Im Gespräch mit Bernhard Kurz, Musicalproduzent von „Stars in Concert“

im Gespräch mit CLIQUE- Herausgeberin Anita Tusch - Musicalproduzent Bernhard Kurz von "Stars in Concert"

im Gespräch mit CLIQUE- Herausgeberin Anita Tusch – Musicalproduzent Bernhard Kurz von „Stars in Concert“

„Denn man weiß nicht,wann es passiert (Zitat:Musical-Produzent, Bernhard Kurz)

Estrel – Pressesprecherin Miranda Meier empfängt uns vor dem Interview und krallt sich gleich ne „CLIQUE“ …

Sich mit einem Musical-Produzenten zu treffen ist schon ganz schön aufregend. Als wir die Nachricht bekamen, dass „Stars in Concert“ seinen 5 Millionsten Zuschauer feiert, dachten wir, es wird Zeit heraus zu finden, wer dahinter steckt. Aufregung, Neugier und Nervosität vermischen sich kurz vor dem Termin. Wir betreten das Estrel und werden von Pressesprecherin Miranda Meier liebenswert empfangen.
Nun ist es soweit! Wir treffen auf den deutschen Musical-Produzenten Bernhard Kurz. In den 80er Jahren war er übrigens maßgeblich als Geschäftsführer und Produktionsmanager am Erfolg der Musicals von Andrew Lloyd Webber beteiligt. Cats, Starlight Express, Das Phantom der Oper. Wer kennt sie nicht!? Seit nunmehr 1997 wird im Estrel Hotel die Show „Stars in Concert“ produziert. Ihr wißt schon, die Doppelgänger-Show, wo Stars und Bands wie Madonna, Michael Jackson, Tina Turner oder die Beatles und Abba regelmäßig auftreten.
Ja, nun sitzen wir hier in dem kleinen, smarten Büro von Bernhard Kurz zusammen mit Fotografin Bea und der sympathischen Pressesprecherin des ESTREL Berlin, Miranda Meier – die wir seit Jahren nur „per Mail“ kennen. Aber immer liebenswert und spendabel uns gegenüber. Für unsere Community bietet sie regelmäßig Freikarten für die Shows, leider habe ich das schon lange nicht mehr in Anspruch genommen. Umso größer ist die Freude, sie mal live zu sehen und wir versprechen, ihr Angebot wieder öfters wahrzunehmen. Was fragt man eigentlich einen so erfolgreichen Produzenten? Ich bin schon etwas nervös. Was mir als erstes in den Kopf schießt, warum ist er so lange schon im Estrel? Doch im Laufe des Gespräches erübrigt sich die Frage.

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Foto-Copyright: www.bea-boehm.de

Er liebt das, was er hier macht und das leidenschaftlich! Ich möchte nicht vorgreifen, aber das war wirklich ein sehr emotionales Gespräch, sehr authentisch, manches Mal auch kritisch, sehr offen und viel gelachtwurde auch.
Ganz klar, das Estrel Hotel ist die Basis dieser Shows.Könnt Ihr Euch noch erinnern? Was stand das Hotel damals in harscher Kritik? Es hieß das Hotel wäre zu groß. Damals war die Rede von einem Investitionsvolumen von über 133 Mio Euro, ein Vier-Sterne-Hotel mit über 1100 Zimmern – und ein heruntergekommenes Industriegebiet. An Erfolg glaubte kaum einer. Doch schon recht schnell nach Entstehung des nach vorne hin spitz zulaufenden Hotels, zeichnete sich das Hotel genau durch seine Größe, Preisleistung und dem Herzstück – des Convention Centers aus. Veranstaltungen gibt es hier ohne Ende. Mittelständische Unternehmen und Konzerne finden für sich und Mitarbeiter einen Ort der Unterkunft mit Tagungs und Unterhaltungsmöglichkeiten inklusive Speis, Trank und Übernachtung.

Doch zurück zu unserem Show-Produzenten Bernhard Kurz.
Herr Kurz, was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrem Job?

Die Zusammenarbeit mit den Künstlern, ist für mich das Schönste an meinem Job. Und das Thema Live-Entertainment. Hier erlebst Du Momente im Leben die Dich noch richtig elektrisieren können. Denn, man weiß nicht, wann es passiert. Manchmal stehen die Leute auf und applaudieren, manches Mal bleiben sie sitzen. Es ist die Ungewissheit, die jedes Mal einmalige Erlebnisse beschert.

An der Wand entdecken wir ein Fußball-Trikot mit einer 60 drauf, so erfahren wir, dass Bernhard Kurz Ende der 70er Jahre Trainer beim VfB-Stuttgart war. Hansi Müller war sein Schützling und mit Klinsmann hat er trainiert als er um die 16 war.
Können Sie sich noch an Ihre erste Show erinnern?

Ja, mein Gott, ich erinnere mich noch gut. Was hatten doch die „Doppelgänger“-Shows für ein schlechtes Image. Damals standen wir ganz schön in der Kritik. Die meisten dachten „Da kommt so ein deutscher Fuzzi und will American Entertainment machen“. Es war schwierig, die haben uns ausgelacht. Heute sind wir „Real Madrid“ (merkt ihr, der Fußballer kommt hier durch). Die erste  Doppelgängerin war „Coco“ als Tina Turner. Damals applaudierte das Publikum schon, als sie nur die Bühne betrat.

Was ist das Besondere an Euren Shows?

In erster Linie sind unsere Doubles wirklich richtig klasse. Erst vor kurzem war ich in Orlando bei einer Tagung für die besten IMG_5827_vkDoppelgänger dieser Branche. Ganz ehrlich, von 120 kannte ich schon 95. Wir haben hier die Besten der Besten vor Ort. Auch wichtig und das Besondere unserer Shows: Wir wollen diese authentisch gestalten. So oft wir können und es machbar ist, laden wir zu den Shows Zeitzeugen mit ein, wie z.B. Ed Enoch. Lange Zeit war er Wegbegleiter und Leadsänger des legendären „The Stamps Quartett“, welches Elvis von 1971 bis zum Tode im Jahr 1977 begleitete. Aber auch Elvis Bodyguard Sonny West sowie der echte Gospelchor „The Imperials“ von damals, waren schon bei uns. Auch die realen Video-Einspielungen der echten Stars kommen bei unseren Zuschauern gut an. Es ist ein Mix aus Real+Double.
Warum ist das Konzept, an das keiner glaubte so erfolgreich?

Das Estrel Hotel ist eine wundervolle Basis für Live-Entertainment. Wir produzieren von hier aus 14-15 Shows und entsenden diese in die weite Welt. Ob Athen, Mallorca oder über den Kontinent nach Australien. Wir gehen im nächsten Jahr viel auf Tour und spielen bundesweit über 75mal das Beatles-Musical, sowie 50 Elvis- und 20 Abba-Shows in ganz Europa. Wir haben doch alles vor Ort was wir benötigen, das zeichnet uns aus und lässt uns so erfolgreich sein.

Bekommt man eine besondere Bindung zu den Stars im Laufe der Zeit?

Ja, das ist wie eine große Familie. Wir sind für die Künstler da, wo wir können. Künstler haben es heutzutage richtig schwer, sie sind immer die Verlierer.

IMG_5831_vkWie darf ich das verstehen?

Live-Entertainment hat ein riesen Problem, alle Kosten sind gestiegen nur die Ticketpreise nicht. Auch wir kämpfen mit Abgaben, die uns das Leben schwer machen. Jeder will ein Stück abhaben, ohne auch nur ein Stück Risiko tragen zu wollen: Die GEMA will 10 %, 19% Mehrwertsteuer, Vorverkaufsgebühren 20% und dann noch die Ticketgebühren und Miete für die Räumlichkeiten. Über 50% geben wir schon einmal ab. Es bleibt wenig Handlungsspielraum. Mit der Beantragung von Fördergeldern haben wir versucht, die  Künstler besser zu unterstützen. Aber wir wurden abgelehnt, nur „Originale“ werden für „gut und förderungswürdig“ gehalten.

Was könnt Ihr für Eure Künstler tun?

Unabhängig, dass wir Ihnen eine tolle Bühne zur Verfügung stellen, ist das Estrel für viele ein zu Hause geworden. Wir schaffen hier einen Hort der Begegnung, ein zu Hause, eine Bühne sowie eine gewisse Regelmäßigkeit und Sicherheit. Ein Teil der Künstler ist im Hotel untergebracht. Auch wenn es mal brenzlig wird, es mal zu Hause Ärger gibt – helfen wir nicht nur mit einem Zimmer aus. Im Grunde sind wir nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Streetworker und Seelenklempner. Wir greifen unter die Arme wo wir können.

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Das klingt ja sehr menschlich. Was gebt Ihr denn Euren Künstlern mit auf den Weg?

Die Künstler, die bei uns waren oder sind, haben durch „Stars in Concert“ eine aussagekräftige Referenz und können diese auch nutzen. „Stars in Concert“ ist zu einem Markenzeichen geworden. Wir geben natürlich Tipps so gut und viel wir können. Ich habe gerade einen Paul McCartney getroffen (das klingt so lustig, dass wir lachen mussten). Der war richtig gut und hat eine Menge Potential. Hier macht es mir Spaß, dies zu erkennen und zu fördern, sowie wertvolle Tipps weiterzugeben.

 

Gibt es auch No Go´s?

Ja, natürlich. Wer was auf sich hält, geht z.B. nicht zu Casting-Shows. Charlie Chaplin hat mal bei einem „Charlie Chaplin-Casting“ teilgenommen und wurde nur Dritter. Ja, manchmal ist das Double besser als das Original. (So erfahren wir übrigens auch, dass viele Schauspieler „ihre Doubles“ haben. Ob das stimmt? Ab heute schaut mal genauer hin :)
Auch rate ich dringend von kosmetischen Operationen ab, da hab ich schon einiges erlebt und gesehen! Die skurrilste Geschichte war ein Doppelgänger in den USA. Der ging zu einem Zahnarzt, der im Besitz von Elvis seinen Gips-Zahnabdruck war. Aufgrund dieses  Abdrucks hat er sich seine Zähne machen lassen. Das ist doch verrückt, oder? Die richtig Guten, die machen so etwas nicht. Die meisten schlüpfen nach ihren Auftritten wieder ins normale Leben. Und das ist auch gut und wichtig.
In welche Rolle möchten Sie einmal schlüpfen wollen?
Lacht, also darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ehrlich gesagt, in keine, das können andere viel besser.

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im Festsaal gemeinsam sinniert, lustige Anekdoten hat Bernhard Kurz viele zu erzählen

Wieso,  können sie etwa nicht singen?

Lacht wieder, doch unter der Dusche und im Auto, da singe ich gerne. Früher gab es vor den Shows immer eine Art „warm-up“, da hab ich auch sehr gerne mitgemacht. Singen ist so befreiend.
Was fällt Ihnen spontan ein „als bewegender Moment“?
Das war im Jahre 1999, da war die echte Tina Turner bei uns und traf auf ihr Double . Sie fand das richtig klasse und hat sich über ihre Doppelgängerin unheimlich gefreut. Das sind Momente, die vergißt Du nie!

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Wie findet Ihr die Doppelgänger?

Bei uns bewerben sich Doppelgänger aus aller Welt. Wir haben Quereinsteiger sowie Zufallsbegegnungen. Glücklicherweise sind die Menschen heute den Doubles gegenüber nicht mehr so abfällig wie früher. Wir haben mittlerweile über 5 Millionen(!) Zuschauer gehabt, die „Stars in Concert“ gesehen haben – Das spricht doch für sich, oder?
PS. Vielen Dank an Miranda Meier für die Organisation dieses Interviews und lieben Dank an Bernhard Kurz, der sich sehr viel Zeit für unseren Besuch genommen hat!

 

 

P.P.S. Im Dezember verlosen wir auf facebook 3×2 Freikarten für die Show! Am besten jeden Tag reinschauen :-)

 Danke, liebe Bea Böhm, dass du dieses Interview fotografisch begleitet hast! (Hier mehr Infos zu www.bea-böhm.de

 

 

 

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1 Antwort zu "Im Gespräch mit Bernhard Kurz, Musicalproduzent von "Stars in Concert""

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