Berlin leuchtet – Im Interview mit Andreas Boehlke

links seht Ihr den Licht-Designer Andreas Boehlke

links seht Ihr den Licht-Designer Andreas Boehlke..rechts wisst ihr ja.. :-)

Ja, ich kenne Andreas Boehlke von früher, vom Sehen aus dem Joe am Ku´damm. Dann sind wir uns immer mal wieder auf ein paar Veranstaltungen begegnet. Anfang des Jahres trafen wir uns zufällig im Best Western MOA Hotel in Moabit, dort hatten wir erstmals die Gelegenheit miteinander intensiver zu sprechen. Wir versprachen uns, das Gespräch zu vertiefen, denn er fand meine Arbeit spannend und ich seine! Wir haben beide unser Versprechen eingelöst!
Nun kommt Ihr in den Genuss einmal wieder ein wenig mehr zu erfahren über spannende Menschen, dieses Mal aus dem Norden Berlins. Andreas Boehlke hat sich dem Zauber des Lichtes verschrieben und das schon in 3. Generation. Er gilt als der Licht-Designer Berlins, der seit zwei Jahrzehnten schon unsere Stadt immer wieder in verschiedensten Lichterglanz versetzt. Die Leidenschaft des Lichtes ist sehr wohl vererbt, denn angefangen hat es mit seinem Großvater, der sich schon seinerzeit für das Thema Licht begeistern konnte und im Jahre 1946 den Meilenstein einer nunmehr 67-Jahre starke Firmen-Geschichte setzte.

Schon damals hatte sein Großvater sich spezialisiert – sein Fokus galt der Beleuchtung im Messebereich. Der Vater von Andreas führte die Firma weiter und nunmehr ist Andreas selbst schon seit 32 Jahren im „Licht-Geschäft“ tätig. Das Portfolio der Firma Boehlke Elektroinstallationen GmbH ist schon mehr als imposant. Mittlerweile sind die Haupt-Eckpfeiler des Unternehmens Themen, wie natürlich bis heute die Messebeleuchtung sowie Festbeleuchtung, Event-Beleuchtung, Plakatbeleuchtung bis hin zu Mietbeleuchtungen.

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Gendarmen Markt (Foto: Patrick Gawandtka)

 

Andreas, wie empfindest Du die Entwicklung der letzten Jahre zum Thema Beleuchtung?
Ich finde die Entwicklung unglaublich revolutionär. Heutzutage kann man durch verschiedene Lichttechniken weitaus mehr wesentliche Teile in verschiedensten Elementen beleuchten, das war früher schon etwas schwieriger. Die heutige LED-Technik oder auch Entladungslampen ermöglichen sehr viel mit Licht zu spielen. Auch die Energieeffizienz sowie die Lebensdauer und Lichtqualität hat sich immens verändert. Für unsere Kreativität ist diese Entwicklung natürlich grandios.
Ihr habt in den letzten Jahren sehr viele Objekte in Berlin zum Leuchten gebracht. Meines Wissens ist das Europacenter, Schloss Charlottenburg, Krongut Bornstädt auch in Eurem Portfolio. Wie ist es hierzu gekommen?
Ja, das stimmt, diese Gebäude und noch viele mehr durften wir mit Licht in Szene setzen. Mittlerweile haben wir u.a. auch sehr viele renommierte Plätze von Weihnachtsmärkten sowie über 26 Straßenzüge beleuchtet. Angefangen haben wir mit diesem Segment vor ca. 20 Jahren. Erstmalig nahmen wir an einer Ausschreibung teil. Damals hatte die AG City aufgerufen, Ideen zu liefern den Ku´Damm kreativ zur Weihnachtszeit zu beleuchten. Das Thema war für uns so reizvoll, dass wir uns mit Leib und Seele an die Ausarbeitung eines Konzeptes machten. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass 15 Firmen den Pitch mitmachten. Wir hatten sogar ein Modell mit viel Liebe zum Detail angefertigt. Wenn ich mich recht entsinne, waren wir m.E. die einzigen, die sich solche Mühe gegeben hatten. Das Modell war 3×1 Meter lang. Um die Beleuchtung darzustellen haben wir mit phosphorisierender Farbe gearbeitet. Wir hatten damals Riesenspaß dabei. Um den Effekt der Beleuchtung zu erkennen, musste man durch ein dunkles Loch „hineinschauen“. Wir nannten das
Modell damals spaßig „Peep-Show“. Übrigens hab ich das Modell heute noch.

 

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Weihnachtsbeleuchtung – Kurfürstendamm

 

Und? Habt Ihr den Pitch gewonnen?
Ja, das war für uns eine riesige Überraschung und Freude und der Meilenstein für viele weitere Projekte, die folgen sollten.

 

Kannst Du uns sagen, warum ausgerechnet Ihr diesen Pitch für Euch gewinnen konntet?
Ich glaube, wir konnten damals nicht nur überzeugen, dass wir mit Herz und Seele beim Thema waren, sondern auch konzeptmäßig stark punkten. Das Budget, welches zur Verfügung stehen sollte, war äußert gering. Daraufhin bauten wir in das Konzept einen 3-Jahres-Miet-Vertrag für die Beleuchtung ein und boten an, in das Material selbst zu investieren. Das kam wohl sehr gut an und wir bekamen den Zuschlag. Ich glaube man schenkte uns damals schon sehr viel Vertrauen und es folgten unmittelbar danach weitere
Projekte. Heute machen wir 39 % des Umsatzes mit dieser Beleuchtungsform neben unseren anderweitigen Leistungsangeboten.

Ihr setzt so viele schöne Projekte um, welches hast Du bisher als Deine größte Herausforderung angesehen?
Jedes Projekt ist für uns eine Herausforderung. Neben den Straßenzügen durften wir z.B. den Berliner Dom, den Hauptbahnhof, sowie den Friedrichstadtpalast sowie das Elefantentor und vieles mehr beleuchten. Es gibt Projekte, die vom Budget sehr knapp bemessen waren. Oftmals kommen wir in die Lage, dass keiner glaubt, dass wir es schaffen dieses oder jenes Projekt umzusetzen. Doch meine Leute sind willensstark, teamorientiert, wahnsinnig gut und vor allem verrückt genug. Ich habe zwar immer etwas zu meckern, bin nie zufrieden – aber das ist auch gut so. Ich bin stolz auf mein Team, welches aus 30 Mitarbeitern besteht und immer wieder Unmögliches realisiert.
Im letzten Jahr sind wir mit einer Stretch-Limousine bei Festival of Lights dabei gewesen und sind die Sehenswürdigkeiten abgefahren. Kannst Du mir ein wenig über die Idee und Gründung erzählen?
Ja, natürlich. Vor 10 Jahren wurde das erste Lichterfest gegründet und ein Jahr später das „Festival of Lights“. Damals habe ich zusammen mit dem City-Manager vom Dom Aquaree Bernd Andrich sowie dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Siegfried Helias an einem Tisch gesessen. Wir haben dann die Initialzündung geliefert und auch umgesetzt. Die Ursprungsidee war und ist es bis heute den trüben Oktober einfach zu verschönern. Daran wird bis zum heutigen Tage festgehalten. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen
wundervoll beleuchtenden Oktober in Berlin geben!

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Schloss Charlottenburg

 

Was wäre Dein größter Traum?
Ehrlich gesagt, wäre es traumhaft 2x im Jahr Weihnachten zu feiern. Ist doch schade, das ganze Material nur einmal im Jahr hervorzuholen (..und lächelt dabei verschmitzt).

Apropos Weihnachtszeit, wann fangt ihr eigentlich mit der Weihnachtsbeleuchtung an?
Wir starten mit den ersten Arbeiten schon im Oktober und benötigen hierfür über 300 Mitarbeiter in den stärksten Phasen.

Vielen Dank, lieber Andreas, für dieses spannende Gespräch.
Die CLIQUE wünscht Euch ganz viel Erfolg für die weiteren Wege deiner Firma und die vielen Feste des Lichtes!

 

Kontakte:
http://www.boehlke-beleuchtung.de/
http://www.berlin-leuchtet.de/
http://aquarella-berlin.de/
CLIQUE-TIPP: Bitte notieren! Vom 4.-20.10.2013
leuchtet Berlin in dieser Zeit wieder an vielen Ecken und
verwandelt den trüben Oktober in einen Lichterglanz.

Tickets für eine Tour erhaltet Ihr hier!

 

 

 

 

 

 

2 Antworten zu "Berlin leuchtet - Im Interview mit Andreas Boehlke "

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    Regina Oette 9. Oktober 2013 (16:27)

    ich weiß nicht warum das so ist,klickt man die Adresse von Berlin leuchtet an, dann öffnet sich diese Adresse htthttp://www.berlin-leuchtet.de/p:// und es erscheint – Fehler –
    ich kenne diese Seite wollte nur eben bequem dorthin..ohne ins Lesezeichen zu gehen…LG Regina Oette

    • comment-avatar
      Anita 9. Oktober 2013 (16:40)

      Hallo Regina, liebn Dank für den Hinweis. Ich habe es korrigiert, der Link funktioniert jetzt :-), lieben Gruß, Anita

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