist das Schöne an facebook, irgendwie ist man ja doch miteinander verbunden und „sieht sich“.
Mein erster Eindruck: Ein sehr aufmerksamer und interessierter Mann, der eine gewisse Ruhe ausstrahlt. Natürlich bin ich dann doch noch dazu gekommen, ihm Fragen zu stellen. So erfuhr ich, dass Clemens in jungen Jahren freiwillig bei der Bundeswehr war, ein Studium in Betriebswirtschaftslehre absolvierte und mit der Diplom-Arbeit „Professionelle Fußballvereine als Wirtschaftsunternehmen“ mit Prädikatsexamen abschloss und – jede Montagsausgabe vom Kicker seit dem 01.07.1967 besitzt. Drei Jahre später wurde er erst geboren. Ein echter Fußballer – durch und durch.
Clemens, Was treibt Dich immer wieder nach Berlin? Es ist wunderbar in zwei Städten zuhause zu sein. Doch Berlin wird immer mein zu Hause sein. Es treibt mich regelmäßig nach Berlin, so bin ich bestimmt 14-15 Mal im Jahr in meiner Heimatstadt. Auf das Flair dieser Stadt sowie die Berliner Luft möchte ich nicht verzichten. Berlin ist und bleibt für mich mein Anker. Meine Familie sowie meine Freunde leben hier. Das bedeutet nicht, dass ich mich im Rheinmain-Gebiet nicht wohl fühle, ich bin durchaus sehr gerne hier und liebe mein Umfeld.
Hast Du noch gute Kontakte nach Berlin oder wird das im Laufe der Jahre weniger? Ganz im Gegenteil, ich bin ja relativ oft in Berlin und kann dadurch meine Freundschaften aber auch Kontakte sehr gut pflegen. So bin ich z.B. bis heute Hertha-Mitglied und schau mir so gut wie möglich die Spiele –vor Ort an. Auch bin ich noch heute Mitglied beim LBC und habe auch noch einen starken Bezug zu meinem alten Verein 1. FC Wilmersdorf und besuche ab und zu die Spiele.

Warum schaust du Dir Armateur-Spiele an? (frage ich etwas provokant). Das mache ich ganz bewußt. Der Armateur-Fußball hat seinen ganz eigenen Flair und Reiz auf mich. Ich finde es wichtig, weiterhin den Bezug zur Basis zu behalten, das darf sich nicht ändern. Vor allen Dingen erdet das unheimlich.
Ihr seid von der 2. Liga in die 3. abgestiegen! Wie gehst du damit um? Wir sind 8 Jahre in der 2. Liga gewesen und haben in dieser Zeit die erfolgreichste Phase der Nachkriegsgeschichte des FSV Frankfurt geschrieben. Das wird in der Bewertung oftmals von einigen Personen in unserem Umfeld vergessen. Ja, wir sind jetzt in der 3. Liga. Wir werden hoffentlich wieder den Weg in die 2. Liga finden. Auch wenn das ob unserer finanziellen Möglichkeiten immer schwieriger wird und wir mittlerweile in der 2. Bundesliga fast ein Exot wären.
Du/Ihr erhaltet viel Kritik, auch sind shitstorms im Netz offensichtlich nicht zu vermeiden. Wie gehst du als Geschäftsführer bzw. als Mensch damit um? Zuallererst finde ich es wichtig zu schauen, aus welcher Ecke die Kritik kommt. Kommt sie aus den eigenen Reihen? Oder werden vermeintlich alte Rechnungen oder persönliche Befindlichkeiten beglichen? Das hilft abzuwägen. Du kannst es nicht allen recht machen. Wir agieren, in dem wir klare Kante zeigen und auch mal unpopuläre Maßnahmen ergreifen. Immer im Sinne des FSV! Natürlich können wir die Enttäuschungen verstehen. Doch es geht darum, jetzt nach vorne zu schauen. Aktuell hier die Power einsetzen und gute Arbeit zu leisten, das sind jetzt die Aufgaben, die zu bewältigen sind. Wichtige Partner zum Bleiben motivieren, gehört auch zu meinen Aufgaben. Ich denke, man sollte nicht auf alles reagieren, was in den sozialen Medien passiert.

Herausgeberin CLIQUE - Anita Tusch im Gespräch mit Clemens Krüger Manager und GF vom FSV Frankfurt und eigentlich Süd-Berliner

Herausgeberin CLIQUE – Anita Tusch im Gespräch mit Clemens Krüger Manager und GF FSV Frankfurt und eigentlich Süd-Berliner

Du hast einen exponierten Job als GF, wie gehst Du damit um? Natürlich gibt es viele Neider und auch Kritiker, sie kommen aus allen Ecken. Ich stelle mich gerne sachlicher Kritik und natürlich haben wir auch nicht immer alles richtig gemacht. Wir sind ein kleiner Verein und waren immer mit einem Bein in der 3. Liga. Wir kämpfen aufs Neue und positiv betrachtet, wollen wir mit einem Bein wieder in die 2. Liga und dafür werden wir alles tun. Nur: das wollen auch 10-12 andere Mannschaft in der 3. Liga auch erreichen. Wir haben eine ordentliche Mannschaft und ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Saison spielen.

Was bedeutet für Dich Glück? Das ist gar nicht so einfach, ich glaube, dass man sich das erarbeiten kann. Schau dir Franz Beckenbauer an, es war nicht nur sein Talent, was ihm in die Wiege gelegt wurde, sondern viel Fleiß und auch eine große Bescheidenheit und Freundlichkeit allen Menschen gegenüber. Glück ist für mich von daher auch mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen und in den Spiegel schauen zu können. Und nicht zu vergessen – Wir alle haben Glück in einem demokratischen und wohlhabenden Land wie Deutschland leben zu dürfen.
Ich möchte Euch hier ein schönes Zitat des gr. Philosophen Demokrit mitgeben: Mut steht am Anfang des Handelns – Glück am Ende.

 

©Bild pressehaus, Hübner, A2 Bildagentur – Autor Anita Tusch

Dieser Artikel erschien auch im Printmagazin CLIQUE-Ausgabe 1/2017|GLÜXXKIND
Mehr über den FSV und Clemens findet Ihr hier:
www.fsv-frankfurt.de | www.facebook.com/clemens.kruger

 

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