Ein Glückstag mit Lea von GZSZ

Kurz über Lea – Bereits im Alter von 12 Jahren trat Lea als Tochter des Ganovenkönigs in der Theaterwerkstatt Hannover auf. Sie hat ein Schauspielstudium absolviert. Derzeit studiert sie in Berlin Philosophie. 2011 war Lea in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe als Deborah Ann Williams zu sehen. Seit Ende März 2014 spielt sie in der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten die Hauptrolle Sophie Lindh. Gastrollen spielte sie unter anderem in Kommissarin Lucas, Küstenwache, Kripo Holstein – Mord und Meer sowie im Kinofilm Da geht noch was.

Auf einem Treffen des Netzwerks „Außergewöhnlich Berlin“ traf ich auf die GZSZ-Schauspielerin Lea Marlen Woitack. Wir verstehen uns auf Anhieb, keine Allüren, nichts – eine ganz bodenständige und sehr sympathische junge Dame. Völlig unkompliziert verabreden wir uns auf ein Frühstück in Steglitz.  Lea weiß, dass die erste CLIQUE-Ausgabe des Jahres 2017 „Glüxxkind“ heißt und so sind wir gleich zu Beginn beim Thema.

Anita und Lea im Gespräch

Anita und Lea im Gespräch in einem Café in Steglitz!

Lea, was verstehst Du eigentlich unter „Glück“?

Das ist so interessant, das Thema. Ich habe gerade zufällig in der „ZEIT“ einen Artikel gelesen. Da ging es um Utopie und Distopie. Es wurde beschrieben, dass in jeder Vorstellung vom Paradies immer ein Stück Hölle mitschwebt. Das heißt, mit dem Thema Glück kommt auch immer die Angst hinzu. Angst des Verlustes, dass „das“ was ich als Glück empfinde, nicht mehr da sein könnte. Auch habe ich gelernt, dass man das Glück nicht erzwingen kann, ganz im Gegenteil, es kann auch Unglück bringen. Doch im Grunde wollen wir alle das selbe – Glück auf allen Pfeilern des Lebens, sei es beruflich, gesellschaftlich oder privat. Ich finde Glück ist schon, wenn alles läuft! Was machst Du derzeit? Aktuell bin ich bei GZSZ und spiele die Rolle der „Sophie“, nebenbei studiere ich an der Freien Universität Berlin Philosophie.

Was magst Du an Sophie, bzw. an Deiner Rolle? Ich mag meinen Job generell sehr gerne. Bei Sophie find ich schön, dass sie im Grunde eine sehr besonnene Frau ist und dennoch plötzlich völlig unerwartet ausrasten kann.

Bist du ihr ähnlich?

Manchmal finde ich mich in ihr wieder. Ich spiele ja nun mittlerweile seit 3 Jahren bei GZSZ, die Rolle der Sophie. Mit der Zeit gibt es Züge von Sophie, die sich mit meiner Person angleichen.

Eine der elementarsten Drehs war sicherlich der Verlust von Sophies und Leons Kindes in der Serie.Wie bereitest du dich auf solche emotional harten Situationen bzw. Drehs vor? Und wie fühlst Du dich danach?

Ich habe viel gelesen und Dokumentationen geschaut. Insgesamt habe ich mich einfach viel mit dem Thema beschäftigt. Die ganze Geschichte hat sich über Monate gezogen, nach einer Weile hat sich das auf mein Gemüt geschlagen, aber jetzt spiele ich wieder andere Geschichten und kann mich auf fröhliche Dinge einstellen.

Ist Schauspielerei wirklich ein Traumberuf?

Ja, ich finde es ist ein wirklich schöner Job – der schönste, den ich mir vorstellen kann. Aber dennoch darf man dabei nicht vergessen, die Bedingungen sind schwierig. Du musst immer dafür sorgen, dass Du genügend Geld hast, um auch in den Zeiten ohne Engagement klar zu kommen. Es gibt selten Arbeitslosengeld für uns, meist rutschen wir Schauspieler sofort in Hartz4 rein. Wir fallen im gesetzlichen Bereich oftmals durch das Raster. Viele von uns müssen echte Lebenskünstler sein, um diese Durststrecken zu überwinden.

Welche Rolle würdest Du gerne einmal spielen?

Bisher spiele ich ja immer, die liebe und sanfte Frau – manche sagen mir das Sissi-Image nach. Doch endlich, im Dezember letzten Jahres durfte ich eine seelisch hässliche Rolle in einer RTL-Serie spielen. Das hat mir richtig Spaß gemacht.
Wenn du jetzt die Wahl eines Regisseurs hättest, für wen würdest Du Dich entscheiden? Michael Haneke – schoß es aus Lea, wie aus einer Pistole. ( Anm. d. Redaktion: Michael Haneke ist ein österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor.)

Was magst du an ihm? Ich mag das Tempo in seinem Filmen. Er macht auf mich einen unheimlich liebevollen Eindruck.
Mit wem würdest du gerne einmal drehen, wenn du die Wahl hättest? Mein Top-Favourit wäre Julia Lentsch, sie ist absolut sympathisch. Ich habe sie bei der Premiere von „24 Wochen“ gesehen und bin total begeistert von ihr.
Wir haben uns ja bei dem Netzwerk „Aussergewöhnlich Berlin“ von dem durchaus sehr charismatischen Alexander S. Wolf kennengelernt, dlea2ort erfuhr ich von deiner Mitarbeit in einer Stiftung, bitte erzähl uns mehr: Ja, stimmt. Ich engagiere mich für die „Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“. Hier ist für Patienten von 18-39 Jahre eine Anlaufstelle erschaffen worden. Die Idee zur Gründung der Stiftung fußt auf dem Wissen, dass eine Krebsdiagnose besonders für Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 39 Jahren einen gravierenden Einschnitt in die gesamte Lebens- und Zukunftsplanung bedeutet.

Plötzlich sehen sie sich die Patientinnen und Patienten mit besonderen Problemen und Entscheidungen auch außerhalb der Krankheit konfrontiert: Kinderwunsch und Familienplanung, eine
mögliche Unterbrechung des Ausbildungsweges oder wirtschaftliche und soziale Notlagen. Themen, die neben der bestmöglichen medizinischen Krebstherapie in den Vordergrund rücken. Leider scheint es immer noch ein Stigma zu sein, wenn man an Krebs erkrankt ist oder war. Wir wollen mehr Nähe und Verständnis erreichen und sehen uns als Bindeglied zwischen den Altersgruppen sowie den Professoren und Ärzten. Wir leben in einer Welt, wo Perfektionismus herrscht, doch im Grunde hat doch jeder irgendetwas was nicht okay ist. Es gehört viel Mut und Optimismus dazu, solch schwierige Situationen als Chance anzusehen. Wir versuchen das Gute in diesen Situationen, sowie etwaige Potentiale herauszuarbeiten.

Was können wir tun? Genau das kannst Du machen! Wenn Du jemanden kennst, der in einer schwierigen Situation ist oder schwer krank ist – einfach fragen – was kann ich für Dich tun?

Ich muss lächeln, denn wir beide wissen genau – das ist der Leitsatz von Alexander S. Wolf, von „Außergewöhnlich Berlin“, den er uns zur Eröffnungsrede seines NetzwerkAbends mit auf den Weg gegeben hat. Wir haben es beide nicht vergessen!

Dieser Tag war ein Glückstag, für uns, denn Alexander hinterließ hier an seine Gäste eine sehr schöne Botschaft. Wie schnell sind wir in unserem Alltag gefangen, in der Hetze des Lebens und vergessen den Menschen neben uns. Einfach mal stehenbleiben und fragen: Was kann ich für Dich tun?

Danke, Lea für dieses schöne Gespräch!
Mehr über Lea: www.facebook.com/leawoitack/

Fotos: Matthias Krüger-Pillath

1 Antwort zu "Ein Glückstag mit Lea von GZSZ"

  • comment-avatar
    Stefanie 21. März 2017 (07:30)

    Glück bedeutet für uns jeden Tag gesund aufzustehen und einander zu haben ! Leider wird die Zeit immer schlimmer und ängstlicher da ist es dann nicht selbstverständlich gesund wieder zu erwachen!

Hinterlasse einen Kommentar

Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.