k.o. nach 12 Runden! Im Gespräch mit Christine Rocchigiani

CLIQUE - Rocchigiani foto privat

Ja, auch sie hat ein Buch geschrieben. Christiane Rocchigiani war 12 Jahre lang mit Boxlegende Graciano Rocchigiani verheiratet. 12 Jahre ist die Trennung her, geschieden wurden sie  im letzen Jahr. Das Buch erzählt von 12 Runden ihres Lebens mit Graciano  Rocchigiani. Und ob ihr Geburtsdatum, der 12.12. auch eine Bedeutung hat, das wissen wir nicht. Doch Christine wollte unbedingt im 12. Jahr der Trennung ihre Autobiografie veröffentlichen. Das hat sie geschafft und im Dezember 2013 erschien ihr Buch: K.o. nach zwölf Runden.
Nein, es ist keine Abrechnung mit Graciano, versichert sie mir im Interview. „Vielmehr ist es meine Darstellung der Sichtweisen des Erlebten. Jeder von uns erlebt, empfindet und erinnert sich an andere Dinge des bisherigen Lebens. Ich habe meine  Schlüsselmomente versucht in diesem Buch zu vereinen und mein Leben so Revue passieren zu lassen. Rocky und ich wollten an sich gemeinsam ein Buch schreiben, doch vor drei Jahren wuchs dann „dieses Baby“ in mir und so entstand mithilfe von Co-Autorin Claudia Weingärtner „K.o. in zwölf Runden“!

Das Buch habe ich gelesen, es ist kurzweilig, schnell zu lesen und wie es scheint ein kleiner aber aussagekräftiger Abriß von 12 Jahren Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen. Christine Rocchigiani nimmt kein Blatt vor dem Mund, sie beschreibt authentisch und doch wohl dosiert ihre Erlebnisse auf. Interessant finde ich die in den Artikeln eingebauten „Briefe“ an sich selbst, die sie in jedes Kapitel mit einfließen lässt. Die heutige Christine scheint reifer und zufriedener mit sich selbst zu sein, wobei sie inunserem Gespräch zugibt, dass auch ihr es schwer fällt „alte Verhaltungsmuster“ aus ihrem Leben zu verbannen. Doch sie ist auf einem guten Weg.

Christine, welche Botschaft steckt hinter Deinem Buch? Jeder hat seine eigene spezielle Geschichte. Ich möchte, dass Menschen sich wieder finden. Jeder von uns hat schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, meine negativen Erfahrungen ins Positive umzuwandeln. Mit „meinen Briefen an michselbst“ in den einzelnen Kapiteln möchte ich im Grunde genau diesen erlangten Erfahrungsschatz an die Leser weitergeben. Ich glaube, dass sich der eine oder andere sicher darin wiederfindet. Denn letztendlich geht es doch darum, dass wir nicht nur mit uns selbst sondern auch mit anderen Menschen positiv umgehen sollten. Egal ob es im Sport, in der Wirtschaft oder im privaten Bereich ist, es geht im Grunde um respektvollen Umgang, Achtung voreinander, Akzeptanz sowie würdevollen Umgang. Alles Attribute, die an vielen Stellen unserer Zeit verloren gegangen sind und wir immer wieder für kämpfen sollten.

Was hast Du gedacht, als das Buch im Dezember erschien? „Puuh, es ist geschaff t“ – hab ich gedacht, antwortet Christine, wie aus der Pistole geschossen. „Es war eine tolle und spannende Arbeit gemeinsam mit der wundervollen Claudia Weingärtner meine Vergangenheit aufzuarbeiten, auch Graciano hat mir an vielen Stellen geholfen, mich zu erinnern. Natürlich bin ich auch auf die Resonanz gespannt und ob die Menschen auch verstehen, was ich mit diesem Buch bezwecken möchte.“

Sei ehrlich, im Buch beschreibst Du Gracianos Aussetzer und Fehltritte. Willst Du nicht doch ein wenig abrechnen mit Graciano? (ich versuche sie bewußt zu provozieren). Nein, Anita. Sicher hab ich mein „Erlebtes“ authentisch beschrieben und keiner von uns kommt da „gut“ bei weg. Eine Schlammschlacht, wie die Presse es teilweise beschrieb, lehne ich ab. Darum geht es auch gar nicht. Ganz im Gegenteil, ich möchte, dass wir uns alle ein Stück mehr selbst anschauen, als mit dem Finger auf andere zu zeigen. Mehr Akzeptanz füreinander aufzeigen, dass soll aber nicht heißen, dass wir alles erdulden müssen, was uns passiert. Aber mutiger sein andere oder neue Wege zu gehen – egal ob beruflich oder privat – das ist meine Botschaft.
Wie siehst Du heute den Boxsport? Wenn ich einen guten Kampf sehe, bin ich mit Spannung dabei. Allerdings fi nde ich es sehr schade, was wir heute geboten bekommen, die Qualität des Boxsports war vor 15 Jahren weitaus besser.

Im Buch gibt es einen Passus, in dem Du schreibst, dass ihr den Sportlern in der Zukunft damals neue Perspektiven ermöglicht habt. Es geht um Eure Millionen-Klage. Ja, wir waren damals die ersten, die es gewagt haben, sich aus einem bestehenden Vertrag heraus zu klagen und sich nicht den Doktrinen zu unterwerfen. Es ging damals einfach darum eigene Wege weitergehen zu dürfen, sowie natürlich auch darum, viel mehr als nur einen „Krümel vom Kuchen“ abzubekommen und somit dem Boxsportler mehr Rechte einzuräumen.
Hast Du heute noch Kontakt zu Graciano? Ja, vor ein paar Tagen hab ich erst mit ihm telefoniert. Er trainiert derzeit in Hanau verschiedene Boxer.
Was hast du in den letzten 12 Jahren gemacht? Ach herrje, was für eine Frage. Ich war z.B. in der Schweiz für ein Jahr. Damals wollte ich die Insolvenzmasse des WBC übernehmen, bin jedoch nach einem Jahr zurück gekehrt. Zwei Jahre lang führte ich einen Edel-Second-Handladen. Zwischendurch habe ich auch  einfach mal nichts gemacht. Empfehle ich übrigens jedem, sofern es machbar ist. In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit dem Thema „Heilberufe“ befasst. Mittlerweile habe ich eine Ausbildung zur „ Ganzkörper-Masseurin“ absolviert sowie mich weiterhin spezialisiert auf Fußrefl exzonen- sowie Lymphdrainage-Massagen. Derzeit ist ein weiteres Seminar geplant für ein weiteres Angebot in ihrem Portfolio, die Quanten-Entrainment-Therapie.Hier geht es um das Thema Ruhe und Bewusstseinserweiterung.
Was hast Du für die Zukunft geplant? Ich habe noch so vieles vor und etliche Interessen. Mal sehen, wo mich mein Leben noch hinführt.

Ich saß mit Christine zusammen im NY und führten dieses Interview:

Ani und Christi foto 4nooueberarbeitet - verkleinert

Ich traf Christine auf einer Veranstaltung bei DOCHOWS Küchen mit Geschmack. Sie stellte Ihr Buch vor und wir beschlossen an diesem Tag uns für ein Interview zu treffen. Foto: 4noo

 

 

Vielen Dank für deine Zeit, Christine!

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