Entspannte Weihnachten…?!

Diese Zeilen stammen von Christine Schramm, die ich nach sehr vielen Jahren das erste Mal wieder auf der Benefiz-Veranstaltung für Bernd Geesdorf wiedertraf. An dieser Stelle möchte ich DANKE sagen für Deine Zeilen, liebe Tine, denn ich glaube, in der heutigen Zeit ist das Sinnieren über unser Leben und die Umgehensweise wichtiger denn je geworden. Vielleicht hilft es ja, zumindest einen Moment inne zu halten und über uns selbst nachzudenken.

Und hier kommen Tine´s Zeilen:

Kaum ein Fest bietet uns soviel Gelegenheit für unsere Stärken und Schwächen, wie die Tage um den 24. Dezember und das alle Jahre wieder. Okay, in diesem Jahr haben wir für unsere manchmal überzogene Erwartungshaltung und dem Hang zur Perfektion „nur“ ein fast normales Wochenende zur Verfügung…puhhh, mag sich da so manch eine(r) denken – Gott sei Dank! Trotzdem wird es vielen wieder gelingen, sich selbst so unter Druck zu setzen, dass Stress unvermeidbar scheint.
Beispiele gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Vielleicht erahnen wir bereits ganz leise, wie wir uns eventuell fühlen werden, wenn wir an den Feiertagen z.B. auf die Menschen treffen, denen wir Entspanntheit nicht vorspielen können, weil sie uns zu gut kennen. Oder wenn wir vielleicht Schwierigkeiten damit haben, eine stabile Gefühlslage zu wahren, gerade weil wir bestimmten Menschen eben nicht nahe sein können- zum Fest der Liebe. Oder eine ganz andere Variante. Es ist sooo schön, dass wir Mühe haben uns wieder für den Alltag nach dem Fest zu motivieren. Auch das kann Druck in uns erzeugen. Da sind dann Sätze wie: „Du machst Dir immer so´n Kopf“, „Du musst lockerer werden“ oder „Entspann´ Dich doch mal“ oft der Tropfen, der das berühmte Fass in uns zum Überlaufen bringt. Sie mögen gut gemeint sein, aber – gut gemeint heißt noch lange nicht gut gemacht.

Es erzeugt beim jeweiligen Gegenüber nur eines: noch mehr Druck. Und wer den verspürt, kann nun ´mal nicht entspannt sein! Aus meiner Sicht sehr verständlich, denn es ist gar nicht so einfach, mit lieb gewonnenen Gewohnheiten und eingeschliffenen Gedankenmustern zu brechen, wenn schon das leichtfertige Reden bzw. Denken von Stress bereits neuen Stress erzeugt. Interessant, oder? Allein Google hält für uns zum Thema „Weihnachtsstress vermeiden“ mindestens 75 Seiten mit Links bereit. Aber dieses Wissen, na ja wenigstens ein Teil davon, braucht unsere persönliche Erfahrung und dabei ist weniger oft mehr. Fangen wir vielleicht mal mit „Nichts“ an.

Ein ernsthaftes Bemühen darin, sich nur wenige Minuten am Tag Ruhe zu geben und Innezuhalten, wäre ein erster Schritt. Vermutlich fühlt es sich anfangs an, als ob jemand auf einer Party einfach den Stecker gezogen hat – es wird still. Doch mit Geduld und Übung werden wir diese Stille mit Zuversicht füllen. Entspannung lässt sich lernen, wie andere motorische Fähigkeiten auch. Damit wecken wir
die Sehnsucht, mehr Ruhe spüren zu wollen. Genau diese Sehnsucht und eine Prise Mut brauchen wir auch. Denn der Weg des „Nichts tun müssen“ ist eine Herausforderung für viele von uns, wo wir doch Ablenkung und Zerstreuung in unserem Leben kultiviert haben. In der Entspannung geht es um alles andere als das Erbringen von Leistung. Es ist eine Zeit nur für uns selbst, in der wir Schritt für Schritt und ausschließlich in unserem eigenen Tempo gehen. Ein stetiges Zurückkehren zu einfachen Übungen und Techniken lohnt sich, denn die gute Nachricht ist der Umkehrschluss: Wer entspannt ist, verspürt oft keinen Druck mehr.

Innere Ruhe wäre demnachein wundervolles Geschenk – und das nicht nur für uns selbst. Wir werden von der Wissenschaft, den Religionen und den Weisheitslehren darin bestätigt, dass all unser Tun Auswirkungen hat. Wenn wir also lernen, gut für uns zu sorgen, und das tun wir definitiv, wenn wir uns bewusst entspannen, dann sorgen wir automatisch auch für andere gut. Durch die aktivierten Vorgänge in unserem Körper würden sich vermutlich nach und nach folgende Symptome bemerkbar machen: Innere Ruhe spendete uns langfristig einen größeren Handlungsspielraum und eine Weitwinkeloptik in vielen Lebenslagen (aus der Ruhe heraus wissen wir, was und wen wir brauchen, um uns wohl zu fühlen). Es ließe uns und unser Umfeld manchmal staunen. Zusätzlich würden wir innerlich größer und stärker werden. Gut, vielleicht hätten wir weniger Kaufräusche, wir gingen vielleicht nicht auf alle Weihnachtsmärkte dieser
Stadt und wir könnten nicht an allen Adventsfeierlichkeiten teilnehmen. So what? Es ist uns ja nicht verboten, aber uns wäre künftig einfach nicht immer danach.
Diese Geschenkempfehlung lässt sich nicht kaufen, schenkt uns dafür aber immer wieder besondere Momente im Leben und erhöht unseren Genusslevel. Damit wären wir dann auch wieder aufnahmefähig für das Vitamin Z, wie z.B. Zufriedenheit, Zuwendung und Zuneigung. Vielleicht sind die Gaben für die Lieben dann nicht nur kostspielig – oder auch gerade das ´malwieder ; ), sondern kreativer, individueller und treffen wirklich den Geschmack der Anderen. Vielleicht wird einfach gemeinsame Zeit verschenkt – Platz genug für gute Ideen bekäme man ja wieder. Wenn auch nur ein Teil dessen eintreten würde – ich finde, das wären Nebenwirkungen, mit denen es sich wirklich gut leben ließe und das nicht nur zur Weihnachtszeit!
Mein ganz persönlicher Buchtipp:

was für´s Kanapee:
Buchtipp: Fuck it! Loslassen Entspannen Glücklich sein von John C. Parkin
was für´s Herz:
Youtube-Video von Charlie Chaplin – Selbstliebe


Autor: Christine Schramm

 

Keine Antworten zu "Entspannte Weihnachten...?!"

    Hinterlasse einen Kommentar

    Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.