Für mehr Aufmerksamkeit…

Bili Tour für mehr AufmerksamkeitFür mehr Aufmerksamkeit und Respekt fand gestern die BILI-Tour statt, da wir vor einiger Zeit davon erfuhren, bin ich  dort hingegangen und habe mir einen Eindruck verschafft. Im Vorfeld wußte ich, es geht um mehr Aufmerksamkeit behinderten Menschen gegenüber.

„BILI“ steht übrigens für die Biesalski Schule und das Lilienthal-Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf. Deren Schülerinnen und Schüler haben mit Unterstützung des Netzwerkes Berufliche Bildung e. V. gemeinsam Fragen erarbeitet und sind heute als Ausbildungsplatzsuchende und „angekündigte Testkäufer“ bei den örtlichen Geschäften in der Schloßstrasse aufgetreten.  Das Besondere daran ist, dass hier zwei unterschiedliche Schulen zusammen gekommen sind. Ein Gymnasium und eine Schule für Kinder mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Behinderungen!Ein Projekt….für mehr Aufmerksamkeit! Das finde ich richtig klasse!

Um 14.00 Uhr ging es los. Eröffnet  wurde diese Veranstaltung  von der Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Gesundheit und Verkehr, Barbara Loth. Weiterhin auch von Rainer Beckmann, Centermanager vom Forum Steglitz sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderung in Steglitz-Zehlendorf, Frau Beese. Durch die Veranstaltung führte Rainer Milletat von Lokales Service Zentrum.

Gestartet sind die jungen Teams vor dem Forum Steglitz mit vorbereiteten Fragebögen.

Tour Plan Nicht nur die baulichen Erfordernissen stehen hier im Mittelpunkt, sondern auch die Aufmerksamkeit und der  respektvolle Umgang mit den jungen Menschen werden auf den Prüfstand gestellt.Ein Ziel ist es auch Wünsche, Hoffnungen und Forderungen behinderter junger Menschen noch bekannter zu machen. Die besten Erfahrungen sind denSchülern einmal protokolliert worden. Ich bin gespannt was dabei herausgekommen ist.

Ein sehr wichtiges Ziel dieser Aktion ist es auch, den Einzelhandel für die Lebenssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen zu sensibilisieren. Gerade beim Übergang von der Schule zum Beruf benötigen Jugendliche mit einer Beeinträchtigung Beschäftigungsperspektiven, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Es gibt behinderte Jugendliche sowie Erwachsene. In unserer immer älter werdenden Gesellschaft gibt es und wird es immer mehr Menschen geben, die zeitweise, teilweise oder fortwährend beeinträchtigt sind. Viele Unternehmen, aber längst noch nicht alle haben begonnen, sich auf die besonderen Anforderungen von Menschen mit Beeinträchtigung einzustellen.

Dieses Projekt ist eine schöne Idee und eine Initialzündung um einmal wieder darüber nachzudenken, dass vor allem auch  behinderte Jugendliche Perspektiven in unserer Gesellschaft vor allem auch auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten sollten. Ein offenes Verständnis und gemeinsames Handeln sind hier sicherlich für jedermann gefragt.

Ich bin gespannt auf die Abschlussveranstaltung, die Ergebnisse und vor allem auf die Erfahrungen, die die Kinder für sich machen konnten. Wer interessiert ist, kann am Mittwoch, den 06.10.2010, ab 17.00 Uhr einfach mal im Globetrotter am Kreisel vorbeischauen. Die Ergebnisse werden im Beisein von der Bezirksstadträtin für Jugend, Schule und Umwelt, Anke Otto, präsentiert und prämiert.

Allerdings habe ich eines doch vermisst…. mehr Aufmerksamkeit. Viele Menschen sind einfach vorbeigelaufen, nicht einmal stehen geblieben. Zu wenig Interessenten waren vor Ort. Ich hätte mir einen vollen Platz vor dem Forum gewünscht.  Presse? Fehlalarm. Aus einigen Gesprächen, die ich hier und da vor Ort führen konnte wurde mir mitgeteilt, dass zwar die Presse angeschrieben wurde und dies auch mehrfach..das Feedback jedoch gen Null ging. Das finde ich sehr schade. Die Vermarktung von solchen Themen ist sicherlich ein schweres Unterfangen. Mit mehr gemeinsamen Denken, hätten hier vielleicht andere Vereine, Organisationen, Verbände usw. eingebunden werden können. Vielleicht einmal die Schloßstrasse fluten…mit zB. vielen Rollstuhlfahrern oder anderweitig behinderten Menschen…für mehr Aufmerksamkeit!!

P.S. und wie es hier im Süden ist, habe ich natürlich wieder ein paar bekannte Gesichter getroffen. Ich sage ja, Berlin ist ein Dorf :-)

Keine Antworten zu "Für mehr Aufmerksamkeit..."

    Hinterlasse einen Kommentar

    Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.