Hasch mich, ich bin der Dieb!

Hasch mich, ich bin der Dieb! Goethes „Die Mitschuldigen“ im Monbijou Theater / Wir verlosen Freikarten

Sophie verbrachte einst glückliche Stunden mit Alcest. Doch dieser musste an die Front und sie heiratete den Wirtshausfreund ihres Vaters, den Söller. Der verbringt seine Tage und Nächte lieber mit Spiel, Gesang und Trank anstatt mit seiner Frau. Da steht Alcest plötzlich wieder in der Tür. Sophie ziert sich noch kurz, dann wird ein Rendezvous um Mitternacht arrangiert. Ende gut, alles gut? Von wegen, die Verwirrungen kommen jetzt so richtig in Schwung, denn während des nächtlichen Stelldicheins ist erst der Söller anwesend, der nachts ins Gästezimmer des begüterten Alcest einbricht, aus dessen Schatulle einen großen Geldbetrag entnimmt und sich im Schrank verstecken muss, als sein Schwiegervater im Anmarsch ist. Dann will der Alte selbst in den Briefen von Alcest nach Neuigkeiten schnüffeln, wird aber von Sophie unterbrochen und muss sich wieder davonmachen, als sie das Zimmer betritt, um den noch nicht anwesenden Alcest dort zu treffen. Statt ihm offenbart sie nun Söller, der immer noch auf Horchposten ist, wie es in ihrem Innern aussieht. Als schließlich Alcest auftritt und Sophie umgarnen will, kommt Söller zu der Überzeugung, er sei ein gehörnter Ehemann.

Nächtliches Stelldichein sorgt für Verwirrungen

Am nächsten Morgen beschuldigen sich Vater und Tochter gegenseitig des nächtlichen Griffs in Alcests Schatulle. Später eröffnet der Wirt dem Gast, seine Tochter habe das Geld geraubt. Der liebt die schöne Sophie und will ihr verzeihen. Doch das sich anschließende Gespräch zwischen beiden läuft gründlich schief, Sophie überlegt es sich mit der Liebesaffaire zu Alcest anders und geht. Alcest fordert schließlich Söller heraus, es kommt zum Duell der beiden Kontrahenten, an dessen Ende Söller frech resümiert: „Ich stahl dem Herrn sein Geld, und er mir meine Frau.“

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Geld oder Liebe

Goethes frühes Lustspiel „Die Mitschuldigen“ entstand, als der Dichter gerade einmal 19 Jahre alt war (die erste Fassung schrieb er zwischen November 1768 und Februar 1769, die zweite zwischen Juni und September 1769). Erst 1777 wurde das Stück im Weimarer Liebhabertheater uraufgeführt – mit dem inzwischen 27-Jährigen Goethe in der Rolle des Alcest. Kurz gesagt geht es um eine Liebesaffaire, die gerade beginnen will und bald wegen entstandener Verwirrungen abrupt beendet wird. Es geht aber auch um menschliche Schwächen, die da sind Schnüffelei, Spielsucht und Habgier. Und nicht zuletzt geht es um Kritik an der bestehenden Gesellschaft – in der Inszenierung des Monbijou-Theaters mit teilweise (tages-) aktuellem Bezug.

Mit Humor und Frechheit

Unter der Regie von Maurici Farré lebt Goethes „Die Mitschuldigen“ von einer großartigen  Komik, mal derb und geradeheraus, mal mit feinem Nachdruck, und vom Grimassenschneiden: Eine einfach zu beeindruckende Frau (die man grundsätzlich total mag), ein besoffener Clown – also der spielsüchtige Söller –, ein Player (Macho wäre schon zu viel für Alcest) und ein feister Wirt (ein paar Mal habe ich mir Louis de Funès in dieser Rolle vorgestellt) liefern Zuschauern mit Sinn für Humor und Frechheit einen großen Spaß und insgesamt ein großartiges Spiel, in dem sie verbal alle charakterlichen Untiefen der Beteiligten ausloten und schließlich offenlegen.

 

„Die Mitschuldigen“ wird noch bis zum 2. September 2016 im Monbijou-Theater (Monbijoustraße 3, 10115 Berlin) aufgeführt. Tickets kosten zwischen 14 und 22 Euro und sind am Kassenhäuschen an der Strandbar erhältlich, Reservierung unter www.monbijou-theater.de oder unter der Telefonnummer 030/2 888 66 999.

 

Wir verlosen für „Die Mitschuldigen“, Vorstellung am Dienstag, 19. Juli 2016, um 21 Uhr, 5×2 Freikarten. Ruft dazu am Dienstag, 19. Juli, um 12 Uhr unter der Telefonnummer 030/80 93 21 54 an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Text: Mononna Ciccone

Fotos: Bernd Schönberger

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