CHAPEAU! Lothar!

Was gibt es über einen Mann zu erzählen, der schon in hunderten von Zeitungsartikeln erwähnt wurde, mehrere Bücher geschrieben hat und mit seinen 66 Jahren immer noch fit ist und jünger wirkt als manch ein Mittvierziger unter uns. Dennoch, ich glaube, dass es immer noch viele gibt – die ihn nicht kennen!

Lothar Nest betreibt seit 1973 eine Sportschule mit Schwerpunkt Judo in Mariendorf – aber über Judo wollen wir heute nicht schreiben – das machen wir ganz sicher ein anderes Mal. Als wir Lothar besuchten entdeckten wir etwas Außergewöhnliches. Die Wände! Naja, das war das erste Außergewöhnliche. Die Wände seiner Sportschule und damit meinen wir fast alle vorhandenen, sind ein Bilderspektakel aus Vergangenheit und Gegenwart. Sie erzählen die Geschichte eines Mannes und eines Vereins, der vielen Menschen begegnet ist, viele Kämpfe gewonnen und Medaillen erlangt hat. Stundenlang könnte man hier verharren und der Geschichten lauschen, die diese Wände konsequent durch das gesamte Studio nicht nur verzieren, sondern auch von Lothar Nest persönlich „erzählt“ werden.

Aber was ist das? Wir entdeckten inmitten der sportlichen Historie Giraffen, Geparden, Gnus , ein Strauss und weitere verschiedene Tiere, die wir nicht gleich zuordnen können. Vielleicht Bilder einer Urlaubssafari? Von wegen! Ca. 11.000 km von Berlin weit weg sind Lothar Nest und seine Frau Jutta stolze Besitzer einer eigenen Farm in Afrika, genauer gesagt in Otavi, Namibia. Die Farm hat eine Fläche von ca. 50 Quadratkilometern. Um sich das einmal bildlich vorzustellen – ist dies eine Fläche von Neukölln, Rudow und Britz zusammen genommen. Das Herz der Familie Nest ist also nicht nur der Sport sondern auch die Tierwelt. Seit 35 Jahren pendeln Lothar Nest und seine Frau Jutta (seit 13 Jahren dabei) regelmäßig zwischen Berlin und Afrika.

Lothar erfüllte sich mit der Farm einen Traum, der bis zum heutigen Tage für ihn erlebbar geblieben ist und einer ungebrochenen Begeisterung folgt. Seit 1980 kümmert er sich um den Schutz der Wildtiere und reist regelmäßig in diese Region. In seinem Tierpark finden sich u.a. auch Leoparden, Paviane, Zebras, Antilopen, Giraffen, Warzenschweine und Gnus. Viele Tiere hat er von Safariveranstaltern freigekauft um sie zu schützen, denn auf seinem Grund und Boden darf nicht gejagt werden. Mittlerweile hat sich dort eine Artenvielfalt angesiedelt, die sonst nur in Nationalparks anzutreffen ist. In der Zeit in der er hier in Mariendorf seine Kampf-Sportschule managt, kümmert sich natürlich ein ganzes Team ganzjährig um dieses Anwesen. Somit hat Lothar auch ein schönes zu Hause für viele Menschen ermöglicht. Dazu gehören übrigens auch Waisenkinder, die hier ein zu Hause gefunden haben. Natürlich wird auch hier Judo gelehrt, denn bei allem Kampf gegen das Wildern von Tieren – ist auch Judo in Namibia seine Mission.

Ich glaube, Lothar trägt die Philosphie von Judo in sich. Man sagt, dass Judo zwei wesentliche Grundprinzipen in sich birgt: Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen und zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist. Judo ist eine Haltung, die man in sich trägt und nicht nur auf der Matte zum Ausdruck bringen kann. Bei einem nächsten Gespräch wollen wir mehr über Judo erfahren und freuen uns schon auf den nächsten Besuch, den wir im Hause Lothar Nest machen dürfen.

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