BFC Preussen 1894 e.V. – Der schlafende Riese erwacht

trainerteam bfc preussen

Trainergespann von links: Levent Selim, Andreas „Zecke“ Neuendorf, Elvir Cocaj

Der BFC Preussen wurde im Mai 1894 von Schülern des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums gegründet. Erst wurde ein Fußballclub Friedrich-Wilhelm ins Leben gerufen, welcher sich um Konflikte zu vermeiden – als BFC Preussen neu gründete und im selben Jahr schon die ersten Spiele durchführte. Historisch bedeutend war die Eishockeyabteilung des Vereins, die 1983 zusammen mit dem Berliner Schlittschuhclub den BSC Preussen bildete. (Quelle Wikipedia)

Heute hat der BFC Preussen 1111 Mitglieder und besteht aus einer Handball-, Gymnastik-, Volleyball- sowie Fußballabteilung. Auch kann der Verein von sich behaupten als einziger Verein Berlins einen Platz als seinen Eigentum bezeichnen zu können.
Wir treffen uns mit dem 1. Vorsitzenden der Fußballabteilung, Andreas Mittelstädt. Mit dem Verein verbunden ist er nicht nur durch seinen Sohn, der vor Ort auch Fußball spielt, er war auch vier Jahre selbst als Trainer tätig. In jungen Jahren war der BFC Preussen schon sein zu Hause. Andreas kenne ich aus „alten MSV 06 – Zeiten, kann also ganz offen mit ihm sprechen.

betreuerteam

Betreuer-Team Jürgen Eisenstädt und seine Lebensgefährtin Angelika Quakatz verwöhnen die Mannschaft wo sie können

Andreas, ich habe den Eindruck, dass es um Preussen herum relativ ruhig geworden ist. Täuscht mich der Eindruck oder ist da etwas dran? „Ja, doch stimmt!“ – Aus sportlicher Sicht war der Verein in letzter Zeit nicht mehr so präsent. Da ich „geborener Preusse“ bin – ich bin vor 41 Jahren in den Verein eingetreten – tut das schon ganz schön weh.
Andreas, du bist am 14.01.2014 zum 1. Vorsitzenden und Tobias Viernickel zum 2. Vorsitzenden gewählt worden. Was habt Ihr Euch für Ziele gesetzt? Wir möchten, dass die 1. Mannschaft wieder zum Aushängeschild des Vereins wird. Da ich lange bei Preussen gespielt habe, vermisse ich die frühere Atmosphäre. Damals waren wir einer der führenden Vereine in Berlin. Ich erinnere mich noch an ein Spiel am 25. April 1982*, da haben wir vor 2500 Zuschauern gegen Blau Weiß gespielt. Das Stadion war voll, die Stimmung klasse. Alle Vereine möchten, dass die 1. Mannschaft zum Aushängeschild wird.

Was genau habt Ihr vor oder wollt Ihr tun, um dieses Ziel zu erreichen? Es fängt bei Kleinigkeiten an, die jedoch unheimlich wichtig sind um wieder eine schöne und angemessene Atmosphäre hineinzubringen. Wir haben z.B. das Sprecherhaus wieder aktiviert, die Spieler werden beim Einlaufen wieder namentlich genannt. Auch beim „Warm machen“ wird wieder Musik eingespielt und unser Betreuer-Team Jürgen Eisenstädt und seine Lebensgefährtin Angelika Quakatz verwöhnen die Mannschaft wo sie können und das Wort „Betreuung“ hat wieder eine echte Bedeutung.

1. maenner bfc preussen verkleinert

Vor dem Spiel richten die beiden die Kabine aus wie in einem Profi-Verein. Man muss nicht profimäßig bezahlt werden um professionell zu denken. Es geht darum die Spieler  wieder besser zu würdigen und etwas zu bieten. Man muss ja niemanden den Hintern abwischen. Wir wollen den Spielern einfach wieder ein zu Hause geben und eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Auch wird es wieder Essen nach dem Spiel geben und die Gegner werden herzlich dazu eingeladen. Angst sowie Respekt sollen unsere Gegner vor uns haben. Aber was noch viel wichtiger ist, sie sollen sich bei uns wohlfühlen.

Ein weiterer wesentlicher Faktor auf den wir sehr setzen sind unsere Trainer. Wir wollen wieder in den höchsten Ligen spielen. Das geht nur mit guten Trainern. Und da kommt gerade einer…..

zecke neuendorf u andreas mittelstaedt

v.l. Andreas „Zecke“ Neuendorf und Andreas Mittelstädt im Stadion bei BFC Preussen

Zwischenzeitlich ist auch Andreas „Zecke“ Neuendorf eingetroffen, sowie der Geschäftsführer Fred Böttcher. Schnell bemerke ich, ohne Fred läuft hier wohl nichts. Er kümmert sich um alles, vor allem jedoch den administrativen Bereich bis hin zur Mitgliederbetreuung. Wir sitzen gemütlich im Stadion bei Preussen und reden. Nun bin ich ja nicht gerade  der Fußball-Experte, aber es macht Spaß zuzuhören. Zecke hat ja die Fußballschuhe an den Nagel gehangen und ist für die Hertha BSC Jugendakademie sowie den langjährigen Vermarktungspartner SPORTFIVE tätig. Die Schwerpunkte in der Arbeit bei SPORTFIVE liegen in den Bereichen Marketing, Sponsoring und Kundenbindung. Immer wieder kommen Spieler vorbei, Hände werden geschüttelt, Späße gemacht, die Atmosphäre ist gut und wir führen das Gespräch gemeinsam mit „Zecke“ weiter.
Andreas „Zecke“, du bist seit 1. Juli Trainer der ersten Mannschaft. Wie ist es denn dazu gekommen? Das war ganz zufällig. Ich habe Rommel getroffen, der hat mir von der Trainersuche bei Preussen erzählt und ob ich nicht mal Lust hätte, mich mit dem 1. Vorsitzenden zu treffen. So bin ich zu einem Treffen mit Andreas Mittelstädt gekommen. Wir waren uns auf Anhieb  sympathisch und da auch ich in der Jugend bei Preussen gespielt habe, empfinde ich eine alte Verbundenheit zum Verein. Ich bin in Steglitz aufgewachsen und habe drei Jahre bei Preussen gespielt.

Wenn ich das mal so ausdrücken darf, bist Du doch das  Aushängeschild für Hertha und vor Ort auch noch tätig, oder? Ja, natürlich stehe ich in den Diensten bei Hertha BSC, bin aktiv eingebunden – und da bin ich auch mit vollem Herzen dabei. Ich war jedoch auf der Suche nach einer ergänzenden Aufgabe für mich. Wichtig ist mir gewesen, ein Verein zu finden, der es mir  zeitlich erlaubt neben meiner Tätigkeit bei Hertha, Einsatz zeigen zu können. Meine Aufgabe als Trainer bei Preussen sehe ich als Pilotprojekt an. Ich habe bisher noch keine Mannschaft trainiert, aber ich kann versprechen, wenn ich diese Aufgabe übernehme, dann richtig. Ich freu mich auf diese Saison und ich freu mich wieder auf das Gefühl einer Mannschaft bzw. Teil eines Teams sein zu dürfen.

1. maenner bfc preussen - berkleinert
Mittlerweile treffen die beiden Co-Trainer, Levent Selim und Elvir Cocaj ein. Wir machen Fotos und ich benenne versehentlich die beiden als Assistenz-Trainer. „Neee, nee, wir sind ein Team“, entgegnet mir Zecke sofort. „Die beiden sind erfahrene und erfolgreiche Jugend- und Herren-Trainer. Wir sind hier alle gleichberechtigt. Wir tauschen uns regelmäßig aus und besprechen gemeinsam Strategien.“ Ich entschuldige mich sofort und spüre, hier menschelt es sehr, Andreas „Zecke“ hat eine sehr kameradschaftliche und respektvolle Aura und wirkt unheimlich gelassen, ja ich würde sagen „geerdet“.

Andreas (Mittelstädt), wie haben die Spieler den neuen Trainer aufgenommen? Die Spieler sind unheimlich motiviert. Mir scheint, dass durch das neue Trainer-Team eine Art Aufbruchsstimmung erzeugt wurde. Genau das wollten wir erreichen. Mit Andreas „Zecke“ haben wir ein starkes Zugpferd und sind stolz, dass wir von seinem Erfahrungsschatz profitieren dürfen. Wir sind froh, Elvir und Levent mit an Bord zu haben. Für beide ist Preussen „eine alte Liebe“ und sie setzen sich mit ganzer Kraft dafür ein. Sie sind alle motiviert. Sie wissen, dass etwas passieren wird. Mit Herz und Kompetenz gehen wir die nächste Saison an und festigen die von uns gesetzten Strukturen. Nicht zu vergessen mit Christian Brandenburger haben wir einen klasse Jugendkoordinator (Kleinfeld). Die Jugend soll wieder gestärkt werden und finanziell sind wir auf einem guten Weg.
Es ist spät geworden, wir haben lange gesprochen, zum Schluß kann ich es mir nicht verkneifen und frage „Zecke“ was er zum WM-Sieg sagt und wo er das Finale gesehen hat. „Hier in Lankwitz, ich habe das Finale im Kreise meiner Familie geschaut. Ich habe immer gesagt, der Bessere möge gewinnen. Habe es mir aber gewünscht, dass die Deutschen gewinnen, denn sie haben das ganze Turnier über gut gespielt.

zecke neuendorf anita tusch

hier noch ein Foto von mir und Zecke! Das Interview hat richtig Spaß gemacht!! Danke!

 

 

 

 

Vielen Dank Jungs, für Eure Zeit und eine erfolgreiche Saison!
Kontakt: www.bfc-preussen.de

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