Amnesty International – Menschenrechtspreis wurde in Berlin übergeben

Der indische Rechtsanwalt Henri Tiphagne hat am Montagabend in Berlin den mit 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis von Amnesty International  erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck und zahlreiche weitere Gäste aus Politik und Kultur waren zu Gast auf der Preisverleihung im Maxim-Gorki-Theater in Berlin.

Daniela Schadt, Cynthia Tiphagne, Selmin Caliskan, Henri Tiphagne, Joachim Gauck, Shermin Langhoff 2

v.l. Daniela Schadt, Cynthia Tiphagne, Selmin Caliskan, Henri Tiphagne, Joachim Gauck, Shermin Langhoff – Foto Copyright: Manfred Behrens

Amnesty International würdigte damit den jahrzehntelangen Einsatz von Henri Tiphagne. Der indische Anwalt und  Menschenrechtsverteidiger kämpft seit Jahrzenten in seiner Heimat unerschrocken gegen Folter, Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland sagte über den Menschenrechtsanwalt: „Mit seiner Organisation People’s Watch unterstützt Henri Tiphagne seit mehr als 20 Jahren Betroffene vor staatlicher Gewalt und verhilft ihnen zu ihrem Recht – und muss sich gleichzeitig gegen Schikane durch die Behörden wehren“.

Bundespräsident Joachim Gauck lobte an diesem Abend zugleich die Arbeit von Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation leiste einen unverzichtbaren Beitrag zum Prinzip gemeinschaftlicher Teilhabe und Verpflichtungen. Das sei gerade in Zeiten, in denen die universelle Bedeutung der Menschenrechte vielerorts relativiert werde, unvergleichlich wichtig. „Eine Tradition der Folter, eine Kultur der Entrechtung und Gewalt gegen Andersdenkende oder Andersgläubige, gegen Frauen, Homosexuelle oder Migranten ist mit den Menschenrechten nicht vereinbar. In keinem Land der Welt!“

Joy Denalane und Max Herre - Foto Copyright: Manfred Behrens

Joy Denalane und Max Herre – Foto Copyright: Manfred Behrens

Henri Tiphagne erschien auf dem Event in Begleitung seiner Ehefrau Cynthia, die ich an diesem Abend kennenlernen durfte. Diese kleine, warmherzige Frau kämpft schon lange unermüdlich an seiner Seite. Die beiden arbeiten zusammen in der 1995 von ihnen gegründeten Menschenrechtsorgansiation People`s Watch.

Wer genau ist dieser Mann der von Amnesty International ausgezeichnet wurde?

Ein Mann der als Kind von einer französichen Ärztin adoptiert wurde und so dem indischen Kastensystem entkam. Der eigentlich selber lieber Arzt als Anwalt werden wollte. Der sein Leben dem Kampf für ein gerechteres Indien gewidmet hat. Der Vater von 2 Töchtern ist. Der für Rechte wie Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung kämpft, die bei uns selbstverständlich sind.

Cem Özdemir mit Ehefrau Pia Maria Castro

Henri Tiphagner hat es sich zur Aufgabe gemacht Verschwundene aufzuspüren, dokumentiert Folter in Gefängnissen und verteidigt Aktivisten vor Gericht. Außerdem organisiert Tiphagnes Team Weiterbildungen für Lehrer und Schulprogramme. Durch seine Hilfe konnten einer halben Million Kinder beigebracht werden, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und dass niemand  auf Grund seiner Herkunft diskriminiert werden darf. Er setzt sich außerdem insbesondere für die Dalits ein, die Unberührbaren, die außerhalb des Kastensystems stehen. Dalits haben kaum Rechte. Sie müssen oft hungern und ohne Strom leben. Obwohl sie eigentlich niemand anfassen mag, werden gerade sie häufig Opfer von Vergewaltigungen und Überfällen.

Als Henri Tiphagne auf der Bühne die Auszeichnung entgegen nimmt sagt er: „Dieser Preis zeigt uns, dass wir im Kampf für die Menschenrechte nicht alleine sind. Ich nehme diesen Preis stellvertretend für all die mutigen Männer und Frauen entgegen, die sich für Menschenrechte in Indien einsetzen. Doch der Raum für zivilgesellschaftliches Engagement wird immer kleiner. Die Regierung nimmt uns die Luft zum Atmen.“

Es war ein bewegender Abend, an dem wir gerne teilgenommen haben. Die weltweite Bedrohung und Unterdrückung der Menschenrechte betrifft uns alle und wird gerade jetzt in Deutschland heiss diskutiert. Wer Menschenrechtler wie Henri Tiphagne unterstützen möchte der findet  auf der Website von Amnesty International weitere Informationen. Amnesty unterstützt Menschenrechtsverteidiger juristisch, finanziell. und startet Eilaktionen, wenn sie bedroht oder festgenommen werden.

https://www.amnesty.de/

tina ellen ciftci gatcFür Euch schrieb: Tina Ellen Ciftci, Herausgeberin GATC

Foto Headline:v.links: DanielaSchadt, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, Cynthia Tiphagne, Henri Tiphagne, Bundespräsident Joachim Gauck – Foto Copyright: Manfred Behrens

 

weitere Impressionen – Fotos Copyright: Manfred Behrens

Cynthia und Henri Tiphagner mit Woke Hegenbarth

Cynthia und Henri Tiphagner mit Woke Hegenbarth

 

Powerfrauen-Selfie mit Selmin Caliskan,Shermin Langhoff,Cynthia Tiphagne

Powerfrauen-Selfie mit Selmin Caliskan,Shermin Langhoff,Cynthia Tiphagne

Tina Ellen Ciftci Herausgeberin (GATC) mit Cynthia Tiphagne

Tina Ellen Ciftci Herausgeberin (GATC) mit Cynthia Tiphagne

Medienexperte Jo Groebel auf dem Weg zur Preisverleihung von Amnesty International 6

Medienexperte Jo Groebel auf dem Weg zur Preisverleihung von Amnesty International

Keine Antworten zu "Amnesty International - Menschenrechtspreis wurde in Berlin übergeben"

    Hinterlasse einen Kommentar

    Die Email-Adresse wird nicht veröffendlicht.