Hugo Egon Balder – es ist irgendwie immer alles passiert!

Was, Du kennst FC Diener nicht?“ Das war unser Entree im Café Dressler. Ich sitze hier mit Hugo Egon Balder. „Neeeee, kenn ich nich“, habe ich gesagt. „Kenn ja ´ne Menge Fußballvereine, aber von dem hab ich noch nie gehört.“ „ Gibt’s doch nich..!“ meint Hugo und bietet spontan an: „Dann gehen wir da nächste Woche mal hin!“ Das „Diener“ – ist eine Kultkneipe in der Grolmannstr. mit viel Geschichte, wie ich erfuhr. Von Mario Adorf bis Jack White tummelte sich dort die ganze Journaille, Musiker, Schauspieler und Künstler. „Unsere Freizeitmannschaft hieß FC Diener, wir haben oft gegen die Lach- und Schießgesellschaft FC Schmiere gespielt.“ erzählt Hugo. Jetzt weiß ich nicht, ob er mir gerade einen Bären aufbindet, ich schaue ungläubig und wir müssen beide lachen.

Man könnte meinen, das Eis ist gebrochen. Doch das Treffen mit Hugo war von Anfang an völlig entspannt. Keine Allüren, nix – total normal – wenn man davon absieht, dass dieser Manhugo 13n offensichtlich eine Menge Input in seinem Kopf hat.

Hugo Egon Balder ist, ich konnte es kaum glauben Südberliner! Er ist in Berlin-Friedenau aufgewachsen. Mit 20 ging er in die Schauspielschule von Else Bongers. Zu ihren bekanntesten Schülerinnen und Schülern gehörten unter anderem Hildegard Knef und Götz George. Hugo spielte 7 Jahre im Schiller-Theater und machte nebenbei Musik. Langspielplatten. „Das war damals gar nicht so gerne gesehen“, meint Hugo. In seiner Jugend spielte er leidenschaftlich Schlagzeug, Klavierunterricht nahm er schon mit 4 Jahren und ist noch heute sein Lieblingsinstrument.

Eine seiner schönsten Zeiten hatte er beim Radio Luxemburg. „Die waren echt klasse drauf. Mein Chef war der Programmdirektor Frank Elsner. Übrigens einer der sozialsten und humorvollsten Chefs, die ich je kennengelernt habe. Ich kann mich noch genau an mein Vorsprechen erinnern. Ich sollte einen Beitrag improvisieren über einen Imker dessen Bienenkönigin entkommen ist. Ich habe nur Mist erzählt. Prompt bekam ich die Antwort: Herr Balder, wir können sie nicht gebrauchen! Das war jedoch nicht ernst gemeint und mein Einstieg ins Radio. Von da an habe ich jeden Mittag eine Livesendung gemacht, so ungefähr bis 1990.“

Ganz nebenbei erfuhren wir, dass übrigens damals Frank Elsner den Verkehrsfunk eingeführt hatte. Hugo Egon Balder hat viel erlebt seither. Auf mich prasseln die bekanntesten Namen deutscher Prominenz ein. Ich glaube, er kennt sie alle und mir wird jetzt erst bewusst warum. Na klar, er gehört natürlich auch zu den Fernsehmachern der ersten Stunde – dem Privatfernsehen. Es ging 1986 mit den privaten Sendern los. Hugo war mit „Alles nichts oder“ 1988 am Start. Das Format „Genial daneben“ stammt übrigens von ihm persönlich. „Ich bin damit 7 Jahre herumgerannt, keiner wollte es haben. Immer hörte ich nur, neee, das funktioniert nicht. Beim ZDF wurde es angenommen, aber es kam einfach kein Vertrag zustande. Doch dann, bei SAT1 hatte er Gehör gefunden. Im Herbst diesen Jahres erscheint „Genial daneben“ übrigens in einer Neuauflage.
Wer dabei sein wird, kann er erst verraten, wenn alle Zusagen vorhanden sind.

 

hugo 26

Anita mit Hugo Egon Balder am Ku´Damm

Du wohnst ja nicht mehr in Berlin, Hugo. Wäre es eine Stadt für Dich? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, ich liebe Berlin. Aber hier kommst Du nachts einfach
nicht pünktlich nach Hause. Überall sitzen sie in den Cafés, auf den Strassen, ständig trifft man jemanden.

Wie lange möchtest Du deinen Job noch machen? Na, so lange wie es geht. Mein Beruf ist mein Hobby und das Schöne daran ist, ich habe nie einen Plan gehabt. Es ist
immer alles irgendwie passiert.

Was meinst du, gibt es für Dich Dinge die KURZVOR12 sind? Wovon möchtest du mehr? Hugo überlegt, schmunzelt und sagt „Ich bin zufrieden und würde sagen
#demnächstmehr

 

Autor: Anita Tusch, Fotos: Peter Roether
www.facebook.com/OfficialHugoEgonBalder
PS. Gesagt, getan! Wir waren übrigens wirklich mit einem Teil des Ensembles eine Woche nach dem Interview in dem Kultlokal „Diener“.

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