Hinreissende Kostümspiele

Paulines Kreationen sind Mode zum Lustwandeln. Sie stehen für eine temperamentvolle Lebensart mit Sinn für das Schöne und Zauberhafte. Heißgeliebte Stücke, die in Formen und Farben, Stoffen und Motiven, Spitzen und Bändern mal frivole Schmuckkunst sind, mal zuckersüßes Accessoire.

Dass Mode ein Spiel ist, nimmt Pauline Stolze nahezu wörtlich. Sie spielt mit Muffinverpackungen, Pralinenpapier, Stoffen, Perlen und Glitzer, entwirft Hüte und Haarreife, Nippel Pasties (die kleinen Dinger, die die Brustwarzen
bedecken), Kleider im Pin Up- und Burlesque-Stil und ausgefallene Outfits für Fotoshootings.. Alles Einzelstücke, darin besteht die Vielfalt. „Meine Kundinnen möchten das. Es gibt keine Nachfertigungen, nur Einzelteile, damit sie unverwechselbar sind.” Die Aufmerksamkeit liegt hier im Detail: bei Design und Qualität. Zum Schneiderhandwerk kommt Pauline Stolze aus einer Notwendigkeit heraus. „Ausgebildet wurde ich zur Floristin. Aber eigentlich wollte ich in die Modebranche. Meine Eltern haben mir immer geraten ‘Schuster bleib bei deinen Sohlen’, aber das hat mich nicht glücklich gemacht.” Als Pauline vor sieben Jahren aus Templin in den Berliner Süden umzieht, nimmt sie die Stelle als Verkäuferin bei einem Herrenausstatter an und wird nach wenigen Jahren Filialleiterin in einer anderen Boutique am Alexanderplatz. Als das Geschäft schließen muss, ist sie gerade schwanger. „Ich musste irgendwie zu Geld kommen und habe im ersten Babyjahr angefangen, Sachen umzunähen, habe mal ein Hütchen gemacht, mal ein Accessoire, hier eine Hosentasche verarbeitet, dort Ärmel abgetrennt. Die Stücke wurden immer ausgefeilter. Handwerklich begabt bin ich ja durch meinen Beruf als Floristin, da muss man auch kreativ sein und basteln, nur eben mit Blumen. Die Ideen kommen, wenn ich Materialien
sehe oder arbeite. Zur Zeit arbeite ich an mit Perlen und Pailletten besetzten Pasties. Ein Kundenwunsch. Das ist eine ziemliche Puzzlearbeit, entspannt mich aber auch. Meine erste Nähmaschine habe ich übrigens von meinen Eltern bekommen.” Die Materialien findet sie auf Märkten, durch Zufall oder auf dem Türkischen Stoffmarkt in Kreuzberg. „Die haben tolle Sachen.” Leopardenmuster und Neonfarben sind derzeit am gefragtesten, dann viel Gold und Glanz. Und natürlich die Klassiker rot, nudefarben und schwarz.

Über Facebook werden ihre ersten Kunden auf Paulines Kreationen aufmerksam. Inzwischen verkauft sie auch über ihre Homepage und den Internetshop Dawanda. „Die Leute suchen nach speziellen Dingen. Vor allem Tänzerinnen, die ihre Kleidung nicht selbst nähen können oder das Geld für eine teure Schneiderin nicht haben. Preislich bleibe ich fair. Viele Tänzerinnen haben kein Geld, diese Situation kenne ich.” Berücksichtigen muss sie aber auch bestimmte Wünsche bei den Entwürfen von Showhüten und Bühnen-kostümen.
„Für Burlesquetänzerinnen müssen die Stücke so gearbeitet sein, dass die Tänzerin schnell aus ihrem Kleid kommt, dabei aber eher andeutend als enthüllend bleibt und der Rest der Fantasie des Betrachters überlassen bleibt.” Vieles, was aus dem Fetischbereich kommt, ist jetzt auch auf der Straße zu sehen, „die Leute trauen sich langsam. Dass liegt auch an Filmen wie „Burlesque” oder Tanzschulen, die ihr Angebot mit erotischen Bewegungsformen erweitern. Manchmal, kurz vorm Ausgehen, macht sich Pauline Stolze noch schnell einen passenden Haarschmuck. Schon praktisch, wenn man so was kann.
auf Facebook: Paulines Kreationen
auch bei Dawanda zu finden:
Autor: Mononna Ciccone
Fotos: Friederike Franze (freiseindesign.com)  und  Mononna Ciccone

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