Daniel Sellier – Das Schöne hier ist, das Publikum ist wirklich ein Mitspieler

Berlin, 19. Oktober 2016. Es ist kalt in Berlin, seit dem frühen Abend regnet es ununterbrochen. Bunte Lichterketten und übergroße Luftballontrauben am Treppenaufgang zu den Winterbühnen des Monbijou-Theaters weisen den Weg durch die beginnende Dunkelheit, hin zu den Hütten „Wilhelm“ und „Jacob“. Dass diese ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirken, macht es noch märchenhafter. Während ein paar Schauspieler in der Hütte „Jacob“ Kuchen essen und ihre Texte studieren, findet in „Wilhelm“ die Probe für „Schneewittchen“ statt. Auf der Bühne stehen Franziska Hayner und Daniel Sellier. Die beiden Darsteller brauchen noch zehn Minuten, danach haben wir für das Gespräch eine Stunde Zeit. Im Holzofen knistert es, im ganzen Raum verbreiten sich wohlige Wärme und Kaminduft.

Mononna Ciccone im Gespräch mit:

Daniel Sellier | Daniel Sellier, 1977 in München geboren, ist Schauspieler, Regisseur, Synchronsprecher und Moderator. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Rollen in „Für alle Fälle Stefanie“, „Alarm für Cobra 11“ und die ARD-Vorabendserie „Verbotene Liebe“ bekannt.

Franziska Hayner | Franziska Hayner, 1961 geboren und in der früheren DDR aufgewachsen, ist ein Sprachtalent: Neben ihrer Muttersprache Deutsch spricht sie auch Englisch und Russisch und beherrscht die Dialekte Berlinerisch, Sächsisch, Norddeutsch, Kölsch und Bayerisch.

Maurici Farré | Der spanische Theaterregisseur Maurici Farré wurde 1961 in Barcelona geboren. Einen Namen machte er sich als Regisseur unter anderem in der Schweiz, Spanien und Berlin. Er übersetzte Heiner Müller erstmals ins Spanische und inszenierte mehrere spanische Uraufführungen Müllers.

Fotos: Mononna Ciccone

 

Mononna Ciccone: Ihr seid ausgebildete Schauspieler. Wo habt Ihr gelernt?

Franziska Hayner: Ich war an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin. Danach acht Jahre am Landestheater Halle, dreizehn Jahre am Deutschen Theater und dann am freien Markt.

Und welche waren die wichtigsten Stationen für Dich? Volksbühne, Potsdam, Mannheim, Schwerin. Das war`s erstmal, so im Groben. Ich bin nicht viel rumgekommen, dafür immer länger geblieben.

Und Du?

Daniel Sellier: Ich habe in der Schweiz studiert, in Bern. Auch an der Staatlichen Schauspielschule. Aber das gleicht sich irgendwann wieder an. Inzwischen ist es völlig egal, glaube ich, wo man studiert hat, wenn man im Theater ein gewisses Niveau erreicht. Dann spielt man einfach miteinander und es kommt nicht mehr darauf an, wer was woher hat, sondern es geht darum, mit den Anderen auf der Bühne umzugehen.

F.H. An den Schauspielschulen lernt man nur die Grundlagen. An den Theatern das, was Sache ist. Ich habe meine erste Rolle komplett gegen den Baum gesetzt, wurde umbesetzt und habe erst viel später gemerkt, worauf es ankommt.

Nämlich?

F.H. Dass du bei dir bleibst. Dass du dich nicht komplett verbiegst und auch die Sachen gerne machst, die von dir verlangt werden. Wenn alles zusammenkommt, ergibt es ein gutes Konglomerat, mit dem man selbst gut in der Seele umgehen kann. Ganz wichtig ist auch Lust und dass man sie nicht verliert. Ich beschreibe es gerne so: Immer, wenn ich in ein neues Ensemble oder Engagement gegangen bin, dann ist das wie eine Schuleinführung. Du fängst immer wieder von vorne an. Deswegen hast du das Gefühl, dass du nicht richtig alt wirst.

D.S. Man ist immer noch so kindlich überrascht.

F.H. Daniel und ich haben uns jetzt erst kennengelernt und es funktioniert. Man guckt, wie der Andere ist, entwickelt plötzlich Spiellust miteinander, macht irgendwelchen Geigel, wird ernst. Man darf nicht eitel sein.

D.S. …sonst stehst du deiner Figur immer im Weg. Wenn man als Schauspieler eitel ist oder gesehen werden möchte… ich finde, das ist uninteressant. Interessant sind Figuren und Stücke auf der Bühne, keine Schauspieler.

F.H. Diesen Ehrgeiz habe ich erst ganz spät gelernt, mit Frank Castorf. Er hat ihn in mir geweckt. Von ihm habe ich auch gelernt, nicht darüber nachzudenken, wer bist du, sondern einfach loszuspielen. Manchmal gerate ich an Grenzen, von denen wusste ich nicht, dass ich sie habe. Oder ich entdecke etwas in mir, von dem ich nicht wusste, dass es da ist. Das ist schon toll.

 

Seit wann gehört Ihr zum Ensemble des Monbijou-Theaters?

F.H. Das ist meine zweite Spielzeit.

D.S. Und ich bin ein Frischling. In diesem Sommer habe ich aber schon richtig gespielt.

F.H. Bei den „Weibern von Windsor“ hatten wir unsere erste Begegnung. Nicht hinter, sondern auf der Bühne.

D.S. Wie Opernsänger.

F.H. Ja, genau. (beide lachen)

 

Was muss man können, um in dieses Ensemble zu kommen?

F.H. Schnell muss man sein. Wandlungsfähig. Man muss Spaß und Lust haben. Komischerweise muss man zu den Ursprüngen des Theaters zurück, wie man als Student damals gewesen ist.

D.S. Stressresistent muss man auch sein. Und gruppenkompatibel, sonst hält man den Lagerkoller hier nicht aus.

F.H. Der ist im Winter ganz besonders schlimm. Aber wir haben liebe Assistenten, die uns den Rücken freihalten.

D.S. Überhaupt ist das ein super Team, auch mit der Bar. Die Schauspieler stehen zwar auf der Bühne, sind aber ein Teil des Ganzen. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sind nicht wichtiger als jemand, der an der Bar steht, oder als ein Assistent.

 

Gab es Vorbehalte, als Ihr Euch für das Monbijou-Theater entschieden habt? Manche meinen, es ist nur ein Volkstheater.

F.H. Als ich das Theater das erste Mal gesehen habe, dachte ich, ist ja Wahnsinn, hier würdest du gerne spielen. Ich habe es mir aber nicht zugetraut, dachte, das kann ich nicht.

D.S. Falsch gedacht.

F.H. Ja, völlig falsch. Und dann war es, als hätte ich es nie anders gemacht.

D.S. Ich wusste gar nicht, worauf ich mich einlasse. (beide lachen) In den ersten Tagen und Wochen bin ich völlig überfahren worden – und muss sagen, das war großartig. Es hat einfach gezündet, ging los und läuft.

F.H. Dank der Gruppendynamik braucht man hier auch keine Ellbogen, wie es manchmal am Theater ist. Das ist hier nicht erforderlich, weil man wirklich als Gruppe da ist, als ein Körper sozusagen.

 

Wo liegen die größeren Herausforderungen, bei den Stücken im Sommer oder bei den Märchen im Winter?

F.H. Ich würde sagen, beides. Im Winter ist es so, dass du für die Masse an Vorstellungen eine gute Kondition haben musst. Wenn man sich schon ein bisschen konditioniert hat, weiß man, wie das geht. Man kann mit seinen Energien haushalten.

 

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Regisseuren?

F.H. Maurici kenne ich schon länger. Ich weiß, wie er tickt. Manchmal denke ich, oh, schaffen wir das? Er signalisiert dann: Doch, zusammen schaffen wir das.

D.S. Ich kenne Maurici seit diesem Sommer. Das Gestalterische ist extrem. Auf der einen Seite ist es eine Herausforderung, weil so, wie wir jetzt auch „Schneewittchen“ angefangen haben zu proben, ist erstmal alles möglich. Es gibt ein paar Klischees, die dürfen wir nicht bedienen. Aber das verbietet einem der gesunde Menschenverstand, nicht explizit der Regisseur. Ansonsten ist alles möglich und das ist auch gleichzeitig die größte Schwierigkeit. Weil man die komplette Freiheit hat und auch noch aus allem wählen kann.

F.H. Ich weiß ja, dass Maurici in der letzten Woche vor einer Premiere alles Unnötige rausschmeißt und die Sachen ausputzt und ordnet. Wir können uns auf sein gutes Auge verlassen.

D.S. Für uns als Schauspieler ist das eigentlich ein Traumzustand. Auf der einen Seite kannst du dich komplett ausprobieren. Das darf man sonst relativ selten. Andersrum kannst du dich hinterher nicht hinstellen und sagen: ist scheiße. Weil wenn es scheiße ist, ist es ein bisschen deine Schuld. Es ist eine Idealvoraussetzung, so zu arbeiten, miteinander etwas entwickelt und es irgendwohin treibt, dass es schön wird oder lustig.

 

Ihr sagt, aufgrund von Klischees können bestimmte Dinge nicht in die Märchen eingebracht werden. Werden sie dann in die Märchen für Erwachsene transportiert?

F.H. Ja sicher. Viele Märchen entstehen sowieso erst mit dem Publikum.

D.S. Wir erzählen schon immer die Geschichte. Sie steht im Vordergrund. Es gibt keinen Gag zum Selbstzweck. Aber es steht natürlich auch in der Tradition des Volkstheaters, dass die Unterhaltung relativ weit oben auf der Prioritätenliste steht. Es geht nicht darum, den heiligen Ernst des Theaters zu vertreten. Es geht darum, dass die Leute mit einem breiten Lachen nach Hause gehen und einen guten Tag oder Abend hatten. Oder wir Kinder oder Erwachsene glücklich gemacht haben. Das ist Sinn und Zweck. Ich denke, das gelingt dem Theater hier sehr gut. Und mit Klischees meine ich vor allem solche Sachen, die aus dem amerikanischen Raum kommen. Von Walt Disney oder anderen. Das verbietet sich ein Stück weit, weil das so eine aufgesetzte, klischierte Sicht von Schwarz-Weiß, Gut und Böse ist. Das ist dann schnell fad.

 

Werden die Hütten parallel bespielt?

F.H. Ja.

Dann muss man gut auswählen, was man sich anschaut.

D.S. Man kann ja öfter kommen.

Wenn man noch Karten bekommt. Die sind schnell ausverkauft. Ihr seid gut.

D.S. Nein, wir sind nicht gut, wir sind beliebt. (beide lachen)

Beliebt ist ein schönes Wort.

F.H. Es ist schon ein bisschen Kult, glaube ich. Die Leute mögen das Volkstheater, und sie mögen den ganzen Ort.

D.S. Wenn es nicht so ein saublödes Wort wäre, müsste man fast sagen, es hat Eventcharakter. Das Gefühl, das hier transportiert wird, ist ein ganz anderes, als sonst in einem Theater üblich. Es ist eben nicht glatt, es ist nicht sauber poliert. Es ist auf eine ganz alte Weise schön.

 

Franziska, du wirst auch die „Mutti“ genannt.

F.H. (lacht) Das fing bei einem anderen Sommertheater an, wo ich immer afrikanische Kleider anhatte. Irgendjemand sagte mal: Mama Afrika. Und hier habe ich mich um die Leute gekümmert, habe geguckt, dass alle was zum Essen und Trinken hatten, dass Verletzungen im Rahmen blieben. Wenn jemand geweint hat, habe ich ihn getröstet. Ich nehme das gerne an, für mich ist das kein Thema.

 

Gibt es eine Lehre, die du von deiner Mutter für das Leben mitgenommen hast?

F.H. Meine Mutter war auch Schauspielerin. Sie hat immer gesagt, das ist für Frauen ein schwieriger Beruf. Aber das war noch zu tiefsten DDR-Zeiten. Da war ich 17 und wollte keine Schauspielerin werden. Ich bin ja im Osten aufgewachsen. Sie hat mich immer machen lassen, mich nicht beschränkt, hat beobachtet und gedacht, die macht das schon, die Kleene.

 

Und welche Angewohnheiten hast Du von deinem Vater übernommen?

F.H. Manchmal die Begriffsstutzigkeit, die Langsamkeit.

D.S. Hä?

F.H. Ja! Das andere habe ich von meiner Mutter. Sie sagte immer, versuche schnell zu sein. Aber eigentlich bin ich ganz langsam. Ich ruhe so in mir, sonst würde ich den Irrsinn des Schauspielerns wahrscheinlich nicht aushalten.

Maurici Farré (hat sich inzwischen zu uns gesetzt): Dein Vater ist Dramaturg.

F.H. Das kommt noch dazu. Er hat mich auf die Schauspielschule vorbereitet und wohl gedacht, oh Gott, was machen wir denn da. Die Geduld habe ich von ihm. Und die Gabe, Sachen auszuhalten, Ruhe zu bewahren und zu sagen, das wird.

 

Mit welchen Kollegen könnt Ihr ganz besonders gut?

F.H. Also ich kann mit allen. Ich suche bei Anderen das, von dem ich denke, das passt, damit komme ich klar. Und das gebe ich zurück. Dann lernt man sich kennen.

D.S. Mir geht es ähnlich. Ich könnte jetzt keinen rausnehmen. Das Schöne ist, dass es wirklich ein wilder, bunter Haufen ist. Du spielst mit so vielen Leuten, auf die du dich einlassen musst. Darüber lernt man den Anderen noch einmal ganz neu kennen – und sich selbst über dessen Spiegelung. Ich möchte da wirklich keinen missen. Im Sommer bin ich als Letzter hier reingekommen, hatte drei Wochen. Zum Fremdeln bleibt überhaupt keine Zeit. Es gibt natürlich einen Konkurrenzkampf, aber einen positiven, er puscht.

F.H. Die Kollegen lassen einen nie hängen.

D.S. Nie. Und der Zuschauer auch nicht.

 

Freut es Euch, wenn Leute nur wegen Euch in die Vorstellung kommen?

D.S. Ich kann Komplimente gerne annehmen. Aber ich empfinde das nicht als Herabstufung eines anderen Kollegen, weil ich mir niemals einbilden würde, besser zu sein als jemand anderes. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von Schauspiel. Ich kann immer nur so gut sein, wie ich den Partner spiele und deswegen bin ich eigentlich total unwichtig. Aber klar, so ein bisschen Seelenstreicheln ist immer schön.

 

Wer sind Eure Schauspielhelden?

F.H. Marilyn Monroe. Warum kann ich nicht sagen. Ich fühlte mich mit ihr verbunden.

D.S. Bei mir sind es gar nicht so die Schaupielhelden. Mein Vater hat mich mit ungefähr zwölf mit dem wunderbaren Film „Tatis Schützenfest“ in Berührung gebracht. Und dann habe ich mir sämtliche Filme von Jacques Tati angeguckt. Er ist einfach ein wahnsinniger Anarchist, absurder Mensch und ein unfassbarer Clown. Und sehr präzise. Alle, die in der Tradition stehen, mag ich sehr: Die alten Jim Jarmusch-Filme, die alten Cohen-Brüder-Filme.

 

Gab es in Eurer Kindheit eine prägende Erfahrung mit der Kunst?

F.H. Meine Eltern. Ich wollte nie Schauspielerin werden. Nie.

D.S. Ich wollte auch nie Schauspieler werden.

F.H. Du auch nicht?

D.S. Nee. Aber bei mir liegt`s auch in der Familie. Meine Tante ist Dramaturgin, in der Schweiz. Im Alter von fünf Jahren habe ich mir den kompletten „Don Carlos“ angeguckt. Das war so: Meine Mutter wollte nur 20 Minuten rein. Wir saßen in der Intendantenloge. „Don Carlos“ fand ich super. Schon damals hatte meine Mutter ein bisschen Sorge, dass das in eine bestimmte Richtung gehen könnte. Eigentlich wollte ich aber immer Regisseur werden. Im vierten Jahr auf der Schauspielschule hatte ich dann aber zu viel Spaß mit Spielen.

 

Wie lernt Ihr Texte?

F.H. Als ich in Halle war, bin ich immer mit dem Zug hin und her gefahren. Da habe ich am besten gelernt. In Bewegung. Das hatte ich später in Berlin nicht mehr. Also habe ich mich in die Straßenbahn gesetzt und Text gelernt. Quasi von einer Endstation zur nächsten. Ich habe mir den Text genommen und immer wieder durchgelesen. Irgendwann bleibt er hängen. Das Hin- und Herfahren war aber nicht beabsichtigt, das ist entstanden. Einfach, weil ich im Zug saß.

Maurici Farré: Es ist nicht so, dass sie nach Halle gegangen ist, um Text zu lernen. (alle lachen)

D.S. Ich habe da, ehrlich gesagt, Glück. Text lernen ist ja keine künstlerische Disziplin. Es ist ein notwendiges Übel. Ich lerne sehr schnell. Dabei gehe ich immer situativ an Texte ran. Das heißt, ich lese ihn erst. Versuche, die Situation zu ergreifen und Handlungen und Absichten der Figuren absehbar zu verstehen. Dann weiß ich, worum es in der Szene geht, gehe eine Runde laufen, und dann setzt sich das so fest, dass ich quasi den Inhalt der Szene wiedergeben kann und mich nur noch für die Worte entscheiden muss, die der Autor vorschlägt. Das ist wie so ein Trigger. Wenn jemand den Satz „Bananarama schmeckt scheiße“ sagt, dann weißt du, dass du „Das ist nicht war“ antworten musst. Das ist so eine Aktion und Gegenreaktion. Wie in einem ganz normalen Gespräch, das wir jeden Tag führen.

 

Wann steht Ihr morgens auf?

F.H. (lacht jetzt richtig und laut)

Maurici Farré: Immer zu früh.

D.S. Das kommt immer darauf an, wann ich ins Bett gehe.

Maurici Farré: Wahrscheinlich auch zu früh.

F.H. Vor drei nicht.

D.S. Gehst du ins Bett oder stehst du auf?

F.H. Gehe ich ins Bett, meistens. Schwer zu sagen. Halb 9.

D.S. Wenn ich Proben habe versuche ich, um 8 aufzustehen. Eigentlich stehe ich sogar sehr gerne relativ früh auf, damit ich was vom Tag habe.

F.H. Aber wann gehst du schlafen?

D.S. Nächste Frage…

 

Eure drei besten Rollen bislang?

D.S. Ach herrje.

F.H. Polly, heilige Johanna und Castorf-Stücke.

D.S. Mephisto. Dann eine Rolle, die es nicht gibt, weil es ein Projekt war. Es heißt „Werther X“. Das war auch sehr geil, das war richtig Rock’n’Roll. Und, öh (überlegt neun Sekunden), die Stücke von Horvath.

 

Wenn Ihr auf der Bühne steht und in Richtung Publikum seht, wohin guckt Ihr?

D.S. Volles Brett ins Publikum.

 

Und wenn Ihr bei einem Zuschauer hängenbleibt, der komisch guckt?

D.S. Dann denke ich, Mensch, da ist was, mit dem ich spielen möchte. Den greife ich mir jetzt. (jetzt lacht er aber echt dreckig)

F.H. Der möchte unbedingt mitspielen.

D.S. Das Schöne hier ist, das Publikum ist wirklich ein Mitspieler. Wenn da einer sitzt, der sich überhaupt nicht amüsiert, es wirklich total blöd findet, dann ist ein Geschenk. Im Normalfall sind solche Menschen eine Herausforderung.

 

Es schrieb für Euch Mononna Ciccone

Es schrieb für Euch Mononna Ciccone

 

Text und Fotos: Mononna Ciccone

Keine Antworten zu "Daniel Sellier - Das Schöne hier ist, das Publikum ist wirklich ein Mitspieler"

    Hinterlasse einen Kommentar

    Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.