Kennst du noch Mampe?

Kennst du noch MAMPE? Wenn diese Frage gestellt wird, gibt es ein leichtes Ziehen zwischen den Augenbrauen, die Stellung der Augen verrät. „Ich glaube ja, weiß aber nicht mehr genau, was das war.“ „Na, das sind die mit dem Elefanten auf der Flasche“, der Blick wird dann schon klarer. „Achso jaaaa, der Likör MAMPE Halb&Halb.“ Vielen von uns noch aus früheren Zeiten bekannt.

MAMPE ist ein wenig in Vergessenheit geraten, dabei hat die Berliner Marke eine lange und aufregende Historie. Sie hat ihre Ursprünge im Jahre 1831 und startete mit „Bittere Tropfen“ – eine „Medizin“, die gegen Cholera helfen sollte. Von 1890 bis ca. 1980 genoss die Marke einen hohen Bekanntheitsgrad. In den besten Zeiten wurden 70 Sorten Liköre, Weinbrände und andere Spirituosen an über 11.000 Verkaufsstellen vertrieben. Von 1979 bis 1980 prangte das Logo mit dem Elefanten auch auf den Hertha-Trikots. Wir treffen auf den Geschäftsführer und MAMPE-Fan Tom Inden. Gemeinsam mit Frank Zächel hat er die aussterbende Marke MAMPE aufgefangen und befindet sich seither auf einer Reise, in der es nicht nur einmal #kurzvor12 war.

Tom, seitdem ihr die Marke übernommen habt, ist einiges passiert. Wir sind uns erstmals 2014 begegnet, da stand alles noch in den Sternen. Dann habt ihr über eine Crowdfunding-Kampagne im Jahre 2016 einiges bewegen können. Bitte erzähl doch einmal, wie es dazu kam und was ihr dadurch erreichen konntet.

Wir haben Anfang 2013 begonnen die Marke behutsam wiederzubeleben. Mit einer klaren Entscheidung. MAMPE soll es nur in Berlin geben und wieder untrennbar zum Bild und der Geschichte unserer Stadt gehören. Zunächst in dem wir drei Klassiker aus dem alten MAMPE-Programm wieder in den Berliner Handel und die Gastronomie zurückbringen wollten. Mit Gin, Wodka und dem legendäre Feinbitter-Likör MAMPE Halb&Halb haben wir das in den ersten drei Jahren ganz gut geschaff t. Aber im Jahr 2016 schloss unser regionaler Produktionspartner sein Werk in Zahna-Elster und die Uhr sprang mal wieder auf‚ #kurzvor12. Also beschlossen wir die Produktion in den wesentlichen Teilen wieder nach Berlin zu holen, unserer Marke eine neue Heimat zu geben. Hierzu brauchten wir die Hilfe der Berliner in aller Welt und sammelten mit einem Crowdfunding fast 50.000 Euro ein. Mehr als 600 Menschen wurden dazu „Steinhaber“ unserer echten Berliner Schnapsmanufaktur und halfen uns den nächsten Schritt bei der Wiederbelebung der Marke zu gehen.

Mampemuseum_Mampe_August_1953

Mampemuseum_Mampe_August_1953

Mit welchen Problemen habt ihr derzeit noch zu kämpfen und wie geht ihr damit um?

„Problem“ haben wir eigentlich nur eins. Die Nutzungsgenehmigung für „MAMPES NEUE HEIMAT“, von der wir dachten sie noch im Dezember 2016 zu bekommen, dauerte fast 5 Monate länger. Wertvolle Zeit die wir verloren haben, aber vor allen Dingen wertvolles Geld, das für ganz andere Dinge bestimmt war. Und die Zeiger der Uhr wieder mal auf #kurzvor12 rückte. Aber man lernt Gelassenheit und mit dem drohenden letzten Gongschlag umzugehen. Ein Gläschen MAMPE hilft dabei.
MAMPE hat im Kreuzberger Bergmannkiez seine neue Heimat. Ihr befindet euch in einer ehemaligen Brauerei, der Sudhalle. Die Räumlichkeiten sind total urig, hier wäre ich gerne öfters. Was genau macht ihr vor Ort und kann man euch besuchen kommen?

In „MAMPES NEUER HEIMAT“ kann man die Marke mit allen Sinnen erleben und eine volle Brise Berliner Geschichte atmen. Hier stellen wir die Destillate und Mazerate für alle unsere Produkte her. Eine neue Produktlinie vergessener Klassiker wird hier zu 100% von Hand gemacht. In unserem Manufaktur-Shop kann man das natürlich alles kaufen. Vor allen Dingen aber kann man spannende Veranstaltungen besuchen. „Schnapsgeschichten“ oder „Der Gin des Lebens“ sind nur zwei davon. Und man kann die Location auch für eigene Veranstaltungen mieten.

Eventfläche_Tastinglounge_Galerie

Mampe – Eventfläche_Tastinglounge_Galerie

Kannst Du uns kurz etwas über Eure Produkte, die Produktion und das Besondere der traditionsreichen Marke MAMPE verraten?

MAMPE ist die älteste noch existierende Spirituosenmarke der Stadt. Es gibt keine Berliner Marke mit so viel Geschichte: Elefanten im Zoo. Mit David Bowie im Kino. MAMPE-Autorennen auf der Avus, das Logo auf dem Trikot von Hertha BSC, an Bord von Luftschiff en und Flugzeugen, die eigenen Gastronomien „MAMPES GUTE STUBE“ zum Beispiel am KuDamm 15. Früher in der ganzen Welt zu Hause gibt es MAMPE heute nur in Berlin zu kaufen und zu trinken. Aktuell mit sieben Produkten: Elefantenkümmel, Sauern mit Persico, Pfeff erminz und der Fliegercocktail aus der Manufaktur. Und natürlich Gin, Wodka und die Legende Halb&Halb. Keiner für alle. Nur für Berlin.

Ist es bei Euch auch heute noch #kurzvor12? Und wie können wir Berliner die Marke MAMPE aktiv unterstützen?

Bei einem kleinen privaten StartUp ohne große Investoren ist es irgendwie immer #kurzvor12. Wir brauchen die Liebe und die Treue der Berliner. Kauft MAMPE, trinkt MAMPE, verschenkt MAMPE, erzählt über MAMPE und besucht uns in MAMPES NEUER HEIMAT. Das ist alles was die Berliner für uns tun können. Und sorgt dafür dass es bei uns nie mehr #kurzvor12 wird.

Vielen Dank, Tom für das Gespräch!

Autor. Anita Tusch – Herausgeberin / Text aus Ausgabe 2/2017 KURZVOR12

 

Logo_MAMPE

 

www.mampe.berlin

Am Tempelhofer Berg 6, 10965 Berlin Tel. 030 208484470

www.facebook.com/MampeBerlin

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