Es ist wie es ist

Die ufaFabrik kennt hier im Süden doch jeder!

Olaf war es, der auf dieses Langzeitprojekt aufmerksam machte und meinte, „lass uns Juppy von der ufaFabrik besuchen, das ist ein ganz besonderer Ort hier in Tempelhof.“ Wer ist Juppy? – werden wahrscheinlich viele von Euch denken und ich dachte das auch.
Wir besuchten ihn an einem sonnigen Tag Anfang April 2010 direkt auf dem Gelände im Café Olé. Wie wir später erfuhren, ein Szenetreff der besonderen Art, denn hier saß schon so mancher Gast Schulter an Schulter mit Prominenz aus Theater, Film und Fernsehen sowie Musik und Politik. Juppy kommt ursprünglich aus Trier und kam 1969 im zarten Alter von 21 nach Berlin. Damals galt Berlin als reines Abenteuer und zog junge Leute mit Widerspruchsgeist und Sinn fürs Antibürgerliche wie ein Magnet an. Was glaubt Ihr, wofür Berlin heute steht?

Juppy, im ersten Moment ein wenig skurril wirkend ist bekannt als „der Mann mit dem Hut“. Gerüchte behaupten, er würde ihn nie abnehmen. Was er grinsend so stehen ließ. Er vermittelt auf Anhieb einen unheimlich sympathischen Eindruck. Seine Stimme ist klangvoll und birgt eine gewisse Ruhe und Gelassenheit. Seine Worte versprühen Humor gepaart mit Tief- und Scharfsinn.
Die bewegende Geschichte der ufaFabrik begann Ende der 70er Jahre. 1979 besetzte Juppy mit einer Gruppe von Handwerkern das Gelände des ehemaligen ufa-Kopier werkes. Das Ziel. Revolution. Ein Ort zu erschaffen frei von Zwängen und bürgerlichen Vorgaben einer Lebensvorstellung.
Er ist derjenige, der nicht nur die Besetzung, sondern auch die Entwicklung des Geländes entscheidend geprägt hat. Er kann von sich behaupten, die älteste und bis heute noch existierende Kommune Europas aufge baut zu haben. Er führte uns über das Gelände sowie in die geschichtsträchtigen Säle des ufa-Geländes. Jeder Raum hatte etwas zu entdecken und zu erzählen. Weitaus besser als ein Reiseführer es Juppy wahrhaftige interessante Geschichten aus 31 Jahren ufaFabrik. Wer könnte das besser vermitteln, als derjenige, der seither (s)eine Mission unabdinglich treu verfolgt und miterlebt hat! Er hat es geschafft, eine kleine Stadt in der Stadt zu errichten und zu erhalten, die sich den Themen Bio, Öko und Kultur widmen. 40 Menschen wohnen auf dem Gelände und 200 Arbeitsplätze existieren. Alles Menschen, die ihm wichtig sind.

Nicht nur einmal betonte er, dass die Menschen vor Ort nicht 20, 50 oder 70% leisten. Nein, diese Menschen, geben 120 % und mehr-um eine Vision zu teilen und aufrecht zu erhalten. Die ufaFabrik ist ein kleiner eigener Fleck in Tempelhof wo noch bür- gerschaftliches und soziales Engagement an erster Stelle stehen. Auf dem Gelände findet Ihr ausreichend Flächen, die für Entspannung und aktiver Freizeitgestaltung sorgen. Im Aufbau befindet sich derzeit eine neue Bio- Backstube. Auf den Dächern erspähen wir eigene Photovoltaik-Anlagen. Passend zum Konzept und selbstverständlich finden wir hier Gründächer und Fassaden- bepflanzungen. In den 31 Jahren wurde nicht nur nach ökologischen Grundprinzipien gelebt, sondern auch Kulturelles gepflegt.

Wer neugierig ist und mehr über die Geschichte der ufaFabrik und aus dem Leben von Juppy Einblick nehmen möchte, kann sich das Buch von Daniel Gäsche unter dem Titel „Juppy, aus dem Leben eines Revoluzzers“ direkt in der ufaFabrik kaufen.


Es steckt voller Humor, spannender Anekdoten, interessanter Lebensansichten und -weisheiten und vor allem steckt es voller Visionen, welche bis zum heutigen Tage nicht an Faszination verloren haben. Davon könnten viele von uns eine gute Scheibe abschnei den! Wer Lust und Laune hat, kann Juppy einmal selbst kennen- lernen. Im Wolfgang Neuss Salon präsentiert er jeden Montag um 20.30 Uhr „das Letzte“ was Berlin zu bieten hat. Gegenwart und Zukunft. Es erwartet Euch ein Abend für Herz und Hirn, voll musikalischer Arrangements, mimischer Perfomances, schockierender Wiederbegegnungen und scharfer Neuentdeckungen. Intelligenter Klamauk trifft auf bissige Gesellschaftskritik – unverkrampft, frech und mit Chuzpe.  Auf in die Zukunft!

www.ufafabrik.de

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