Im Gespräch mit dem Familienunternehmen Dachdeckerei Hahn

Dachdeckerei Hahn im Gespraech

v.l. Anita Tusch im Gespräch mit Siegfried Hahn und Angela Hahn

Familienunternehmen haben immer ihre eigene Geschichte. Diese beginnt vor genau 40 Jahren mit 170,00 DM in der Tasche sowie einen kleinen gebrauchten Wagen. Siegfried Hahn (76 Jahre alt) erinnert sich:

Siegfried Hahn in den 80er Jahren

„Ich habe im Jahre 1955 meine Gesellenprüfung als Dachdecker gemacht. Anschließend war ich in einer großen Dachdeckerfirma als Bauleiter mit ca. 50 Mitarbeitern tätig, oftmals musste ich auch in den westdeutschen Raum reisen. Meine Familie habe ich durch die Montagearbeiten wochenlang nicht gesehen, aber ich habe dabei sehr viele Erfahrungen sammeln können. Der Wunsch kam auf, eine eigene Firma gründen zu wollen. Im Jahr 1974 war es dann soweit. Wir waren ein Meister und ein Geselle, da sind dann schnell in der Woche ca. 60 Arbeitsstunden zusammen gekommen. 1980 wurde dann aus der Hahn GbR eine  Hahn Dachbau GmbH mit anfangs 4 Mitarbeitern, das steigerte sich bis heute auf 14 Mitarbeiter, 1 Sekretärin und 3 Lehrlingen.
Mittlerweile ist Siegfried Hahn über 40 Jahre im Handwerker-Geschäft tätig.Viele Handwerker-Betriebe, darunter auch namhafte sind in den letzten Jahren geschlossen worden. Sieke, was glaubst Du warum Du bis zum heutigen Tag, Dein Unternehmen so erfolgreich führen kannst? „Das ist ganz einfach, wer gut arbeitet überlebt auch. Wir haben mit meiner  Firma bis zum heutigen Tag noch keine Prozesse führen müssen. Meine Mitarbeiter sind klasse. Unsere Kunden sind zufrieden, wir regeln auftretende Probleme sofort kundennah und werden somit immer weiter empfohlen. Mittlerweile hast Du das stolze Alter von 76 Jahren erreicht, sieht man Dich heute noch auf dem Dach? Lächelt verschmitzt, Nein, heute haben wir Handys, ich hol die Jungs vom Dach, wenn ich mit ihnen sprechen möchte. Übrigens, noch heute freue ich mich, über jedes fertiggestellte Dach.
Inwiefern unterscheiden sich die Arbeiten von früher zur heutigen Zeit? Die Entwicklungen auch in unserem Segment sind immens. Nicht nur die Materialien haben sich verändert, sondern auch die Techniken, die unsere Arbeiten mittlerweile sehr erleichtern. Wir können unsere Arbeiten heut viel schneller erledigen, das ist nicht immer ein Vorteil, denn auch der Druck ist dadurch gestiegen. Was ich jedoch wirklich bedauere: Schon seit geraumer Zeit leidet unsere Branche an Fachpersonalmangel. Vorrangig fehlen uns immer wieder gute Bauklempner.

Im Jahre 1990 stieg Sohn Andreas Hahn mit seiner Frau Angela in die Fußstapfen seines Vaters, bzw. gründete er eine eigene Dachdeckerei. Andreas Hahn gilt als Aufsteiger. Nach zweijähriger Ausbildung sowie seiner Gesellenprüfung die unmittelbar folgte führte er bis zum Jahre 2009 seine Firma. (Andreas Hahn sein Gesellenstück ist übrigens noch heute zu bestaunen: das Elefantentordes Berliner Zoos) Er führte das Unternehmen sehr erfolgreich,war u.a. Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Berlin, bis er im Jahre 2009 bei einem tragischen Verkehrsunfall tödlich verunglückte.

Für die Familie brach eine harte Zeit an. Doch eines wußten alle Familienmitglieder, die Verantwortung für die Mitarbeiter und auch dem bisherigen Lebenswerk musste treu geblieben werden. Sieke und Andreas standen sich sehr nah, Sieke trinkt einen Schluck Wasser und erinnert sich: Wer Andreas kannte, weiß, er war ein stolzer und sehr erfolgreicher Mann. Er griff den vorhandenen Erfahrungsschatz seines Vaters auf, denn er wußte, dass dieser goldwert war und setzte ihn gezielt ein.

Angela Hahn u Bastian Maudrich fav

Angela Hahn mit Dachdeckermeister Bastian Maudrich

Heute führt Angela Hahn  erfolgreich das Vermächtnis ihres Mannes weiter. Glücklicherweise war Angela von Anfang an  mit sämtlichen Büroarbeiten vertraut und baute nicht nur den operativen Bereich der Firma Andreas Hahn Dachdeckerei GmbH mit auf, sondern kümmerte sich um den Aufbau einer internen Firmenstruktur. Angela, das war nach dem Tod Deines Mannes sicher keine leichte Aufgabe. Wie ging es für Dich weiter? Ich brauchte eine ganze Zeit um das Geschehene zu verkraften. Der Druck, den Andreas hatte, lastete auf einmal auf meinen Schultern. Glücklicherweise hatten wir uns kurz vor Andreas seinem Unfall entschieden, Bastian Maudrich, der schon als Geselle bei uns tätig war, als Dachdeckermeister einzustellen, damit wir uns auch einmal im familiären Bereich mehr Zeit nehmen können. Ich bin froh, dass wir mit Bastian Maudrich einen kompetenten Dachdeckermeister gefunden haben, dem ich bis heute vertrauensvoll begegnen kann.
Angela, Du trägst mittlerweile eine hohe Verantwortung, wie kommst Du damit klar? Ganz sicher hat Andreas uns eine gute Basis hinterlassen. Unsere Kunden sind uns treu geblieben. Auch wächst man mit seinen Aufgaben. Jeden Tag müssen Entscheidungen getroffen werden. Im Laufe der vielen Jahre, in denen ich gemeinsam mit meinem Mann das Unternehmen geführt habe, hat er mich immer miteingebunden. Davon profitiere ich noch heute.
Angela, wie viele Mitarbeiter hat die Andreas Hahn Dachdeckerei GmbH und was zeichnet Euch aus? Wir haben 18 Mitarbeiter die von der Planung bis hin zur Realisierung anspruchsvoller Dachkonstruktionen hoch gefordert sind. Wir haben viele Baustellen, denen wir gerecht werden müssen. Wir sind ein kompetenter Partner in sämtlichen Bereichen des Dachdeckerhandwerks. Unser Anspruch ist gemeinsam mit unseren Kunden eine Lösung für fast jedes Problem rund um‘s Dach zu finden. Auch können wir umfassend im Bereich Fördermittel beraten. An dieser Stelle muss ich mal ein Lob an meine Mitarbeiter richten, die in guten sowie auch in den schwierigen Zeiten, die ich durch den Verlust meines Mannes durchleben musste – immer und bis heute an meiner Seite stehen und hervorragende Arbeit leisten.
Wir beenden unser gemeinsames Mittagessen, Sieke muss los – doch eines möchte er noch loswerden, bevor er geht – „Es reicht nicht nur, ein guter Dachdecker zu sein – wenn die Frau nicht mitspielt – funktioniert das alles nicht.“

Ein schönes Kompliment an die Frauen der Familie Hahn. Danke an Euch beiden für das aufschlussreiche Gespräch.

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