Bleib doch mal local!

 

Es muss doch mal auf den Tisch. Boomt der Handel oder nicht? Oder muss die Frage anders gestellt werden. Boomt der Online-Handel und stirbt jetzt wirklich der lokale Handel?

Seit Jahren finden sich immer wieder Nachrichten über das Geschäftesterben, nicht nur in unserer Stadt sondern im ganzen Land. Erst vor kurzem hat t3n berichtet, dass  sich das Wachstum im Einzelhandel  um die Hälfte – von 4,1 auf 2,0 Prozent verringert, doch der Umsatz im Onlinehandel weiter stark wächst. Das sieht offenbar schlecht für kleine bis mittlere Händler aus.  Gehen wir noch einen Schritt weiter, allgemein wird gesprochen, dass Trends in Amerika eine Weile benötigen, bis sie zu uns hinüberschwappen. Derzeit verzeichnet sich ein weiterer sehr nachdenklicher Trend, der des „Mall-Sterbens“. Wer genau hinschaut, kann das vereinzelt auch schon bei uns erkennen.

Klar! Es ist natürlich viel bequemer zu Hause im Schlabberanzug vor meinem Rechner zu hängen, um mir die schönsten Klamotten online zu bestellen. Mittlerweile muss ich mich aber ganz schön durch die Vielfalt der Online-Shops durchkämpfen. Gefühlsmäßig  entstehen scheinbar täglich neue Shops  im Internet. Sie sprießen wie die Karnickel aus dem www. Anbieter von Online-Shops  gibt es längst aus allen Ecken der Erde. Auffällig finde ich diese superbilligen Shops, wo mir fast ein Auge ausfällt, wenn ich die Preise sehe. Wie geht das? Ein Kleid für 9,00 Euro? Doch Vorsicht bei solchen Angeboten,  es gibt viele Fake-Shops unter ihnen.

Zahlungen werden oftmals per Vorauskasse verlangt, die versprochene Ware nicht geliefert und der Shop ist auf einmal nicht mehr online. Ausländische Online-Shops haben vielfach schlechte Rückläufer-Möglichkeiten, weil die Ware wieder nach Übersee  „zurückverschifft“ oder irgendwo  zwischengelagert werden muss. Es entstehen lange Warte-, bzw. Bearbeitungszeiten bis man dann wieder an sein Geld kommt. Teils sind auch lange Diskussionen anhand von Emailverkehr notwendig um zum Ziel zu gelangen.  Seht zweimal hin bei günstigen oder zu billigen Produkten.  Erspart Euch lieber als –Verbraucher den  Stress mit komplizierten Rücksendungen.

Da ich in meinem Umfeld einige lokale Geschäfte kenne, möchte ich hier mal eine Lanze brechen. Bitte stärkt den lokalen Handel, es gibt tolle Geschäfte hier in Berlin und natürlich im Süden Berlins ja sowieso. Wir reden immer nur davon den lokalen Handel zu stärken und dann klicken wir uns wieder durchs Netz und bestellen die Hose oder die Schuhe doch online. Und nicht nur das, ist das nicht erschreckend:  46% des Online-Handels  läuft mittlerweile über den Giganten amazon. Was kauft ihr denn dort alles ein?

Natürlich möchte ich mich hier nicht ausnehmen, auch ich muss auf mein Portemonnaie schauen, aber bitte doch nicht um jeden Preis.  Mich beschäftigt das Thema „lokaler Handel“ schon sehr lange. Und das immer wieder, weil durch meine Arbeit als Inhaberin eines Print- und OnlineMagazins  stetig so viele Stimmen aus dem Geschäft von nebenan höre. Ich mache mir Sorgen, dass wir eines Tages gar nicht mehr außer Haus gehen und shopping nur online betreiben.

Und wenn schon online shoppen –  warum dann nicht den lokalen Online-Handel in unserer Stadt oder Land unterstützen?  Es gibt auch tolle online-Shopping-Möglichkeiten in Deutschland. Beliebt  und Klamotten für kleines Geld kann man zum Beispiel bei Kleiderkreisel ergattern.  Wer es hochwertig mag und ungern getragene Kleidung kaufen möchte, findet zum Beispiel bei FashionID.de Mode gebündelt von Designern aus aller Welt. Es gibt sicherlich noch viele Shops in Deutschland, die klasse Waren anbieten. Schaut Euch doch einmal um.

Ja, das Sterben des lokalen Handels in Deutschland wurde schon vor Jahren angekündigt. Viele lokalen Händler haben längst aufgegeben. Etliche werden noch folgen. Natürlich können wir Euch nicht vorschreiben, wie und wo ihr shoppen geht und wahrscheinlich kann keiner diesen Wandel aufhalten.

Aber als Verbraucher können wir immer noch die Verantwortung für unser Land mit übernehmen und zumindest Online-Shops in und aus Deutschland auswählen, wenn ihr schon Eure Couch nicht verlassen wollt – um unseren eigenen Markt zu unterstützen.

Besser noch, ihr kommt von der Couch hoch und geht shoppen. Da wo ihr noch Beratung erfahrt, die Ware anfassen und anprobieren könnt….!

 

Foto: Pixabay: https://pixabay.com/de/users/Bru-nO-1161770/

Autor: Anita Tusch

 

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