Blutrausch und Machtgier: „Macbeth“ im Monbijou Theater ist großartiges Schauspiel

Spielzeit noch bis 3. September 2017 / Wir verlosen Freikarten

 

Als Shakespeare das Stück 1606 schrieb, war die Geschichte viele Hundert Jahre alt. Nun dringt sie aus lang vergangener Zeit zu uns und will erzählt sein.

Nur eine viel höhere Intelligenz konnte Gefallen an einer so niederträchtigen Geschichte finden: Den bösen Spaß, den sich die drei Hexen mit Macbeth und seiner Welt erlauben.

Shakespeare hatte sie und lässt uns daran teilhaben. Es sind aber nicht die Hexen, diese Wesen des dritten Geschlechts, und auch nicht das unausweichliche Schicksal – es ist die eigene fatale Entscheidung, etwas Falsches zu tun, die „Macbeth“ den Ruf der ängstigendsten Tragödie verschaffte. Und dennoch verlieben wir uns beim ersten Auftritt in den starken, kampfbereiten Macbeth. Und staunend bewundern wir Lady Macbeths zwingende Worte.

 

Goethe hält es für Shakespeares Meisterwerk

Das Ensemble des Monbijou Theaters spielt die Tragödie in der Übersetzung Schillers. Goethe und er wollten das Stück 1800 in Weimar auf die Bühne bringen. Doch niemand am Hofe sprach Englisch.

Da Goethe das Stück für Shakespeares Meisterwerk hielt, musste eine Lösung her… Fünf Wochen später lag Schillers Übersetzung überraschend auf Goethes Schreibtisch. Und der war begeistert – und stürzte sich in die Proben. Ergebnis: Eine rasantere und gewalttätigere Geschichte hatte es nie zuvor auf deutschen Bühnen gegeben. Die Zensur wirft Schillers eigenen Stücken fortan nicht mehr vor, Gewalt zu verherrlichen…

 

„Macbeth“ lehrt und das Fürchten

Wie Zirkusnummern reihen sich die Kampfszenen, Morde, Hexenerscheinungen, Prophezeiungen, die intimen Worte des Paares Macbeth und die Klagen der Thans in der Mitte des Amphitheaters aneinander. Näher kann Theater nicht sein. Die Handlung schreitet gradlinig und schnörkellos voran und drängt alles andere in den Hintergrund.

Umwerfend und ausdrücklich bemerkenswert: die Kostüme, erdacht von Isa Mehnert.

Regie: Darijan Mihailovic. Dramaturgie: Maurici Farré.

macbeth-clique-verlosung-theaterMonbijou Theater – Spielzeit Sommer 2017: noch bis 3. September, täglich zwei Vorstellungen (19 und 21 Uhr).

Stücke: „Faust“ (J.W. von Goethe); „Macbeth“ (William Shakespeare)

Eintritt: 14 bis 24 Euro. Dienstag ist Theatertag

Tickets sind am Kassenhäuschen an der Strandbar erhältlich, außerdem online unter www.monbijou-theater.de sowie telefonisch unter 030/2 888 66 999 (Di. u. Do. 12 – 16 Uhr)

Gastspiele auf Schloss Schwante: bis 3. September, jeweils sonntags um 18 Uhr.

 

Wir verlosen 3×2 Freikarten für „Macbeth“, Vorstellung am 24. August, 21 Uhr. Sagt uns, weshalb Ihr „Macbeth“ sehen wollt. Hinterlasst Euren Kommentar auf unserer Facebook-Seite oder schickt eine eMail an sebastian [at] stosick [dot] de, Betreff: Monbijou. Einsendeschluss: 22. August 2017, 12 Uhr.

 

von: Mononna Ciccone

Fotos: Bernd Schönberger

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