Fußball: Einmal Traber immer Traber

traber-logoEinmal Traber, immer Traber

Dieser Verein ist anders, das spüre ich auf Anhieb. Emotionen, Leidenschaft und Ehrgeiz treffen aufeinander als ich mich mit Verantwortlichen treffe.

Bei einem ersten Treffen sitze ich zusammen mit der 1. Vorsitzenden, Simone Leuschner, dem Vorstandsbeirat und Spieler Benjamin Klein und dem Trainer der 2. Mannschaft Marc Connrad 
(2. Vorsitzender). Da ich Simone schon sehr lange kenne, weiß ich wie sehr ihr Herz an diesem Verein hängt. Um dies besser zu verstehen, möchte ich mehr über diesen Verein wissen. Simone selbst kennt den Verein seit 1992. Sie war verheiratet mit dem heutigen Ehrenpräsidenten Sven Leuschner, betreute über 10 Jahre den Verein, ist seit 2002 im Vorstand tätig und wurde 2012 vom BFV für 10 Jahre Vorstandsarbeit mit Bronze ausgezeichnet.

Simone, was ist das Besondere an 1. Traber FC und Deiner Arbeit als 1. Vorsitzende? In erster Linie sind wir ein Familienverein. Ich sage immer, das ist „mein Baby“, denn ich habe ein sehr großes Stück meines Lebens in diesen Verein investiert. Ich kann durchaus sagen, dass ich jedes einzelne Mitglied kenne. Wir sind derzeit 200 Mitglieder. Kein großer Verein, dafür mit viel Tradition, Kameradschaft und Kampfesgeist.

erste-traber-fc-02Viele Spieler haben bei uns in der 1. Männer angefangen und finden sich heute noch in der Ü40 wieder. Unser ältester Spieler, ist in der Ü60, der Jochen, mittlerweile ist er 77 Jahre alt und immer noch aktiv mit am Ball. Ein Verein mit viel Tradition. Mein Job ist hier sehr vielseitig, nicht immer fällt es mir leicht Entscheidungen zu treffen.

Ich finde, sie ist die Seele des Vereins, wirft Benjamin ein. „Simone ist unser Häuptling, wenn sie nicht mehr ist oder aufhören würde, wüsste ich nicht was mit dem Verein geschieht.“ „Marc mischt sich auch in das Gespräch – „ich finde Simone ist nicht nur 1. Vorsitzende und die Seele des Vereins, sondern auch eine gute Freundin, so kümmert sie sich auch wenn es Probleme gibt um die Spieler, sei es mal, dass sie für eine Kinderbetreuung einspringt oder auch mal Unterschlupf bei größeren Problemen gewährt. Sie fördert das Gemeinsamkeitsgefühl. Das, was ein Verein und eine Mannschaft an sich auch bieten sollte, lebt und vermittelt sie.

So erfahre ich ganz zufällig, dass ein „traberinternes“ Turnier genau dafür zu Himmelfahrt initiiert wurde. Aus dem Verein heraus, wird es gemischte Mannschaften für ein weiteres und besseres Miteinander geben.

Marc, bitte sage doch einmal wo der Verein heute steht? Die sportlichen Erfolge, aber vor allem auch der Teamgeist und die Harmonie der Senioren färben auf den gesamten Verein ab, insbesondere auf die 1. und 2. Herren. Beide stehen aktuell auf einem Aufstiegsplatz. Man könnte meinen, das neue Motto lautet „Klasse statt Masse“. Neben den Senioren, die in der höchsten Liga (Verbandsliga) spielt, befinden sich auch die Freizeitmannschaft, die Ü40 sowie die Ü50 mittlerweile in den 2. höchsten Berliner Ligen. Die Begeisterung und der Aufbruch in ein neues Zeitalter ist aber nicht nur auf dem Platz zu spüren, sondern auch bei allen anderen Mitwirkenden, allen voran bei unseren Fans und Vorstandsmitgliedern.

erste-traber-fc-03Das war jedoch nicht immer so. Wie ich aus einem Gespräch erfahre. Der Verein wurde oft belächelt, doch über die Jahre hinaus haben sich die Traber einen guten Stand in der Berliner Fußballwelt verschafft. Der Verein 1.Traber FC stand lange im Fokus, da sie oftmals als Party- und Spaßtruppe verschrien waren. Durch die Senioren, die vor vier Jahren aufstiegen, wurde ein neues Standing erkämpft. Sie sind stolz, sie begannen als Aufsteiger Dritter, im weiteren Jahr wurden sie Meister und waren im Pokalendspiel, im 3. Jahr Vizemeister und wurden sogar 5. in der Deutschen Senioren-Meisterschaft von 
32 Mannschaften (u.a. mit dabei gewesen Bayern München, VFB Lübeck sowie unsere Hertha BSC). Heute sind sie wieder im oberen Tabellendrittel zu finden.

„Ich würde sogar behaupten, dass rein über Kameradschaft, Teamgeist und Einsatz unser Erfolg zustande kam. Dies führte sogar dazu, dass namhafte Spieler aus höher angesiedelten Vereinen, wie z.B. Hertha BSC den Weg zu uns fanden,“ wirft Sascha ein. „Die Altliga und die Senioren sind eine feste Einheit, die dem Verein in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite stehen. Wir können heute behaupten, dass sich unser Verein wieder auf einem guten Kurs befindet.“
Marc, wie ist denn die aktuelle Situation, bzw. welche Ziele verfolgt Ihr? Zunächst geht es um den Aufstieg der beiden Herren- Mannschaften und das Etablieren der Senioren-Mannschaften in Berlins höchsten Ligen. Langfristig möchten wir die 1. Herren-Mannschaft weiter in den oberen Ligen etablieren und zu einer festen Größe im Süden Berlins gestalten. Wünschenswert wäre natürlich auch der Aufbau einer Jugendabteilung. Der 1. Traber FC ist im Übrigen mittlerweile nach vielen Kämpfen, Aufs und Abs wieder ein gesunder Verein mit leistungsfähigen Teams in allen Bereichen. Die familiäre Atmosphäre, der Kampfesgeit, Leidenschaft und Ehrgeiz sind alles Eigenschaften für eine erfolgreiche Zukunft. Mir scheint, ein Verein mit viel Emotionen und Herz. Wer auf Kameradschaft besonderen Wert legt, ist hier genau richtig!

 

Traber Team

v.l. Marc, Benjamin, Simone und Sascha

Vielen Dank an Simone und die Jungs für dieses emotionale und lebendige Interview!

www.traberfc.de

1962 entstand der Traber 
FC Mariendorf und befand sich anfangs auf dem Gelände der Trabrennbahn Mariendorf. Heute spielt der 1. Traber FC auf den Sportplätzen in der Rathausstr, sowie Markgrafenstrasse. Seither ist der Verein mehrere Stationen durchlaufen.

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