12 Monate Friedensdienst

Wir sprechen mit Ninel Kuhl, 18 Jahre – gerade Abitur (1,7) gemacht! Was sie nach dem Studium machen will, weiß sie noch nicht. Vielleicht Politik und Geschichte studieren. Aber jetzt möchte sie erst einmal ein Jahr nach Israel!

Ninel Kuhl wurde uns vorgestellt von Akzente Sozial gGmbH, Andreas Freudenberg. In einer Zeitung aus dem Norden Berlins stand die Geschichte von ihr und ihre Mission nach Israel im Zeichen des Friedens für ein Jahr zu gehen.

Ninel suchte noch Sponsoren und die Akzente Sozial gGmbH hat nicht lange gezögert und sich entschieden ihr eine Patenschaft anzubieten. Andreas legte uns Ninel ans Herz, weil er sie und ihre Geschichte für Besonders hält und wir können das nur bestätigen! Wir treffen uns in den Räumen von Akzente Sozial in Marienfelde. Ninel Kuhl wirkt selbstbewußt und wählt ihre Worte offensichtlich sehr überlegt. Die erste Frage, die sich aufdrängte:

Warum möchtest du unbedingt nach Israel? Mich überfällt die Sorge einer Mutter und ein sofortiges Vorurteil: Würde ich wollen, dass meine Tochter ein Jahr in einem Land verbringt, welches ich als gefährlich und immer in Verbindung mit Krieg bringe? Doch Ninel überrascht mich. „Das ist nicht das erste Mal, dass ich in Israel bin. Ich war schon zweimal zum Schüleraustausch vor Ort. Israel ist aufgrund seiner Vielseitigkeit wirklich total faszinierend. Die Menschen sind sehr weltoffen. Es ist unglaublich, aber in Jerusalem befindet sich zum Beispiel noch viel Geschichte und alte Traditionen sind gut erkennbar. In Tel Aviv erwartet dich jedoch das Gegenteil, eine sehr moderne und innovative Großstadt. Viele wissen gar nicht, dass Israel bekannt ist für hochinteressante Innovationen vor allem im technologischen Bereich. Ich bin etwas beruhigter.

Was möchtest Du denn dort machen, Ninel? Und sie entgegnet völlig spontan „Ich trage eine Verantwortung und die möchte ich übernehmen!“ Was für eine Verantwortung? frage ich verwundert und komme aus dem Staunen nicht heraus, was für Gedanken ein 18jähriges Mädchen doch haben kann.

“Es geht um „unsere Geschichte, unsere Vergangenheit, die uns ja irgendwie auch geprägt hat“, und an der sie ganz sicher keine Verantwortung trägt, wende ich entsetzt ein. Doch Ninel weiß genau, warum sie dieses Jahr in Israel verbringen möchte. Sie bleibt gelassen, denn sie hat es sich zur Aufgabe gemacht aufzuzeigen, dass Deutschland ein anderes ist, als das in der nationalsozialistischen Zeit. Es geht ihr nicht darum zu kommunizieren, um etwas gut zu machen, sondern um den Zusammenhalt und den Dialog zu fördern. Natürlich muss sich keiner für Verbrechen, die er nicht begangen hat entschuldigen, erklärt sie. Es geht darum in der Welt aufzuklären, wie sich Deutschland doch verändert hat und sich für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzt.

Unterstützt und initiiert wird ihr Aufenthalt von dem Verein „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu sensibilisieren vor allem in den Bereichen Hass, Rassismus und Ausgrenzung.

Was machst Du genau in diesem einem Jahr? Ich werde mit 3 weiteren Deutschen in Haifa in einer WG wohnen. Vor Ort werde ich in zwei Einrichtungen abwechselnd arbeiten. Einmal in einem Altenheim, sowie in einer Förderschule mit jungen, behinderten sowie Erwachsenen.

Was wirst du machen, wenn Du wieder zurück bist? „So genau weiß ich es noch nicht. Ich kann mir gut vorstellen in Richtung Politik zu gehen, aber auch das Thema Sozialarbeit reizt mich sehr. Jetzt geht es im September erst einmal nach Israel!“
Liebe Ninel, wir wünschen dir eine spannende, interessante und gute Zeit in Israel und viel Erfolg für Deine Mission mehr Frieden, mehr Verständigung und mehr Menschenrechte in die Welt zu tragen.
Wer die Zeit in Israel mit begleiten möchte, schaut auf
Ninels Blog:

www.ninelinisrael.wordpress.com

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